<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648</id><updated>2011-09-14T21:39:25.077+02:00</updated><category term='Audi'/><category term='Fahrscheine'/><category term='nrw'/><category term='Mindcheater'/><category term='English'/><category term='Basspoem'/><category term='Geist'/><category term='Straßenbahn'/><category term='finale'/><category term='Heath Ledger'/><category term='Eskapismus'/><category term='Kleriker'/><category term='Klassenkampf in Linie 7'/><category term='Englisch'/><category term='Rollenspiel'/><category term='Ronin Studios'/><category term='Valium'/><category term='Steinhövel'/><category term='Bonzenkinder'/><category term='Rock'/><category term='Carlos'/><category term='Zombies'/><category term='slam'/><category term='Lampenfieber'/><category term='Nacht der lebenden Toten'/><title type='text'>Sprechstunde</title><subtitle type='html'>Die gesammelten Werke (und ich benutze diesen Begriff teilweise eher lose) des Michael H., annähernd chronologisch geordnet und vereinzelt kommentiert.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>32</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-6129814268109917208</id><published>2010-12-17T15:45:00.001+01:00</published><updated>2010-12-17T15:45:40.985+01:00</updated><title type='text'>Odyssee (Non-Fiction)</title><content type='html'>War gestern sicherheitshalber eine halbe Stunde früher zum Bahnhof gefahren und saß in der Kälte auf einer feuchten Bank. Die Regionalbahn nach Hamm hatte dann im Fünfminutentakt immer fünf Minuten mehr Verspätung, kam und und kam einfach nicht. Hab dann einen ICE gesehen, der auch über Hamm fuhr, und die Zugbegleiterin gefragt, ob ich ausnahmsweise ohne Aufpreis den ICE nutzen dürfe, um überhaupt noch irgendwie nach Hamm zu kommen. War okay, durfte einsteigen, in Duisburg schmiss man mich dann aus dem Zug, weil ich nur ein Nahverkehrsticket hatte. Dort durfte ich dann noch einmal 40 Minuten auf den nächsten Zug nach Hamm warten, während der Fahrt nach Hamm sammelte dieser Zug dann erneut weitere 15 Minuten Verspätung an, und zu allem Unglück hatte ich dann auch noch einen offenbar inkompetenten Taxifahrer, der sein eigenes Navi ignorierte und Umwege fuhr, und als er mir die Quittung schreiben sollte, erst noch einmal fünf Minuten lang mit seinem Chef über irgendetwas völlig anderes telefonierte.&lt;br /&gt;Der Poetry Slam in Hamm beginnt um 20:00. Um 21:35 betrat ich dann endlich den Veranstaltungsort - machte vier Texte in einer Stunde... und ich muss sagen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Poetry Slam zu gewinnen hat sich noch nie so schön angefühlt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-6129814268109917208?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/6129814268109917208/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=6129814268109917208&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6129814268109917208'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6129814268109917208'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/12/odyssee-non-fiction.html' title='Odyssee (Non-Fiction)'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-7741887634476697725</id><published>2010-10-17T12:58:00.000+02:00</published><updated>2010-10-17T13:00:32.049+02:00</updated><title type='text'>Sterben nach Wunsch</title><content type='html'>&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen Rademacher war kein impulsiver Mensch. Das war er noch nie. Solange er zurückdenken kann, war er zuverlässig wie ein Uhrwerk und hielt seinen Zeitplan penibel ein. Aufstehen um 6:30, Frühstück und Tageszeitung bis 7:05, abspülen, abtrocknen, duschen, rasieren, Zähne putzen. Er hatte für jeden Tag in der Woche eine bestimmte Krawatte und ein bestimmtes Abendessen (Montags gab es Kartoffeln, Dienstags und Donnerstags Nudeln, Mittwochs gab es Reis. Freitags Auflauf. Samstags wieder Kartoffeln. Sonntags aß er auswärts). Dreimal im Jahr ging er zu seinem Hausarzt, viermal im Jahr zum Zahnarzt, einmal im Jahr zum Augenarzt. Krank war er nie, und er gab auch nie vor, es zu sein. Steffen Rademacher litt nicht unter Zwangsneurosen. Er war einfach gründlich.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Jeden Morgen von Montag bis Freitag fuhr er mit dem Bus zur Arbeit. Jeden Morgen stieg er um 8:16 in den Bus. Jeden Morgen fuhr er 15 Stationen. Jeden Morgen verließ er den Bus um durchschnittlich 8:42, plusminus vier Minuten, je nach Verkehrslage. Es war eine wenig aufregende Busstrecke, aus der Stadt heraus, an Feldern vorbei, durch einen Wald, zurück in die Stadt, angekommen. Nachmittags dann die gleiche Strecke zurück. Steffen nutzte die Zeit, um sich von seinem Ipod Hörbücher vorlesen zu lassen. Dabei hatte er im Laufe der Jahre einen Automatismus entwickelt, der verhinderte, dass er das Aussteigen vergaß. Die einzelnen Haltestellen, die außerhalb des Busses dahinzogen, nahm er deswegen schon lange nicht mehr wahr. Mit einer Ausnahme: Jedes Mal fuhr der Bus fünf Minuten lang herum und hielt an einer Haltestelle mitten im Nirgendwo. Nie stieg jemand dort aus. Nie stieg jemand dort ein. Steffen dachte nie lange genug darüber nach, um sich beim Verkehrsunternehmen nach dem Grund dieses Umwegs zu erkundigen, außerdem vergaß er den Namen der Haltestelle immer wieder. Und doch wunderte er sich jeden Tag auf's Neue, warum diese Haltestelle eigentlich existierte.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eines Tages gab es in Steffens Büro einen Stromausfall. Schnell stellte sich heraus, dass das gesamte Gebäude betroffen war – und dass es den Rest des Tages dauern würde, den Fehler zu beheben. Steffen stieg also in den Bus nach Hause und schaltete seinen iPod ein. Kurz darauf entschied er sich spontan, heute an der mysteriösen Haltestelle im Wald auszusteigen. Hätte ihn später jemand gefragt, warum er das tat, er hätte es nicht beantworten können. Es war keine Neugier, die ihn aus dem Bus trieb. Es war keine Langeweile oder die Frage, was er mit dem unerwartet freien Nachmittag anfangen sollte. Er tat es einfach.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Laut Fahrplan fuhr der Bus alle zehn Minuten. Steffen nahm sich vor, die Gegend um die Haltestelle herum fünf Minuten lang zu erkunden. Sollte er nichts finden, würde er einfach zurückgehen und den nächsten Bus nehmen.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er atmete die kühle Waldluft ein und genoss für einen Moment die Stille. Dann fiel ihm auf, dass der Wald eigentlich gar nicht still sein dürfte. Das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Zwitschern der Vögel, das Hämmern der Spechte, das Rascheln von unzähligen Kleintieren am Boden... all das fehlte. Steffen sah sich um. Da war kein Weg, der in den Wald führte, auf keiner Seite der Straße, also ging er einfach darauflos, zwischen den Bäumen hindurch. Nach einer Weile fand er ein kleines Gebäude. Zwei Stockwerke, mit einem Ladenlokal im Erdgeschoss. Auf der Schaufensterscheibe stand in goldenen Buchstaben:&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="CENTER"&gt;&lt;span&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;STERBEN NACH WUNSCH&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im Schaufenster selbst stand eine große Sanduhr aus schwarz gebeiztem Holz, dahinter hing ein schwerer, weinroter Vorhang. Steffen sah sich um, es war das einzige Gebäude weit und breit. Wie hieß nochmal die Haltestelle? Er hatte es schon wieder vergessen. Genauso unerklärlich, wie er aus dem Bus ausgestiegen war, öffnete er jetzt die Tür und betrat das Geschäft. Innen sah er nur einen kleinen Tresen mit einem Telefon, dahinter kauerte eine uralte Frau. Vor dem Tresen stand ein Stuhl. Ansonsten war der Raum leer. Die Wände waren weiß, der Fußboden mit schwarzem Teppich ausgelegt. Es gab keine weitere Tür, kein Fenster. Neonröhren an der Decke erhellten den Raum.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es roch stark nach Zimt und leicht nach Chlor. Die alte Dame sah Steffen in die Augen und fragte:&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wie kann ich Ihnen helfen?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ähm... ich... Verzeihung, was genau ist das hier für ein Laden?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Hier kann man den Tod kaufen."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ist das legal?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Es ist nicht verboten."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Nun... dann wünsche ich noch einen schönen Tag. Ich kenne niemanden, den ich tot sehen will, und auch ich selbst möchte noch nicht sterben."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Oh, da liegt ein Missverständnis vor. Sie müssen keinen Tod für &lt;i&gt;heute&lt;/i&gt; aussuchen. Wobei das natürlich das günstigste Angebot wäre."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Das günstigste Angeb... Hören Sie, ich will mich überhaupt nicht von einem Ihrer Mitarbeiter töten lassen, weder heute noch an irgendeinem anderen Tag."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"So etwas wie Mitarbeiter haben wir hier nicht. Das hier ist ein kleines Familienunternehmen. Hier gibt es nur meine beiden Schwestern und mich. Und sterben müssen Sie ja sowieso irgendwann. Bei uns können Sie entweder eine Todes&lt;i&gt;art &lt;/i&gt;oder den Todes&lt;i&gt;tag&lt;/i&gt; aussuchen, natürlich gegen eine entsprechende Gebühr. Beides zusammen geht nicht, etwas Spannung muss Ihnen ja erhalten bleiben."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wie soll das denn gehen, Todes&lt;i&gt;tag&lt;/i&gt; aussuchen? Sie können doch nicht entscheiden, wann es mich erwischt?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Stimmt. Aber Sie können das. Die Preise reichen von 'zu früh von uns gegangen' für ein Versterben noch heute bis hin zum Modell 'Methusalem', bei dem Sie ein dreistelliges Alter zum Zeitpunkt des Todes hätten."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Und darauf fallen Leute herein? Wie soll das denn gehen? Ich meine, wenn ich jetzt einen Todestag in, sagen wir mal 50 Jahren kaufen würde, wer garantiert Ihnen denn, dass ich nicht schon morgen von einem Auto überfahren werde? Wenn ich morgen sterbe, ist es doch egal, was ich heute hier kaufe."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wenn Sie einen Todestag in 50 Jahren erwerben, dann werden Sie nicht morgen sterben. Genau das ist die Dienstleistung, die wir hier anbieten. Wobei 50 Jahre auch schon im gehobenen Preissegment zu finden sind. Ich meine, Sie sind jetzt wie alt, Herr Rademacher? 40, 42 Jahre?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen nickte, auch wenn er sich nicht daran erinnern konnte, ihr seinen Namen genannt zu haben.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ja, 42 Jahre ist korrekt."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Sehen Sie, dann würden Sie im Alter von 92 sterben. Das zählt schon als 'überdurchschnittliche Lebenserwartung'."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ich verstehe immer noch nicht, wie Sie dieses Alter denn garantieren können. Ich meine, mich zu einem vereinbarten Termin umzubringen, ist eine Sache, aber wie um Himmels Willen können Sie denn garantieren, dass mir nicht schon vorher etwas zustößt?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wir machen das schon eine ganze Weile. Davon abgesehen wird das Geld bei Wahl des Todestages auch erst an jenem Tag abgebucht."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Das ist aber immer noch kein überzeugendes Argument."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Dann lassen Sie es. Oder entscheiden Sie sich stattdessen für eine Todes&lt;i&gt;art&lt;/i&gt;. Wollen Sie im Schlaf sterben? Im Bett mit einer hübschen, jungen Frau? Das sind unsere beiden begehrtesten Todesarten, allerdings auch natürlich die teuersten. Am anderen Ende des Preisspektrums liegen Krankheiten und Verkehrsunfälle mit langem Dahinsiechen im Krankenhaus. Aber auch dazwischen haben wir einige attraktive..."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ach, das ist doch alles absurd. Ich gehe."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wenn Sie es sich anders überlegen, wissen Sie ja, wo Sie uns finden."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen verließ das Geschäft, ging zurück zur Haltestelle und nahm den nächsten Bus nach Hause. Ein paar Wochen lang verfolgte ihn der merkwürdige Laden mit seinem verrückten Konzept und dieser drolligen alten Dame in seinen Träumen. So ein Unsinn. Als ob man seinen Tod kaufen könnte. Und was sollte dieses Entweder-Oder? Todesart oder Todeszeit, aber nicht beides? Das brachte ja gar nichts. Was nützte einem ein garantierter Tod in 30 Jahren, wenn man 28 davon im Koma verbringt, bevor die Verwandtschaft endlich die Geräte abstellen lässt? Auf der anderen Seite konnte man sich eine noch so unwahrscheinliche Todesart aussuchen, wie von einem weißen Tiger gefressen zu werden; aber wer garantierte denn, dass keiner aus dem Zoo oder aus dem Zirkus ausbricht, womöglich schon nächste Woche? Fragen über Fragen. Wobei... interessant wäre es ja schon.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mehrere Jahre gingen ins Land, und irgendwann hatte Steffen aufgehört, an den seltsamen Laden zu denken. Dann wurde irgendwann bei einem seiner Routinearzttermine Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Fünf oder sechs Monate, Herr Rademacher, aber das ist das absolute Maximum. Rechnen Sie lieber mit weniger und freuen Sie sich über jeden Tag, der ihnen dann noch bleibt."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Diagnose konnte doch nicht stimmen. Nicht bei ihm. Er hatte sich stets gesund ernährt, hatte Alkohol und Zigaretten vermieden, ging regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung... Unmöglich! Aber ein zweiter Arzt bestätigte die Diagnose, ging sogar nur von drei bis vier Monaten aus, die ihm noch verblieben.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und da fiel ihm wieder dieses Haus im Wald ein. Er hatte nichts mehr zu verlieren, warum sollte er es also nicht versuchen? Er fuhr erneut zur Haltestelle, irrte ein paar Minuten durch den Wald und kam dann wieder zu dem kleinen Geschäft. Dieses sah unverändert aus. Noch immer stand da diese Sanduhr im Schaufenster, allerdings war diesmal kaum noch Sand in der oberen Hälfte. Irgendwie passend. Er betrat das Geschäft. Die gleichen weißen Wände. Der gleiche weiße Teppichboden. Der gleiche Geruch nach Chlor und Zimt. Bloß die Frau hinter der Theke war eine andere. Jünger.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Guten Tag, mein Name ist Rademacher. Ich würde gerne einen Todestag kaufen."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Nett, Sie kennenzulernen. Meine Schwester hat schon von Ihnen erzählt."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen stutzte.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Schwester? Ich verstehe nicht... Die Dame, mit der ich letztes Mal sprach, war doch bestimmt vierzig Jahre älter als Sie, wenn nicht sogar noch mehr..."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Oh nein, das täuscht. So weit sind wir gar nicht auseinander. Keine Sorge, den Fehler machen viele. Aber kommen wir doch zum geschäftlichen Teil. An was für einen Tag haben Sie denn gedacht?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Na ja, das kommt ganz darauf an. Sehen Sie, meine Ärzte haben mir ein halbes Jahr prognostiziert. Krebs, wissen Sie? Für jeden Tag mehr wäre ich dankbar. Wobei ich natürlich schon immer gedacht hatte, dass ich mal irgendwann die Rente genießen könnte. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mir das leisten kann, ich kenne ja Ihre Preise noch gar nicht."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Lassen Sie mich mal sehen."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sie tippte auf einem Taschenrechner herum, der offenbar schon die ganze Zeit auf der Theke lag, ohne dass Steffen ihn bemerkt hätte.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Nun, bis zur Rente wären es bei gleichbleibendem Renteneintrittsalter etwa... Ihre Lebenserwartung ist... Das macht dann bei aktuellem Eurostand..."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sie schrieb einen Betrag auf einen Notizzettel. Den Notizblock hatte Steffen vorher genauso wenig beachtet wie den Taschenrechner. Er las die notierte Summe. Das war zuviel. &lt;i&gt;Den&lt;/i&gt; Betrag würde er nie bezahlen können. Selbst bei Ratenzahlung würde er um einiges länger brauchen als er gerade auszuhandeln versuchte. Peinlich berührt schüttelte er den Kopf.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Das kann ich mir nicht leisten. Wie teuer wären denn, sagen wir mal, drei Jahre?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Frau hinter der Theke überlegte kurz und notierte dann eine zweite, bedeutend realistischere Summe. Steffen schluckte, dann nickte er. Drei Jahre. Das war nicht viel. Aber klar, verglichen mit dem, was seine Ärzte ihm versprechen konnten, war das eine ganze Menge. Und selbst, wenn das hier alles Betrug ist, in spätestens sechs Monaten würde er sowieso nichts mehr mit dem Geld anfangen können. Die Frau setzte den Papierkram auf, Verträge, Einzugsermächtigung, einige seltsame Dokumente bezüglich des Abtritts und des Erwerbens von Lebenszeit, die Steffen mehrmals durchlas, aber nicht wirklich verstand. Zumindest schien er daraus keinen Schaden zu haben, also unterzeichnete er alles. Er bekam Kopien der Papiere ausgehändigt und ging. Er sah noch einmal zurück. War die Sanduhr nicht vorhin noch etwas leerer? Merkwürdig. Aber sicherlich kein schlechtes Omen.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In den nächsten Monaten überschlugen sich dann die guten Nachrichten. Es begann damit, dass beide Ärzte Fehldiagnosen einräumten. Auf unerklärliche Weise seien in beiden Fällen Laborwerte vertauscht worden. Er habe gar keinen Krebs. Steffen fragte sich, ob es ein Fehler war, sein Leben auf drei Jahre festzusetzen, oder ob erst das dazu führte, dass er keinen Krebs hatte. Erst einmal abwarten, schien ihm der vernünftigste Weg zu sein. Nicht, dass die neuen Diagnosen die falschen waren. Erst einmal sehen, ob er tatsächlich die nächsten sechs Monate überlebte.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und das tat er. Außerdem handelte seine Gewerkschaft einen neuen Tarif aus, der sein Einkommen etwas erhöhte. Er lernte im Bus eine Frau kennen, und die beiden verstanden sich blendend. Sie zogen zusammen und merkten, dass das funktionierte. Schon recht bald fragte er sich, wie er je ohne sie ausgekommen war. Sie heirateten. Und in dem ganzen Trubel merkte er gar nicht, dass die sechs Monate verstrichen, er aber immer noch da war. Er wurde befördert, was sein Gehalt noch einmal deutlich nach oben korrigierte und außerdem dazu führte, dass er nun in einem Bürogebäude am anderen Ende der Stadt arbeitete und auf dem Weg dorthin nicht mehr durch den Wald fuhr. Seine Frau wurde schwanger, bekam Zwillinge, und Steffen hatte plötzlich ganz andere Sorgen als  den Laden oder den Handel, den er eingegangen war. All das erschien ihm mittlerweile wie ein Traum, den er als Kind hatte. Oder wie ein Film, den er mal vor Jahren gesehen hatte. Etwas unwirkliches, nichts das ihm selbst passiert sein konnte.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bis er dann eines Tages seine Weihnachtseinkäufe mit EC-Karte zahlen wollte und das nicht ging. Er lief zu seiner Bank und sah seine Zahlungsabgänge durch. Das Unternehmen "Sterben nach Wunsch" hatte einen gewaltigen Betrag abgebucht. Den vereinbarten Betrag. Ihm ging durch den Kopf, was die alte Frau gesagt hatte:  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Wir machen das schon eine ganze Weile. Davon abgesehen wird das Geld bei Wahl des Todestages auch erst an jenem Tag abgebucht."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;An jenem Tag. Dem Todestag. Wenn das Geld heute abgebucht wurde, dann... Er musste so schnell wie möglich zu dem Haus im Wald. Dieses Mal achtete er auf jede einzelne Haltestelle. Er stieg aus, rannte durch den Wald und erreichte den Laden. In der oberen Hälfte der Sanduhr waren nur noch ein paar wenige Krümel. Er stürzte in das Geschäft. Hinter der Theke stand ein kleines Mädchen, noch einige Wochen vom Beginn der Pubertät entfernt.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Herr Rademacher, hallo. Meine Schwestern haben mir schon von Ihnen erzählt. Aber warum kommen Sie denn hierher?"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ich brauche... mehr Zeit... Familie... ich..."  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er musste erst einmal zu Atem kommen.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Ich verfüge jetzt über ein höheres Einkommen als damals bei Vertragsunterzeichnung. Ich muss unbedingt noch ein paar Jahre dranhängen."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Dranhängen? Aber... das geht nicht. Sie haben bereits Zeit von jemandem bekommen, der gerne im Schlaf sterben wollte und das knappe drei Jahre vor seinem eigentlich geplanten Schicksal tat. Und so wie es aussieht, haben Sie diese Zeit so gut genutzt, wie das nur möglich ist. Aber diese Prozedur lässt sich nicht wiederholen. Wir haben das versucht, oft genug. Aber wenn man den Lebensfaden ein zweites Mal manipuliert, dann reißt er. Ohne Ausnahme. Und glauben Sie mir, ein gerissener Lebensfaden ist alles andere als schön.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Aber dann..."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Dann können wir nichts machen. So, wie ich das sehe, bleibt Ihnen noch etwa eine halbe Stunde. Gehen Sie am bes..."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Eine halbe Stunde?! In der Zeit schaffe ich es ja nicht einmal mehr nach Hause zu meiner Familie! Was soll ich denn jetzt machen?!"&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Am besten, Sie gehen irgendwohin, wo der Tod nicht schmerzhaft sein kann. Meiden Sie die Straße. Meiden Sie die Stadt. Essen Sie nichts, an dem Sie ersticken könnten. Meiden Sie Stromleitungen. Wilde Tiere So etwas halt. Setzen Sie sich an eine ruhige Ecke im Wald, und beten Sie. Vielleicht hier draußen vor dem Fenster? Das würde sich anbieten. Tiere meiden diesen Ort, ich glaube, sie spüren den Tod."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In diesem Moment kam die mittlere der drei Schwestern die Wendeltreppe im hinteren Teil des Ladens herunter.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ihm fiel auf, dass diese Treppe bei all seinen Besuchen schon da war, aber er sie nie registriert hatte.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Oh, Herr Rademacher. Sie hätten nicht herkommen brauchen. Wir hätten Sie auch an jedem anderen Ort gefunden."&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen ging aus dem Laden. Er dachte kurz darüber nach, mit seinem Handy seine Frau anzurufen, ließ es dann aber bleiben. Er wusste nicht, was er hätte sagen sollen, ohne dass es wie der Abschied vor einem Selbstmord geklungen hätte. Und er wollte der Nachwelt nicht als Selbstmörder im Gedächtnis bleiben.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Verzweifelt ging er seine Optionen durch. Er wollte um jeden Preis mit ansehen, wie seine Kinder groß wurden und ihm irgendwann Enkel gaben. Er wollte mit seiner Frau zusammen alt werden. Er wollte noch nicht sterben. Es gab so vieles, was er nie gemacht, nie gesehen, nie geschafft hatte. Er ließ sich auf einen Baumstumpf sinken und sah zum Schaufenster herüber. Er konnte aus der Entfernung keinen Sand mehr in der oberen Hälfte sehen. Jetzt würde es gleich zuende gehen. Aber was konnte er tun? Wie konnte er seinen Tod abwenden? Und dann ging es ihm auf.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er rannte zurück zum Laden und stürmte hinein. Das kleine Mädchen hinter der Theke erschrak. Er lief zur Wendeltreppe und nahm zwei Stufen auf einmal auf dem Weg nach oben. Dort angekommen, sah er die alte Frau über einem gigantischen Webstuhl gebeugt, eine Schere in der Hand. Sie griff nach einem Faden. Er griff nach der Schere.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Steffen Rademacher war kein impulsiver Mensch. Das war er noch nie. Solange er zurückdenken kann, war er zuverlässig wie ein Uhrwerk und hielt seinen Zeitplan penibel ein. Die besten Voraussetzungen, um zum Tod zu werden. Denn wenn man den Tod besiegt, muss man seine Rolle einnehmen. Ohne Tod geht es nicht. Wenn alle Menschen unsterblich wären, würden sie bis zum Organversagen weiteraltern und in alle Ewigkeit Schmerzen erleiden, ohne jemals erlöst werden zu können. Es muss immer einen Tod geben. Er erstach die alte Frau. Es war Notwehr. Und in ihrem Tod lächelte sie, neugierig auf das, was sie nun erwartete. Das, was sie über Jahrtausende den Menschen gebracht hatte. Das, von dem sie nie gedacht hätte, es mal selbst zu erfahren. Das von dem sie dachte, dass es ihr auf ewig vorenthalten würde. So, wie es nun Steffen vorenthalten wird.  &lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und Steffen sah hinüber zum Webstuhl, wissend, dass er nun die Fäden der Menschen durchtrennen müsste. Für immer. Zuverlässig wie ein Uhrwerk. Penibel nach dem vorgeschriebenen Zeitplan. Einfach gründlich. Auf gewisse Weise hatte er sich sein ganzes Leben lang auf diese Aufgabe vorbereitet. Doch da sah er den Fehler im Plan. Er durfte keine Ausnahme machen. Nicht für seine Frau. Nicht für seine Kinder. Er würde sie nie wiedersehen. Er würde irgendwann auch ihr Leben beenden müssen.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und in diesem Moment wünschte er, er hätte sich für das Sterben entschieden...&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-7741887634476697725?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/7741887634476697725/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=7741887634476697725&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7741887634476697725'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7741887634476697725'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/10/sterben-nach-wunsch.html' title='Sterben nach Wunsch'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-6964781221119074259</id><published>2010-10-09T11:35:00.000+02:00</published><updated>2010-10-09T11:35:02.681+02:00</updated><title type='text'>Das Hörbuch zur Poetry Night</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://www.audible.de/audiblewords/content/bk/adko/260810de/t4_image.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 175px; height: 175px;" src="http://www.audible.de/audiblewords/content/bk/adko/260810de/t4_image.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;amp;productID=BK_ADKO_260810DE"&gt;Das Hörbuch zur Poetry Night&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gratis-Hörbuch zum Download, mit je zwei Geschichten von Jacinta Nandi und mir, sowie noch einigen anderen netten Menschen.&lt;br /&gt;Produziert im August 2010 von Audible.de&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-6964781221119074259?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_ADKO_260810DE' title='Das Hörbuch zur Poetry Night'/><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/6964781221119074259/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=6964781221119074259&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6964781221119074259'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6964781221119074259'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/10/das-horbuch-zur-poetry-night.html' title='Das Hörbuch zur Poetry Night'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-6205258096568540615</id><published>2010-10-04T00:26:00.005+02:00</published><updated>2010-10-05T19:44:03.533+02:00</updated><title type='text'>Experimental-Slam: Ab dem 10.12.</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/TKkDN3z1QkI/AAAAAAAAADs/RJzS8dArOdA/s1600/Logo+Klein.jpg"&gt;&lt;img style="display: block; margin: 0px auto 10px; text-align: center; cursor: pointer; width: 400px; height: 400px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/TKkDN3z1QkI/AAAAAAAAADs/RJzS8dArOdA/s400/Logo+Klein.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5523949954801156674" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ab dem 10.12.2010 moderiere ich den alle drei Monate stattfindenden Experimental-Slam im &lt;a href="http://www.daslabor-berlin.de/"&gt;Labor&lt;/a&gt;, Berlin. Dabei wissen Slammer und Zuschauer vorher  nicht, was sie erwartet. Mal werden Gedichte und Texte in völliger  Finsternis vorgetragen, mal werden Texte getauscht, mal müssen die  Poeten vor Ort noch etwas zu einem bestimmten Kunstwerk schreiben und  vortragen, mal ist es etwas völlig anderes. Unterhaltsam wird es wohl  auf jeden Fall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bisher zugesagt haben:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Robin Isenberg&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Tom Mars&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Eve McFar&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Lyly Schoettle&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Josefine Berkholz&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-6205258096568540615?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/6205258096568540615/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=6205258096568540615&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6205258096568540615'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6205258096568540615'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/10/experimental-slam-ab-dem-1012.html' title='Experimental-Slam: Ab dem 10.12.'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/TKkDN3z1QkI/AAAAAAAAADs/RJzS8dArOdA/s72-c/Logo+Klein.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-2799143821612802043</id><published>2010-08-27T17:18:00.000+02:00</published><updated>2010-08-27T17:19:24.869+02:00</updated><title type='text'>Wahrheit</title><content type='html'>Am Ende ist natürlich alles egal. In den letzten Sekunden vor dem Big Crunch, bei dem sich das gesamte Universum innerhalb weniger Sekunden auf die Größe des Kopfes einer Stecknadel kontrahiert, die am Revers eines Engels steckt, der mit Milliarden weiterer Engel auf dem Kopf einer Stecknadel tanzt, in diesen Sekunden vor dem Ende von allem, was ist, da ist absolut alles egal. Jahrmillionen nachdem selbst die Kakerlaken ausgestorben sind, Äonen nach dem Ende der Ewigkeit, wirklich ganz am Ende der Existenz, wenn selbst Gott langweilig geworden ist und er einen Schlussstrich unter das Ganze setzt, wenn er Himmel und Hölle dicht macht, wenn am Ende nur noch das Wort übrig ist, der Geist Gottes wieder über dem Wasser schwebt und dann das Licht aus macht, dann kümmert es niemanden mehr, ob Du zwei Milliarden Euro auf dem Konto hattest oder ob Dein Dispo überzogen war. Dann ist niemand mehr da, der der Frage nachgeht, ob Du dreimal täglich Zahnseide benutzt hast, ob Du beim Kiffen inhaliert hast oder wie hoch Dein High Score bei Tetris war. Ganz am Ende ist selbst das egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber bis dieser Punkt erreicht ist, gibt es die Wahrheit. Denn es ist die Wahrheit, die zuletzt stirbt, noch lange nach der Hoffnung. Allerdings weiß kaum einer, dass Wahrheit relativ ist und nicht an Tatsachen gebunden. Wahrheit ist das einzigartige Phänomen einer funktionierenden absoluten Demokratie. Denn Wahrheit ist, was die Mehrheit glaubt. Und nichts anderes. Gab es die griechischen Götter um Zeus, Hera, Dionysos und Poseidon wirklich? Waren sie nur Reisende von anderen Planeten? Oder waren sie fiktive Protagonisten, die wie Sherlock Holmes, Batman, James Bond oder Andi Strauß durch verschiedene Geschichten von verschiedenen Autoren geistern, weil das Publikum sie mag? Die Wahrheit ist, was die meisten Menschen glauben. Wenn die meisten Menschen heute glauben, dass die antiken Götter nur der Versuch der damaligen Priester war, der breiten Masse ihren Willen als Gesetze von höheren Existenzen zu verkaufen, dann ist genau das die Wahrheit. So wie die Wahrheit damals war, dass die griechischen Götter tatsächlich existierten. Das glaubten damals die meisten Menschen (bis auf die Priester), also war das die Wahrheit. &lt;br /&gt;Und wenn in dreißigtausend Jahren irgendwelche Archäologen vom Planeten Pffrt ein Green Lantern-Comic oder eine DVD-Box von LOST oder eine Ausgabe der Bild-Zeitung finden und das ganze für historische Aufzeichnungen halten, dann werden sie das auch für die Wahrheit halten, und dann wird das die Wahrheit sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was uns natürlich eine riesige Chance gibt. Denn das bedeutet, dass wir heute entscheiden können, was in dreißigtausend Jahren wahr ist. Wir können beispielsweise diesen Text in eine Zeitkapsel legen, um der Nachwelt ein für alle Mal zu zeigen, was die Wahrheit ist. Denn die Alternative wäre viel zu langweilig. Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Die Wahrheit… von uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei L. Ron Hubbard hat das auch geklappt. Der hat sich eine bekloppte Geschichte um Xenu, Thetans und goldene Flugzeuge ausgedacht, und Tom Cruise, John Travolta, Jason Lee und Beck halten das heute für die Wahrheit und geben dafür ein Heidengeld aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also gut. Liebe Archäologen vom Planeten Pffrt. Das folgende ist die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit. So wahr mir Zeus helfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elvis lebt. Tupac lebt. Michael Jackson lebt. Und sie treffen sich einmal in der Woche, um zusammen zu jammen. Paul McCartney hingegen ist 1966 gestorben und wurde durch ein Double ersetzt. Das gleiche ist übrigens 1998 mit Christopher Walken passiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein kleines Steak ist so wertvoll wie ein Becher Fruchtzwerge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die CIA hat einen Schimpansen trainiert, von einem Grashügel aus John F. Kennedy zu erschießen, weil dieser wusste, dass in der Area 51 der heilige Gral aufbewahrt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lady Gaga macht gute Musik und hat diesen ganzen schrillen Schnickschnack gar nicht nötig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freimaurer, Illuminaten oder Skulls &amp; Bones gibt es gar nicht wirklich. Sie sind eine Fassade, damit niemand dahinter kommt, dass eine Gruppe intelligenter Grippeviren aus Albuquerque im Hintergrund die Fäden zieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pluto ist ein Planet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;OJ Simpson hat seine Frau nicht umgebracht. Helene Hegemann hat alles selbst geschrieben. George Bush jr. wurde im Jahr 2000 demokratisch zum Präsidenten gewählt. Und Bill Clinton hatte wirklich keinen Sex mit Monica Lewinski.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder einzelne Mensch, der behauptet, von Aliens entführt worden zu sein, hat Recht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vampire existieren. Aber sie sind keine zwielichtigen Gestalten, die im Sonnenlicht glitzern, sondern explodieren in einer stinkenden Staubwolke. Werwölfe hingegen sind frei erfunden. Außer in Lappland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von allen Religionen, die es heute gibt, ist das Christentum die richtige. Die Welt, das Universum und all seine Bewohner wurden in sieben Tagen von Gott erschaffen, der die Schöpfung danach in ein gigantisches Terrarium gesteckt hat, daneben hängt ein Schild mit der Aufschrift „Bitte nicht füttern.“ Erdbeben, Tsunamis und Flutkatastrophen werden dadurch ausgelöst, dass Jesus, bei dem nicht bloß die Eltern miteinander verwandt sind, sondern der auch noch sein eigener Vater ist, mal wieder Wasser zu Wein gemacht hat und im Vollsuff gegen das Terrarium stolpert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Windows 7 ist das beste Betriebssystem der ganzen Welt, und ein iPad ist ohne diesen ganzen Schnickschnack wie USB oder Flash-Animationen viel besser als ein Laptop.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, der Fisch, den ich gestern gefangen habe, war wirklich so groß, ich bin die Reinkarnation von Jim Morrison, ich kann jederzeit mit dem Rauchen aufhören, und außerdem hab ich den Längsten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das… ist die Wahrheit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-2799143821612802043?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/2799143821612802043/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=2799143821612802043&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2799143821612802043'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2799143821612802043'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/08/wahrheit.html' title='Wahrheit'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8123219118333947095</id><published>2010-08-27T17:15:00.001+02:00</published><updated>2010-08-27T17:17:08.189+02:00</updated><title type='text'>How to Break a Streit vom Zaun</title><content type='html'>Ich stehe vor dem Arkaden-Einkaufszentrum und warte. Mit dem halben Arsch sitze ich auf dem einzigen freien Fahrradständer, und ich lese ein Buch. Zumindest versuche ich das, aber meine geradezu homöopathisch verdünnte Konzentration führt dazu, dass ich jeden Absatz zweimal lese.&lt;br /&gt;Ich warte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor mir ist ein ständiges Kommen und Gehen. Menschen betreten oder verlassen das Einkaufszentrum oder die angrenzende Sparkasse, um Geld einzuzahlen oder ihre Kontoauszüge daraufhin zu überprüfen, ob der diskrete Versand mit der Einzugsermächtigung als Verwendungszweck tatsächlich wie vereinbart Finanzdienstleistungen angegeben hat. Denn es ist schwer zu sagen, was peinlicher wäre: Der vollständige Titel &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;N&lt;/span&gt;atur-&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;S&lt;/span&gt;ekt &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;D&lt;/span&gt;irekt &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;A&lt;/span&gt;us &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;P&lt;/span&gt;rachtschwänzen… oder die Abkürzung… Aber ich schweife ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stehe also noch immer vor dem Arkaden-Einkaufszentrum und warte. Mit dem halben Arsch sitze ich auf dem einzigen freien Fahrradständer, und ich lese ein Buch. Zumindest versuche ich das, aber meine geradezu homöopathisch verdünnte Konzentration führt dazu, dass ich jeden Absatz zw… das hatte ich doch schon.&lt;br /&gt;Ich warte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter mir, hinter den Fahrradständern, ist die Straße. Und da brausen gerade an der auf grün springenden Ampel gefühlte viertausend Autos los, als gäbe es nur noch drei freie Plätze im Parkhaus des Bundesamtes für völlig sinnlose Bargeldverschenkung. Wenn man seine Lebenserwartung auf die Menge meiner verbliebenden Konzentration reduzieren wollte, dann wäre es nicht die schlechteste Idee, einfach zwischen die Autos von Nick Heidfeld und Fernando Alonso zu springen. Aber ich schweife ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stehe also immer noch vor dem Arkaden-Einkaufszentrum und… ach, das ist doch albern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von rechts betritt ein… ich sag jetzt mal euphemistisch „Mensch“ mein Blickfeld. Etwa so groß wie Asterix, etwa die Figur von Obelix, und der sagenhafte Schnurrbart würde sich ebenfalls chamäleonartig in das Gallische Dorf einfügen. Oder in einen schlechten Porno aus den Siebzigern. Ich verliere mich gerade in Gedanken über eine Pornoparodie von Asterix, Arbeitstitel: Gangbang für Falbala, als mich der Mann, der an dem Schnauzbart dranhängt, eloquent und freundlich anspricht: „Ey.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe langsam wie in einem Clint Eastwood Western von meinem Buch auf und mustere diese mit der linken Hand gezeichnete Karikatur seiner selbst von oben bis unten. Die bartähnliche Wucherung auf der Oberlippe ist so groß wie ein Walross. Also… so groß wie das ganze Tier. Und der Bart hat zumindest auf der Brust Metastasen gestreut, wahrscheinlich auch noch woanders, aber dank des offenen Polohemds sieht man es hier halt gut.&lt;br /&gt;Besagtes Polohemd besteht aus äquatorlangen Querstreifen in grün und violett. Eine durchaus modische Farbkombination, aber auch nur, wenn man Der Unglaubliche Hulk ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darunter sieht man ein kleines bisschen zu viel von seiner ebenfalls bärtigen Plauze, wiederum darunter ist eine kurze Hose, daran eine dieser hässlichen Gürteltaschen mit Reißverschluss, das obligatorische Handyetui und ein weiteres Anhängsel für seine Zigaretten. Batman wäre stolz auf diesen Gürtel. Für die Kombination aus Socken und Sandalen würde sich Batman allerdings schämen. Und das protzige Mountain-Bike war auch nicht gerade ein würdiger Ersatz für das Batmobil. „Das ist kein Stuhl“, bemerkt er scharfsinnig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß. Ich habe auf jemanden gewartet, und der Fahrradständer hier war frei, “ antworte ich und trete etwas zurück. Nicht so weit, dass man mich vom Hockenheimring hinter mir kratzen müsste, aber weit genug, damit der gallische Hulk, kurz Galk, sein Fahrrad an den einzigen Ständer ketten kann, den er heute bekommen wird. Er dankt es mir mit den Worten „Aber das ist kein Stuhl.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da hat er Recht. Des ungeachtet warte ich, bis er fertig ist und setze mich dann wieder auf den Fahrradständer. Dies passt offenbar nicht ganz in das Weltverständnis des Galk. Er starrt mich mit offenem Mund an. Ich wende mich gerade wieder meinem Buch zu, als er die Worte findet, die er gesucht hat: „He… also das ist ja…“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gebe vor, davon erschreckt zu sein, zucke zusammen und stoße wie versehentlich gegen sein Fahrrad, das natürlich mit lautem Scheppern zu Boden geht. Ein Rad hängt immer noch auf Bodenhöhe am Fahrradständer. „Ups.“ Galk stürmt auf mich zu: „So eine Unverschämtheit. Was ist denn, wenn das jetzt verbogen ist?!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich betrachte das Rad. Kein Kratzer. Wie geplant. Aber ich packe beherzt an, reiße das Gefährt wieder hoch und stelle es wieder auf, nicht ohne es noch einmal kräftig gegen den Ständer zu knallen. „Hach. Das war aber auch ungeschickt angeschlossen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gehe demonstrativ zum nächsten Fahrradständer, wo der Rahmen des Rads oben an der Querstange des Ständers hängt und setze mich daneben, ohne das Rad zu bewegen. „Wenn man nicht zu blöd ist, sein Rad anzuschließen, passiert auch nichts.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jetzt werd mal nicht frech!“ ruft er. Ich erinnere mich daran, wie man in solchen Situationen Gewalt vermeiden kann und rede leise, aber eskalierend auf ihn ein: „Fresse, Du Spasti. Fahr mal lieber nach Thailand und schwänger im Suff noch ‘ne 12jährige.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber, dass ich sein Lieblingshobby erraten habe, bleibt ihm offenbar die Luft weg. Er spielt seine Trumpfkarte aus: „Ich kann auch die Polizei holen, die nimmt dann Deine Personalien auf.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mache ein unschuldiges Gesicht. „Tut mir sehr leid, Ihre Zeit mit diesem Unfug zu vergeuden, aber der Herr hier hat sich in den Kopf gesetzt, dass ich sein Rad absichtlich umgeworfen habe, dabei musste ich einem Auto ausweichen, das mich fast überfahren hätte. Ich hab mich schon dreimal bei ihm entschuldigt, aber er ließ sich nicht davon abhalten, Sie dazuzuholen. Nein, dem Rad ist nichts passiert, wie Sie sehen.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Unglaubliche Galk kneift die Augen zusammen. Ich würde ihn nicht mögen, wenn er wütend ist. Mir egal, ich mochte ihn schon vorher nicht. Ich grinse ihn provokativ an. &lt;br /&gt;Er holt mit seiner rechten Faust aus und zielt auf mein Gesicht. Ich lasse mein Buch fallen, hebe beide Hände abwehrend und rufe laut: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bitte gehen Sie weg. Ich kenne Sie nicht. Ich will keinen Streit.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann zwinkere ich ihm noch einmal heimlich zu, um mein Statement zu entkräftigen. Wichtig ist, dass die Zeugen hinterher sagen, dass ich alles getan habe, um eine Konfrontation zu verhindern. Galk stürzt mich auf mich. Ich weiche geschickt aus und lasse ihn gegen sein eigenes Rad knallen, das die Gelegenheit nutzt und noch einmal zu Boden fällt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Bitte lassen Sie mich in Ruhe. Ich will nur mein Buch aufheben, dann gehe ich.“ Sage ich laut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Deine Mutter wohnt auf Deiner Couch und macht es mit dem Pizzaboten, und Dein Vater wählt die FDP.“ Sage ich leise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das reicht. Mit einem Brüllen stürzt er sich auf mich. Ich bücke mich nach meinem Buch, und der Galk, bürgerlicher Name Heinz Jensen, stolpert über mich und fällt auf die Fahrbahn. Ein Knall. Jensen wird frontal von einem Bus erwischt. Er schreit vor Schmerzen auf. Dieser Schrei geht durch Mark und Bein und vermischt sich mit quietschenden Reifen, als der Bus anhält. An der Frontscheibe kleben Blut und Haare, und etwas, das wie Hirn aussieht. Heinz Jensen liegt auf der Straße, die Arme und Beine zu Posen angeordnet, die mit nicht gebrochenen Knochen unmöglich wären. Er weint vor Schmerzen, die Kontrolle über seine Exkremente hat er verloren, und sein gesamtes Gesicht ist blutüberströmt. Blut läuft ihm aus dem Mund, und er atmet rasselnd, blubbernd. Ich alarmiere sofort einen Rettungswagen per Handy. Bis der aber durch das Verkehrschaos durch ist, das der Bus angerichtet hat, ist Jensen mit weit aufgerissenen Augen an seinem eigenen Blut erstickt. Irgendwo weint ein kleines Kind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja. Genauso würde ich Ihren Mann umbringen, Frau Jensen. In aller Öffentlichkeit, und trotzdem haben Sie nicht zu befürchten, dass der Verdacht auf Sie fällt. Bei einem Unfall erhöht sich die Summe, die Sie von der Lebensversicherung bekommen. Die 40%, die ich für den Auftrag bekomme, beziehen sich somit auf die erhöhte Summe. Nett, mit Ihnen Geschäfte zu machen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8123219118333947095?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8123219118333947095/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8123219118333947095&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8123219118333947095'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8123219118333947095'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/08/how-to-break-streit-vom-zaun.html' title='How to Break a Streit vom Zaun'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8821605587790441469</id><published>2010-08-16T18:18:00.002+02:00</published><updated>2010-08-16T18:24:51.737+02:00</updated><title type='text'>Der Schönste Tag</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; 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 &lt;/w:LatentStyles&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */  @font-face 	{font-family:Tahoma; 	panose-1:2 11 6 4 3 5 4 4 2 4; 	mso-font-charset:0; 	mso-generic-font-family:swiss; 	mso-font-pitch:variable; 	mso-font-signature:-520081665 -1073717157 41 0 66047 0;}  /* Style Definitions */  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-unhide:no; 	mso-style-qformat:yes; 	mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:none; 	mso-hyphenate:none; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman","serif"; 	mso-fareast-font-family:Tahoma; 	mso-font-kerning:.5pt; 	mso-fareast-language:#00FF;} .MsoChpDefault 	{mso-style-type:export-only; 	mso-default-props:yes; 	font-size:10.0pt; 	mso-ansi-font-size:10.0pt; 	mso-bidi-font-size:10.0pt;} @page WordSection1 	{size:595.25pt 841.85pt; 	margin:2.0cm 2.0cm 2.0cm 2.0cm; 	mso-header-margin:36.0pt; 	mso-footer-margin:36.0pt; 	mso-paper-source:0;} div.WordSection1 	{page:WordSection1; 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 &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Hey, unbekannte Person von der Haltestelle Boddinstraße. Das hier ist für Dich. Ich wünsche Dir, dass Du morgen den schönsten Tag Deines Lebens hast. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Du sollst um halb zehn aufwachen und Dich daran erinnern, dass Du morgen ja gar nicht arbeiten musst. Du döst dann noch ein oder zwei Stunden weiter und stehst auf, nur um festzustellen, dass das warme Licht der Sonne Dein Schlafzimmer auf angenehme 23° Celsius aufgewärmt hat - ohne Dich zu blenden. Ein Blick in den Kühlschrank offenbart noch drei Rollen Aufback-Croissants und verschiedene Gläser Marmelade, dazu Butter, Frischkäse, Nougatcreme, was immer Dein Herz begehrt. Du schiebst also ein Blech Croissants in den Ofen und gehst duschen. Im Radio laufen hintereinander vier Deiner Lieblingslieder, darunter eines, das Du schon seit zwölf Jahren nicht mehr gehört hast. Die Dusche hält die ganze Zeit konstant eine angenehme Temperatur, und als Du heraussteigst und Dich in einen flauschigen Bademantel hüllst, sind die Croissants gerade fertig. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Hey, unbekannte Person von der Haltestelle Boddinstraße, ich weiß nicht, wie Du heißt, aber ich wünsche Dir, dass Du morgen den schönsten Tag Deines Lebens hast. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Du ziehst nach dem Frühstück Deine Lieblingsklamotten an und gehst zum Briefkasten, um festzustellen, dass Du vier Millionen Euro im Lotto gewonnen hast, die Dir nächste Woche Montag von einem Geldboten überreicht werden. Du fährst daraufhin doch zur Arbeit und legst Deinem Chef die Kündigung und ein paar druckfrische Croissants auf den Schreibtisch. Dann drückst Du&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Deinem Schwarm aus der Buchhaltung, den Du Dich nie getraut hast, anzusprechen,&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;einen dicken Kuss auf den Mund und schwebst aus dem Gebäude. Danach gehst Du erstmal shoppen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Hey, unbekannte Person von der Haltestelle Boddinstraße. Du hast mit mir auf die U8 gewartet, und ich wünsche Dir, dass Du morgen den schönsten Tag Deines Lebens hast.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Der neue 3D-fähige Breitbildfernseher wird noch am gleichen Tag nach Hause geliefert, den Blu-Ray-Player und die Top30 Deiner Lieblingsfilme nimmst Du gleich mit. Du probierst die zwei Kleiderschränke voll neuer Klamotten an, während Du im Hintergrund nacheinander Deine Lieblingsszenen aus Deinen Lieblingsfilmen laufen lässt. Dann verabredest Du Dich mit Deinem Freundeskreis, um abends ordentlich zu feiern, natürlich in komplett neuer Garderobe.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Hey, unbekannte Person von der Haltestelle Boddinstraße. Du standest hinter mir am Fahrkartenautomaten, und ich hatte Dich erst gar nicht gesehen. Ich wünsche Dir, dass Du morgen den schönsten Tag Deines Lebens hast. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Das wird die größte Feier, die Du je gegeben hast. Du gibst eine Runde nach der anderen für den ganzen Club, und man trägt Dich auf Händen. Du hast auf der Toilette verdammt guten Sex mit gleich drei Personen hintereinander, und das innerhalb von nur zweieinhalb Stunden. Um kurz nach Mitternacht gehst Du dann vor die Tür, weil Deine Vodka-Red-Bulls nicht mehr im Körper bleiben wollen. Und da triffst Du dann auf mich. Und meine Hand trifft auf Dein Gesicht, als ich Dir zeige, was ich in meinem Krav Maga Kurs gelernt habe.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Hey, unbekannte Person von der Haltestelle Boddinstraße, die mir am Fahrkartenautomaten die EC-Karte geklaut hat. Ich wünsche Dir, dass Du morgen den schönsten Tag Deines Lebens hast... und danach nie wieder ein Tag auch nur annähernd so schön wird.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Übermorgen wirst Du auf der Straße in Deiner eigenen Kotze aufwachen, Dein Kopf ist größer als die Baustelle am Ostkreuz, und es wird keine Stelle Deines Körpers geben, die nicht schmerzt. Du wirst feststellen, dass Dir genau 348,23€ fehlen. Vielleicht kommt Dir der Betrag ja bekannt vor und Du erinnerst Dich an mich. Mit Mühe wirst Du Dich nach Hause schleppen, wo im Briefkasten ein Schreiben liegt, dass man leider einen Zahlendreher im System hatte, und nicht Du, sondern Dein Nachbar ein paar Häuser weiter das Geld gewonnen hat. Jede Deiner drei Eroberungen aus dem Club wird Dir was anderes mitgegeben haben. Tripper, Genitalwarzen... und HIV. Der Hautausschlag hingegen kommt davon, wenn man neue Kleidung vor dem ersten Tragen nicht wäscht. Dein Schwarm aus der Buchhaltung wird Dich aufgrund des Kusses wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz verklagen. Deinen Job wirst Du nicht wiedersehen, und einen anderen findest Du nicht so schnell. Weil Du selbst gekündigt hast, kriegst Du auch keine Abfindung und kein Arbeitslosengeld. Und mit den ganzen Schulden von Deiner Shoppingtour kannst Du Dir von Hartz IV allein bald nicht mehr die Miete leisten. Oder den Strom für den Fernseher. Oder die Krankenversicherung. Und ohne Krankenversicherung sind die Aids-Medikamente leider zu teuer. Und der Zahnersatz. Und der Spruch "Genitalwarzen: das Noppenkondom der Natur" zieht bei Frauen auch nicht wirklich. Schade, netter Versuch. Du fliegst aus der Wohnung, aber nachdem die Gerichtsvollzieher mit Dir fertig waren, war eh nichts mehr von Wert übrig. Und wenn Du dann an der Haltestelle Boddinstraße stehst und Obdachlosenzeitungen verkaufst, kauf ich Dir eine ab.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:15pt;"&gt;Denn ich bin ja nicht nachtragend. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8821605587790441469?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8821605587790441469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8821605587790441469&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8821605587790441469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8821605587790441469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2010/08/der-schonste-tag.html' title='Der Schönste Tag'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-6950127808402082293</id><published>2009-11-19T18:42:00.001+01:00</published><updated>2009-11-19T18:42:26.954+01:00</updated><title type='text'>United States of Utopia</title><content type='html'>&lt;meta equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;title&gt;&lt;/title&gt;&lt;meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.1  (Win32)"&gt;&lt;style type="text/css"&gt; 	&lt;!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--&gt; 	&lt;/style&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="CENTER" lang="en-US"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;u&gt;&lt;b&gt;United States of Utopia&lt;/b&gt;&lt;/u&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Letzte Nacht träumte ich, es käme eine gute Fee zu mir. Sie sagte, ich hätte drei Wünsche frei. Und ich habe gesagt: „Ich wünsche mir Weisheit.“ &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Denn ich wollte die anderen beiden Wünsche sinnvoll nutzen. Und wie ich so darüber nachdenke, ist mir der zweite Wunsch klar: Bescheidenheit. Denn sonst würde mich der dritte Wunsch nie zufrieden stellen. Und als die Fee nach dem dritten Wunsch fragte, sagte ich:&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Stell Dir eine Welt vor, in der alle Menschen plötzlich über Nacht vernünftig werden. Eine Welt, in der die Menschen allesamt die richtige Balance finden. Das richtige Maß. Die richtige Mischung.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Das richtige Maß Toleranz zum Beispiel. Stell Dir eine Welt vor, in der wir keinen Unterschied mehr machen zwischen Hautfarben, Kulturen, Herkunftsland oder Geschmack. Warum sollten wir denn auch einen Unterschied machen? Jeder Mensch ist anders, und das sollten wir feiern, denn die Alternative wäre doch scheiße-langweilig. Stell Dir eine Welt vor, in der wir endlich die Gemeinsamkeiten zwischen Religionen zelebrieren, statt uns weiterhin wegen der paar kleinen Unterschiede zu diskriminieren, zu hassen oder zu töten. Eine Welt, in der wir einsehen, dass Menschen nun einmal unterschiedliche sexuelle Vorlieben haben, die alle gleichermaßen berechtigt sind und auf die wir sowieso keinen Einfluss haben. Solange alle Beteiligten bewusst und aus freiem Willen tun, was sie tun, und solange keiner leidet (es sei denn, er will), gibt es doch keine Probleme. Das einzige, was Schwule und Lesben tatsächlich gefährden, ist ein weiteres Anwachsen der Überbevölkerung auf der Erde.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Stell Dir vor, dass wir alle eine einheitliche Sprache entwickeln, so einfach, dass sie jedem so natürlich wie die eigene Muttersprache vorkommt, und doch so flexibel, dass jeder Witz, jedes Wortspiel, jedes Gedicht funktioniert und so elegant wirkt wie in der Sprache, in der sie ursprünglich verfasst wurden. Wenn alle Menschen das richtige Maß Disziplin besäßen, würden bald alle diese Sprache sprechen. Wir bräuchten keine Grenzen mehr. Keine Kriege. Das Geld, das unsinnig in die Rüstungsindustrie, in die Spionage oder in die Politik gesteckt wird, könnte für Bildung, für Forschung und Entwicklung benutzt werden. Tatsächlich bräuchten wir kein Geld mehr, wenn alle Menschen vernünftig wären. Sie würden alle über genau die richtige Mischung aus Ehrgeiz und Bescheidenheit verfügen. Es wäre eine Welt, in der alle täten, was immer sie können, so gut sie es können. In der jeder jeden Beruf lernen kann, den er will. Und alle würden bekommen, was sie brauchen, alles, was sie wollen, aber es wäre genug für alle da.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Wenn alle das gleiche Maß an Wissensdurst hätten, könnten wir die Erfindungen machen, die wirklich benötigt werden. Wir würden als ein Volk zusammen den Weltraum erkunden. Wir würden lernen, andere Planeten zu terraformen und unseren eigenen zu reparieren. Wir würden keine Atomkraftwerke mehr benötigen. Radioaktive Abfälle würden wie der restliche Müll gefahrlos auf molekularer Ebene auseinandergenommen, um wie Legosteine zu neuen Rohstoffen zusammengesetzt zu werden. Zu Nahrung. Zu frischem Wasser. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Wir würden Hungersnöte beenden. Alle Krankheiten ausrotten. Wir könnten Aids heilen. Parkinson. ADS. Einen Impfstoff schaffen gegen Krebs. Alzheimer. Schluckauf. Wir könnten eine neue, genetisch veränderte Form von Karies schaffen. Kariesbakterien, die sich von Essensresten, Zahnbelag und herkömmlichen Kariesbakterien ernähren, deren Ausscheidungen aber nicht wie bisher den Zahnschmelz angreifen, sondern stärken – und zugleich minzige Atemfrische produzieren. Oder Erdbeer.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Frauen würden nur dann schwanger werden, wenn sowohl sie als auch der potentielle Vater es aktiv wollen. Und es würde nicht mehr wehtun.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Stell Dir...“&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Und die Fee sagte: „Okay, okay, ich kann mir das alles vorstellen. Also gut. Ist das Dein letzter Wunsch? Dass die Welt über Nacht so wird?“&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Und ich sagte: &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„&lt;span style="font-size:130%;"&gt;Nein. Ich wünsche mir nicht, dass wir über Nacht so werden. Denn dann wüssten wir das alles gar nicht zu schätzen. Ich wünsche mir nicht, dass wir diesen Zustand jemals wirklich zu 100% erreichen. Denn damit kämen wir gar nicht klar. Nein. Ich wünsche mir, dass alle Menschen gemeinsam auf diese Utopie hinarbeiten. Denn nur so können wir jemals glücklich werden.“&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-6950127808402082293?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/6950127808402082293/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=6950127808402082293&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6950127808402082293'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6950127808402082293'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/11/united-states-of-utopia.html' title='United States of Utopia'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8667773190281295818</id><published>2009-10-11T21:20:00.001+02:00</published><updated>2009-10-11T21:21:16.747+02:00</updated><title type='text'>Selbstverliebt</title><content type='html'>&lt;div align="left"&gt;Das wird jetzt eine Reihe, vielleicht sogar ein ganzes Buch. &lt;strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="left"&gt;&lt;br /&gt;Selbstverliebt&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;2003.&lt;br /&gt;"Geh. Es funktioniert ja doch nicht."&lt;br /&gt;"Aber... ich liebe Dich."&lt;br /&gt;"Nein. Du liebst mich nicht. Du hast mich nie geliebt. Du liebst doch nur Dich selbst."&lt;br /&gt;Und mit diesen Worten wurde Claudia vor die Tür gesetzt. Es war die fünfte Beziehung in drei Jahren, die scheiterte. Eine Frau nach der anderen verliebte sich in sie, zog mit ihr zusammen, bloß um dann festzustellen, dass Claudia tatsächlich nichts und niemanden so sehr liebte wie sich selbst. Und so stand sie nun mal wieder mit ihrer Reisetasche, dem Rucksack und der kleinen Topfpflanze nachts im Regen an der Bushaltestelle. Und der Bus war gerade weg.&lt;br /&gt;Frustriert trat sie gegen die Scheibe der Haltestelle. Und da fiel etwas vom Dach. Eine Armbanduhr. Claudia zog sie an. Sie passte. Ein Ring war um das Ziffernblatt herum angebracht. Sie drehte ihn verspielt ein kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn. Und der Bus kam zurückgefahren, hielt, und dann fuhr er weiter rückwärts entgegen der Fahrtrichtung. Ein zweiter Bus kam und fuhr, und noch einer, und noch einer, dazwischen zahlreiche andere Autos, alle rückwärts. Es hörte auf, zu regnen, und es wurde wieder hell. Alles innerhalb weniger Sekunden. Claudia drehte sich um. Ihre Sachen, die sie auf die Sitzbank gestellt hatte, waren weg. Claudia kam ein Verdacht. Sie packte den Ring und drehte ihn in die andere Richtung. Autos und Busse fuhren jetzt wieder vorwärts, es wurde wieder dunkel, es begann zu regnen, und dann sah sie sich selbst mit Tasche, Rucksack und Pflanze auf die Bushaltestelle zukommen. Sie sah, wie sie die Uhr fand und verschwand. Ihre Sachen blieben, wo sie waren. Sie nahm die Sachen und brachte sie erst einmal zu ihren Eltern, wo sie immer blieben, bis Claudia wieder zu einer anderen zog. Dann ging sie in den Park, um weiter mit der Uhr zu spielen. Sie sprang drei Jahre in die Zukunft, nach 2006. Soweit sah alles unverändert aus. Sie vergewisserte sich, dass Deutschland nicht zurück zur D-Mark gewechselt ist und kaufte eine Zeitung. Es schien sich wirklich nichts geändert zu haben. Sie hob Geld von ihrer Bank ab, dachte kurz über die Zinsen nach, die man mit einer Zeitmaschine einstreichen konnte, machte dann noch zwei kurze Zeitreisen und staunte dann über die Nullen auf ihrem Konto. Dann ging sie erst einmal feiern. In ihre Lieblingsdisco. Es gab eine neue Türsteherin, die Claudia nicht erkannte. Sie sagte allerdings: "Deine Schwester ist schon drin", was Claudia etwas verwirrte.&lt;br /&gt;Sie betrat die Discothek, bestellte sich etwas zu trinken, ging zur Tanzfläche... und sah sich selbst. Eine etwas ältere Version von sich selbst, aber es war ja auch drei Jahre später. Die ältere Version lächelte ihr zu. Sie tanzten eine Weile zusammen. Die Musik war zu laut, um sich zu unterhalten, also holten sie sich nach einer Weile noch ein paar Drinks und gingen nach draußen.&lt;br /&gt;Dort angekommen, fragte Claudia ihr älteres Selbst aus.&lt;br /&gt;"Wie kann es uns denn zweimal geben?"&lt;br /&gt;"Du vergisst dieses Ding an Deinem Handgelenk. Ich hab auch eine. Ich bin älter als Du. Du wirst in den nächsten drei Jahren einiges erleben. Ich sage nicht zuviel, weil ich damals von mir auch nicht mehr erfahren habe, aber es wird eine schöne Zeit. Und eines Tages wirst Du dann zu mir und reist hierhin zurück."&lt;br /&gt;"Hmmm.,, Ich habe so eine Uhr. Du hast auch eine."&lt;br /&gt;"Dieselbe."&lt;br /&gt;"Funktioniert das auch mit anderen Sachen? Könnte ich einen Goldbarren, den ich hätte, zwei Minuten in die Vergangenheit schicken und hätte dann zwei? Weil... das könnte man ja eigentlich ewig machen und hätte unendlich viele Goldbarren, oder?"&lt;br /&gt;"Nein. Du hättest zwei. Aber nur bis zu dem Moment, in dem der Goldbarren in die Vergangenheit reist. Denn wenn er das nicht tut, wäre es ja immer nur einer gewesen. Er muss zurückreisen. Aber weil nur einer zurückreist, werden es nie mehr als zwei."&lt;br /&gt;"Verstehe ich nicht. Wieso können denn nicht einfach beide zurückreisen? Wären es dann nicht vier?"&lt;br /&gt;"Aber wie lange denn? Die zwei anderen müssten ja doch wieder zurück, damit es überhaupt vier werden können. Und einer muss zurück, damit es überhaupt zwei werden können. Sicher, vorübergehend kannst Du Dir so theoretisch viertausend Goldbarren oder mehr zusammenzeitreisen. Aber so oder so, am Ende bleibt immer nur einer übrig. Du kannst nichts dauerhaft vervielfältigen."&lt;br /&gt;"Hmmm... Ich schätze, das macht Sinn. Schade. Ich hätte gerne uns zwei dauerhaft vervielfältigt."&lt;br /&gt;"Wenn Dir vorübergehend reicht..."&lt;br /&gt;"Kann ich Dich überhaupt berühren? Ich hatte mal einen Film gesehen, in dem die gleiche Materie nicht zweimal den gleichen Raum beanspruchen kann."&lt;br /&gt;"Aber es ist doch nicht die gleiche Materie. Weißt Du, wieviele Hautteilchen Du jeden Tag verlierst? Wieviele Zellen Dein Körper abstößt? Die alle werden ersetzt. Wenn ich Dich berühre..."&lt;br /&gt;Die ältere Claudia berührte die jüngere an der Wange.&lt;br /&gt;"...dann passiert nichts. Da sprühen keine Funken."&lt;br /&gt;Die jüngere Claudia war anderer Meinung. Im Moment passierte eine Menge. Und ob da Funken sprühten. Und die beiden Claudias küssten sich.&lt;br /&gt;Die Türsteherin kam zufällig vorbei und schüttelte angewidert den Kopf.&lt;br /&gt;"Es ist okay, das ist kein Inzest. Wir sind überhaupt keine Schwestern," erwiderte Claudia lächelnd.&lt;br /&gt;Die beiden zogen zusammen. Sie lebten von den Zinsen auf dem Sparkonto, das die jüngere in der Vergangenheit eröffnet hatte. Claudias Exfreundinnen hatten Recht. Sie liebte sich selbst. Doch diese Liebe war ein duplizierter Goldbarren auf Zeit. Sie war nur vorübergehend. Irgendwann musste die jüngere Claudia in der Zeit zurückreisen, um die ältere Claudia zu werden, sonst könnte es diese Liebe nie geben. Je länger sie warteten, desto nachdenklicher wurden beide Claudias. Was würde passieren, wenn die jüngere nicht zurückreiste? Konnte man es wagen? Oder würde sich die ältere automatisch auflösen, retroaktiv aus der Zeit ausgelöscht? Nein, besser nur drei Jahre gehabt und dann verloren zu haben, als nie geliebt zu haben. Und schweren Herzens drehte die jüngere Claudia an ihrer Armbanduhr - und verschwand in die Vergangenheit. Ihr fiel der Abschied leichter. Sie hatte ja noch drei Jahre mit der Liebe ihres Lebens vor sich. Die Ältere hingegen nahm es bedeutend schwerer. Aber... auch sie hatte doch noch ihre Armbanduhr... Und kurz, nachdem ihr die Lösung einfiel, erschien sie auch schon: Eine dritte Claudia, aus dem Jahre 2028, die die gleiche wie die beiden anderen war - und doch eine andere. Älter. Erfahrener. Reifer. Eine, die bereits eine ältere Version von sich selbst neunzehn Jahre lang begleitet, geliebt und gepflegt hat, bis zu deren Tod. Und jetzt würde sie selbst gepflegt. Begleitet. Geliebt. Bis zu ihrem Tod. Eine schöne Vorstellung.&lt;br /&gt;Und die ältere Claudia legte ihre Armbanduhr ab und legte sie auf die Straße. Sie brauchte sie jetzt nicht mehr. Möge sie jemand anderem Glück bringen.&lt;br /&gt;Sie hatte ihres schon gefunden.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8667773190281295818?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8667773190281295818/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8667773190281295818&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8667773190281295818'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8667773190281295818'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/10/selbstverliebt.html' title='Selbstverliebt'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8450726184576270993</id><published>2009-09-21T02:04:00.004+02:00</published><updated>2009-09-21T02:19:13.969+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='finale'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='slam'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='nrw'/><title type='text'>Kurze Anmerkung in eigener Sache</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SrbGMLAhSbI/AAAAAAAAAC8/0Iq6Zqbng6c/s1600-h/Bild107.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SrbGMLAhSbI/AAAAAAAAAC8/0Iq6Zqbng6c/s320/Bild107.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5383708316983708082" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Achter!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8450726184576270993?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8450726184576270993/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8450726184576270993&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8450726184576270993'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8450726184576270993'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/09/kurze-anmerkung-in-eigener-sache.html' title='Kurze Anmerkung in eigener Sache'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SrbGMLAhSbI/AAAAAAAAAC8/0Iq6Zqbng6c/s72-c/Bild107.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-2930223014886822347</id><published>2009-08-28T16:38:00.002+02:00</published><updated>2009-08-28T16:45:38.094+02:00</updated><title type='text'>Acedia</title><content type='html'>Kurzes Intro: Das &lt;a href="http://sin-berlin.de/"&gt;S.I.N.&lt;/a&gt; in Berlin hat im Moment arge finanzielle Probleme. Was verdammt schade ist, weil es eine verdammt geniale Location an der Grenze zwischen Neukölln und Kreuzberg ist, in der ich unter anderem beim ersten &lt;a href="http://www.facebook.com/pages/The-Anti-Slam/120345962888"&gt;Anti-Slam&lt;/a&gt; mitmachen durfte. Und um den Laden zu retten, hat &lt;a href="http://www.paulsalamone.com/"&gt;Paul Salamone&lt;/a&gt; für heute abend den "&lt;a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=118920569661"&gt;Save the S.I.N.&lt;/a&gt;" Abend organisiert, bei dem Autoren, Sänger und andere Kleinkünstler gratis auftreten. Unter anderem bin ich auch dabei. Und weil das ganze ein Themenabend zu den Sieben Todsünden ist, habe ich dazu eine kleine Geschichte geschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a style="font-weight: bold;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Acedia"&gt;Acedia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Und Gott sprach: ES WERDE LICHT. Und es ward Licht. Und die, auf die dieses Licht fiel, waren verärgert und wuselten herum auf der Suche nach Deckung. Aber es gab keine Deckung, denn Bäume, Felsen, Tiere, all das war noch nicht erschaffen. Und sie sahen auf ins Licht, und sie verfluchten Seinen Namen. Und er nahm sie und sperrte sie in eine Büchse. Sie, die sieben Schwestern. Einst waren sie Nymphen: Superbia, die Schönheit. Luxuria, die Geborgenheit. Ira, das Temperament. Gula, der Genuss. Die Zwillinge Avaritia, Ehrgeiz, und Invidia, Wettstreit. Und Acedia, die Bescheidenheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Fall hatte sie verändert. Schönheit wurde Eitelkeit, Geborgenheit wurde Verlangen, Temperament wurde Zorn, Genuss wurde Maßlosigkeit, Ehrgeiz wurde Gier, Wettstreit wurde Missgunst. Und Bescheidenheit? Bescheidenheit blieb Bescheiden. Sie wollte damals sowieso nicht bei dieser Rebellion mitmachen, aber ihre Schwestern hatten sie mitgeschleift, es sei zu ihrem Besten. Von wegen. Und so saß Acedia nun mit im Gefängnis und litt. Ira regte ihren Zorn an ihr ab. Gula nahm ihr das Essen weg, Avaritia und Invidia alles andere. Was Luxuria mit ihr anstellte, wollt ihr gar nicht wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber dann kam der Tag, an dem Pandora die Büchse öffnete und das Unheil über die Welt brachte. Im Laufe der Jahrtausende waren die Nymphen zu Sirenen ausgewachsen, und davon zogen jetzt sechs los um die Welt zu unterjochen. Bloß eine blieb freiwillig in der Büchse zurück. Acedia. Die Bescheidene. Sie hatte ja alles, was sie brauchte. Was sollte sie in der Welt der Sterblichen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann kam Er. „WO SIND DEINE SCHWESTERN?“&lt;br /&gt;„Bin ich meiner Schwestern Hüter? Ich weiß auch nicht, die sind halt weg. Jetzt hab ich endlich meine Ruhe.“&lt;br /&gt;„DU WILLST DEINE RUHE?“&lt;br /&gt;Er packte sie zwischen Daumen und Zeigefinger, holte sie aus der Büchse und sprach: „SPERR DEINE SCHWESTERN WIEDER EIN, DANN HAST DU RUHE.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so zog Acedia los, um ihre Schwestern zu finden. Die erste war nicht zu übersehen. Superbia, die Eitle. Sie hatte sich einen Tempel bauen lassen, wo ihrer Schönheit gehuldigt wurde. Und sie schminkte sich. Und sie frisierte sich. Und sie erbrach sich. Und sie ließ unzählige Modedesigner Kleider für sie entwerfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Acedia sprach: „Warum die Mühe? Wärst Du nicht auch ohne Schminke, ohne Haarspray, ohne Pfauenfeder und ohne all diese Kleider die Schönste auf der Welt? Wenn Du mich fragst, ist der ganze Aufwand hier nur Zeitverschwendung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Superbia antwortete: „Aber wenn ich mir diese Arbeit nicht mache, macht sie sich vielleicht eine andere, und dann bin ich nicht mehr die Schönste auf der W... Moment, Du hast Recht, Schwesterherz. Das geht ja gar nicht. Nichts ist schöner als ich.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Acedia erwiderte: „In diesem Gefäß ist das einzige, was schöner ist als Du. Wenn Du das vernichtest, dann bist Du auf ewig die Schönste und brauchst Dir gar keine Mühe mehr zu machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was?“ fragte Superbia. „Schöner als ich? Nichts ist schöner als ich! Lass sehen!“ Und sie sprang in die Büchse. Und es stimmte. Nichts war schöner als sie. Und in der Büchse war... Nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Acedia schloss die Büchse und lächelte. Dann zog sie weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zweite Schwester war Luxuria, die Lüsterne. Auch sie hatte sich einen Tempel bauen lassen, in dem sie angebetet wurde. Und sie mühte sich tagaus, tagein ab, neue Reize, neue Kicks zu finden. Männer, Frauen, Greise, Kinder, Tiere, Pflanzen, vibrierende kleine Apparate in allen Formen und Farben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Acedia sprach: „Warum die Mühe? Warum suchst Du Dir einen sterblichen Partner nach dem anderen? Würde es nicht reichen, bis ans Ende aller Tage mit dem schönsten aller Wesen zusammen zu sein? Wenn Du mich fragst, ist der ganze Aufwand hier nur Zeitverschwendung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Luxuria antwortete: „Du hast Recht, Schwesterherz. Für mich ist das Beste gut genug. Und wenn ich das Beste habe, brauche ich mir die Mühe hier gar nicht mehr zu machen. Du hast das schönste Wesen da drin? Lass sehen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie sprang in die Büchse. Und es stimmte. Nichts war schöner als Superbia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Acedia schloss die Büchse und lächelte. Dann zog sie weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die dritte Schwester war Ira, die Zornige. Sie hatte sich keinen Tempel bauen lassen, sondern ließ Tempel zerstören. Auf ihren Befehl hin legten ganze Armeen alles in Schutt und Asche und wandten sich dann gegeneinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Acedia sprach: „Warum die Mühe? Warum machst Du Dir die Arbeit, all die Sterblichen Geschöpfe zu bestrafen? Wäre es nicht weniger Arbeit, Dir einen Unsterblichen zu suchen? Einen, den Du in alle Ewigkeit bestrafen kannst? Hier in der Büchse habe ich gleich zwei, und eine davon könnte Deine Strafen vielleicht sogar genießen. Und die andere? Die nicht.“ :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ira antwortete: „Du hast Recht, Schwesterherz. Wenn ich Unsterbliche bestrafen kann, brauche ich mir die Mühe hier gar nicht mehr zu machen. Und die hast Du da drin? Lass sehen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie sprang in die Büchse. Und es stimmte. Luxuria genoss Iras Peitschenhiebe. Superbia... nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Acedia schloss die Büchse und lächelte. Dann zog sie weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie lockte Gula in die Büchse mit dem Versprechen, darin den größten Genuss zu erleben. Wozu sich die Mühe machen und nach anderen Genüssen suchen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie lockte Avaritia in die Büchse mit dem Versprechen, darin das wertvollste Gut zu finden. Und darin war: Familie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie lockte Invidia in die Büchse mit dem Versprechen, dass Avaritia darin das wertvollste Gut besäße.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so war Acedia endlich wieder alleine und hatte ihre Ruhe. Doch ihre Reisen, ihre Abenteuer, hatten sie verändert. Sie war nicht mehr länger die Bescheidenheit. Nein, Acedia war die Faulheit geworden. Sie dachte kurz darüber nach, die Welt zu unterjochen, aber es war zuviel Aufwand. Aber dann passierte etwas unvorhergesehenes: Ohne die anderen Schwestern hatten die Menschen keine Sünden, aber auch keine Motivation mehr. Ohne das Verlangen, der Schönste zu sein, ohne Lust, ohne Zorn, ohne Hunger, ohne Gier, ohne Neid blieb den Menschen gar nichts anderes übrig als nichts zu tun. Und Faulheit regierte die Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Gott sah, dass es gut war.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-2930223014886822347?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/2930223014886822347/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=2930223014886822347&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2930223014886822347'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2930223014886822347'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/08/acedia.html' title='Acedia'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-5712872287562260197</id><published>2009-06-12T12:31:00.002+02:00</published><updated>2009-06-12T12:36:54.622+02:00</updated><title type='text'>Youtube</title><content type='html'>Nein, kein Gedicht oder Text &lt;span style="font-style: italic;"&gt;über &lt;/span&gt;Youtube. Stattdessen ein Video &lt;span style="font-style: italic;"&gt;bei &lt;/span&gt;Youtube vom &lt;a href="http://poetryslam.blog.de/"&gt;Poetry Slam in Moers&lt;/a&gt;, bei dem ich Ende Mai "Der Geist" gelesen habe. Gefilmt hat &lt;a href="http://www.myslam.de/slam-poet/1053/Sara%20Kritzler"&gt;Sara Kritzler&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cUcVxwNXMSE&amp;amp;hl=de&amp;amp;fs=1&amp;amp;"&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/cUcVxwNXMSE&amp;amp;hl=de&amp;amp;fs=1&amp;amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-5712872287562260197?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/5712872287562260197/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=5712872287562260197&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5712872287562260197'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5712872287562260197'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/06/youtube.html' title='Youtube'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-1242230483497879897</id><published>2009-05-24T13:32:00.003+02:00</published><updated>2009-05-24T13:57:58.366+02:00</updated><title type='text'>001 100 011</title><content type='html'>Ja, ich weiß, ich sollte diesen Blog häufiger aktualisieren. Aber ich komme im Moment zu nichts. Wenn ich nicht arbeite, bin ich auf Slams unterwegs (zuletzt bin ich in Berlin bei einem Slam mit "Wie sehr ich Dich mag" herausgeflogen, weil ich laut der Moderatorin darin Männer zu Vergewaltigung animieren soll, ich alter verkappter Frauenhasser...) oder treibe anderweitig meine Mitmenschen in den Wahnsinn. Aber egal. Hier ist ein neuer Text, extra für den heutigen Abend geschrieben, die &lt;a href="http://www.rosenkrieg-bonn.de/?m=200905"&gt;Stadtmeisterschaft in Bonn&lt;/a&gt;, wo ich mich nicht für die diesjährigen Deutschsprachigen Meisterschaften qualifizieren werde, weil die Kollegen Slammer mal wieder deutlich besser sind. Aber egal. Der Titel ist Binär, denn ein bisschen binär schadet nie sehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach so, und das ganze ist als Rap-Text gedacht. Die 001 100 011-Zeilen muss man sich als Chant vorstellen, der vom Publikum möglichst die ganze Zeit über als Rhythmus durchgehalten wird. Vier-Viertel-Takt, also quasi 001**100011*****. Aber gut jetzt, ich will Euch ja nicht ewig mit langweiligem Intro langweilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; font-weight: bold;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Auf der letzten Lan-Party ha'm wir ziemlich lang gezockt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;haben von morgens früh um acht bis in die Nacht um vier gerockt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;die ander'n schliefen, ich blieb wach, Red Bull hat meinen Schlaf geblockt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;und was ich dann gesehen hab, hat mich geschockt: &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Computer war'n noch immer angedockt, immer noch vernetzt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich war entsetzt: Die Rechner hatten Sex! Ehrlich, jetzt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;da tanzten Laptops topless Lapdance&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;zu Rap-Bands auf den Ipods von Mac-Fans.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich sah Sticks in USB-Slots von USB-Sluts,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;vier in einer drin - und da war noch mehr Platz&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;in dem USB-Bus auf der Datenautobahn&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;ungeschützter Verkehr ganz ohne Virenprogramm&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der nächste Akt der Hardcore-Hardware-Show&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;war Prozessorfellatio:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der Lüfter blies fies, aber was ich dann entdeckte - &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Wasserkühlung leckte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zwei alte Commodore, die machten langsam schlapp,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;sie fuhren hoch - und stürzten dann zusammen ab,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Vista-Kiste daneben hatte noch einiges vor,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;sie flirtete mit dem schärfsten HD-Monitor,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;sie verlor ganz entspannt und elegant ihr Gehäuse,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;ganz am Rand klickten um den Verstand sich zwei Mäuse,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;während die Vista-Kiste weiterstrippte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und dabei Pornofilme rippte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;001 100 011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Den Notfall bemerkte ich, weil Modems sich was zuschrien,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;ein 386er hatte einen Bluescreen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Er war zu alt - und als es ihn gepackt hat,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;hat er sich mit Viagra übertaktet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Das war zuviel für sein Motherboard, es qualmte und es stank,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;seine Festplatte wurde gerettet, Zuse sei dank.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Silicon Ally gebar ein Netbook, einen Sohn&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;und der Alte lebte weiter dank Reset-inkarnation.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich wurde wach, was für ein Graus, wer denkt sich solche Träume aus?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich war nie auf 'ner Lan-Party, und ich mach mir auch nichts draus.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Aber wenn ich d'rüber nachdenke, dieser geile Chor,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;der geht mir seitdem nicht mehr aus dem Ohr.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und der ging 001 100 011...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;An der Stelle kann dann das Publikum weitermachen, bis es keine Lust mehr hat. :)&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-1242230483497879897?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/1242230483497879897/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=1242230483497879897&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1242230483497879897'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1242230483497879897'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/05/001-100-011.html' title='001 100 011'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-6496997326596716566</id><published>2009-03-21T14:47:00.001+01:00</published><updated>2009-03-21T14:49:18.469+01:00</updated><title type='text'>Glaubenskrise</title><content type='html'>Und der zweite SF-Text für den Slam heute abend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Glaubenskrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bruder Benedikt war zwar gläubig, aber nicht dumm. Er wusste, dass die Welt nicht in sieben Tagen entstanden war. Er wusste, dass der Mensch nicht aus Lehm geformt wurde, sondern die Evolution den Homo Sapiens vom Einzeller über den Mehrzeller, über den Quastenflosser, die ersten Säugetiere und so weiter entwickelt hatte. Aber das hieß ja nicht, dass Gott nicht dahinter steckte. Immerhin gab es in der Evolution ja enorme Sprünge. Der am besten angepasste Organismus gibt sein Erbmaterial weiter. Aber wer, wenn nicht Gott, sorgte denn dafür, dass einzelne Organismen plötzlich besser angepasst waren? Dass sich so hochkomplizierte Gebilde wie ein Auge oder der Gleichgewichtssinn über zahllose Generationen hinweg entwickeln, lange bevor sie funktionieren und der Träger der jeweiligen Gene einen Vorteil durch sie erlangt? Wer, wenn nicht Gott, hat uns denn die Fähigkeit gegeben, miteinander zu kommunizieren und unser Wissen auszutauschen? War die Seele Teil der natürlichen Selektion?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, für Bruder Benedikt war eins klar: Auch wenn die frühen Kapitel der Bibel teilweise eher metaphorisch aufzufassen sind und mit den begrenzten wissenschaftlichen Mitteln der damaligen Zeit Antworten auf Fragen nach der Entstehung der Erde oder der einzelnen Arten bieten sollten, so zweifelte er nicht an der Wahrheit der späteren Bücher der Bibel. Er glaubte, dass Gott Moses half, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien und zum gelobten Land zu führen. Dass er zu Jonas, Jeremiah und Jesaja sprach. Dass er sich selbst als seinen Sohn zu uns schickte und opferte, um die Sünden der Menschen auf sich zu nehmen. Auch wenn Gott uns nicht wie einen Golem aus Ton formte, oder aus einer Rippe, so sind wir doch seine Kinder, nach seinem Bild erschaffen. Die Krone der Schöpfung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann sich also Bruder Benedikts Verwunderung vorstellen, als er eines Tages im Klostergarten ein metallenes Ei von der Größe eines Kleinwagens fand. Es war glatt und völlig gleichmäßig, Benedikt konnte keine Spalten, Scharniere oder Schrauben erkennen. Und doch teilte es sich in zwei Hälften wie eine Kinderüberraschung, als Benedikt vorsichtig näher kam. Der Inhalt des Objektes machte es nicht besser: Ein Lebewesen mit großem, halb durchsichtigen Kopf und zahllosen kleinen Tentakeln wie eine Qualle. Es hatte drei riesige Augen, gleichmäßig um den Kopf herum verteilt, und blinzelte ihn an. Auf der Ei-Innenseite leuchteten diverse Lichter und Bildschirme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bruder Benedikt blieb stehen. Er legte vorsichtig seinen Rechen zu Boden, damit das Wesen diesen nicht für eine Waffe hielt. Dann machte er das Kreuzzeichen, räusperte er sich und wandte das Wort an sein groteskes Gegenüber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kannst Du mich verstehen?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wesen reagierte nicht, blinzelte ihn bloß weiter an. Dann streckte es seine Tentakel aus und berührte damit unterschiedliche Schaltflächen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Mein Name ist Benedikt. Wer bist Du, und wo kommst Du her?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es brauchte noch ein paar Minuten, bis das Raumschiff genügend Sprachdaten von Benedikt gesammelt hatte, um rudimentär dolmetschen zu können. Dazu wandelte es Benedikts Fragen in Farben um, die einer der Monitoren anzeigte. Das quallenartige Wesen antwortete, indem sein Kopf in unterschiedlichen Farbtönen leuchtete, was das Schiff wiederum in für Benedikt verständliche Sprache umwandelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;NAME IST [unübersetzbar]. KOMME VON PLANET [unübersetzbar]. KOMME IN FRIEDEN. TEIL EINER GRUPPE WISSENSCHAFTLER. ZIEL NEUE PLANETEN FINDEN. DENN [unübersetzbar] ÜBERBEVÖLKERT. TELESKOP SAH DEINEN PLANET. EIN GROSSES LAND, REST WASSER, MÜSSEN NICHT [unübersetzbar]FORMEN. 300 MILLIONEN LICHTJAHRE MIT RAUMKRÜMMUNG ÜBERBRÜCKT. PLANET SIEHT AUS NÄHE UNERWARTET AUS.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Benedikt überlegte.&lt;br /&gt;"Wenn Dein Planet 300 Millionen Lichtjahre entfernt ist, dann haben Eure Teleskope 300 Millionen Jahre alte Bilder eingefangen. Das war ja noch vor den Sauriern!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;VERÄNDERUNGEN MIT EINGERECHNET, AUSMASS HAT TROTZDEM ÜBERRASCHT. KEIN ANDERER BEKANNTER PLANET HAT SICH SO SCHNELL ENTWICKELT WIE… ERDE. ERDENSPEZIES MACHT SCHRITTE INS ALL. HINTERLASSEN DABEI SCHROTT. ALTE TREIBSTOFFTANKS, SATELLITEN… BEI WIEDEREINTRITT AUS HYPERRAUM WURDE DAVON SCHIFF BESCHÄDIGT. KONNTE MIT RETTUNGSKAPSEL MEIN LEBEN RETTEN. BRAUCHE HILFE. BRAUCHE WASSER.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Benedikt griff nach der Gießkanne und lief zum Klosterteich. Dort angekommen, füllte er die Kanne mit Wasser und machte sich auf den Rückweg. Erst jetzt erholte er sich langsam von seinem Schock und zählte zwei und zwei zusammen.  Ein außerirdisches Lebewesen. Ein Wesen von einem anderen Planeten, mit Bewusstsein, mit der Fähigkeit zu kommunizieren. Und technisch weitaus fortgeschrittener als Menschen. Aber wie kann das sein? Hatte Gott uns nicht nach seinem Ebenbild erschaffen? Sind wir nicht seine geliebten Kinder? Aber wer waren denn dann die? Und davon mal abgesehen: Was wird denn passieren, wenn es bekannt wird, was hier im Klostergarten gelandet ist? &lt;br /&gt;Dies war eine zynische Welt, und es gab kaum noch Menschen, die an Gottes Liebe glaubten. Im Vatikan wurden schwer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen. Wenn jetzt bekannt würde, was Bruder Benedikt hier gefunden hat, gäbe es erst recht eine weltweite Glaubenskrise. Die Bibel erwähnt kein Leben auf anderen Planeten, also würde die breite Masse vermutlich einen Widerspruch sehen. Und in der aktuellen Zeit könnte das ein Widerspruch zuviel sein. Er musste den Außerirdischen irgendwie loswerden, bevor ein anderer Bruder ihn fand und womöglich die Medien verständigte.&lt;br /&gt;Er holte eine Bibel aus seinem Habit und schlug wahllos eine Stelle auf. Eine liebgewonnene Gewohnheit in Situationen, in denen Benedikt nicht weiterwusste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Psalm 139, 19 bis 22&lt;br /&gt;19Ach Gott, dass du den Gottlosen tötetest und die Blutgierigen von mir weichen müssten! 20Denn sie empören sich arglistig wider dich; deine Feinde erheben ihre Hand zur Lüge. 21Sollte ich nicht hassen, die dich, HERR, hassen, und keinen Abscheu empfinden vor deinen Widersachern? 22Ich hasse sie mit vollkommenem Hass, sie sind mir zu Feinden geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie konnte dieses groteske Geschöpf ein Werk Gottes sein? &lt;br /&gt;Er leerte die Gießkanne auf dem Rasen. Dann ging er zu dem kleinen Schuppen, in dem in den Wintermonaten der Grill gelagert wurde, um das Wasser in der Kanne mit flüssigem Grillanzünder zu ersetzen. "Du sollst nicht töten" bezog sich auf Menschen, nicht auf Tiere, folglich auch nicht auf dreiäugige Quallen aus dem Weltall.&lt;br /&gt;Er sprach noch ein Gebet und ging zurück zum Raumschiff. Mit Tränen in den Augen übergoss er das Wesen mit dem Inhalt der Kanne. Er wollte es nicht tun, aber es war der einzige Weg. Das Wesen leuchtete in den kräftigsten Farben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;NEIN. NICHT. [Unübersetzbar], HILFE!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Benedikt griff nach der Spitzhacke und erschlug den Besucher. Dieser blinkte noch einmal in den lautesten Farben auf und wurde dann langsam blass. Der Bordcomputer übersetzte sein Todesröcheln:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;GLAUBE AN [Unübersetzbar], VATER, ALLMÄCHTIG. SCHÖPFER VON HIMMEL UND [Unübersetzbar]. UND AN [Unübersetzbar], SEINEN EINGEBORENEN SOHN, UNSEREN HERRN…&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-6496997326596716566?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/6496997326596716566/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=6496997326596716566&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6496997326596716566'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/6496997326596716566'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/03/glaubenskrise.html' title='Glaubenskrise'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-2893693048334246865</id><published>2009-03-16T15:27:00.004+01:00</published><updated>2009-10-11T21:22:28.632+02:00</updated><title type='text'>Zwischen den Zeilen</title><content type='html'>Am 21.03. ist in Dortmund ein Poetry-Slam mit dem Thema "Science-Fiction". Und weil sich mein Umzug nach Berlin (voraussichtlich für insgesamt ein halbes Jahr oder so) noch ein bisschen verschiebt, werde ich da wohl antreten. Also habe ich zu dem Thema eine Kurzgeschichte geschrieben. Das aktuelle Hauptproblem ist, dass die Geschichte noch ein wenig lang ist. Mal sehen, vielleicht lässt die sich ja in zwei Hälften splitten. Egal, hier erst einmal die Rohversion:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;meta content="text/html; charset=utf-8" equiv="Content-Type"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 11"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 11"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:%5CDOKUME%7E1%5CMicha%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml"&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1 	{size:595.3pt 841.9pt; 	margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; 	mso-header-margin:35.4pt; 	mso-footer-margin:35.4pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: center" class="MsoNormal" align="center"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;b&gt;Zwischen den Zeilen&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: center" class="MsoNormal" align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;?xml:namespace prefix = o /&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Als Dominik Rakers auf dem Heimweg vom Schützenverein diese Uhr fand, ahnte er noch nicht, dass sie sein komplettes Leben verändern, ja, sogar letztlich beenden würde. Es war eine etwas altmodische Uhr, allem Anschein nach in den achtziger Jahren entstanden. Ein überdurchschnittlich großes Zifferblatt, ein Armband aus billigem Metall, und ein Ring um das Ziffernblatt herum, der Tauchern für gewöhnlich anzeigen soll, wie lange sie unter Wasser sind. Dominik hätte die Uhr besser liegenlassen, oder besser noch, zerstören sollen. Aber unwissend wie er war, hielt er den Fund für einen Glücksfall. Mit einem stolzen Grinsen band er sie um sein Handgelenk und hielt dieses an sein Ohr. Die Uhr tickte leise, aber regelmäßig. Dominik ging pfeifend nach Hause. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Im Flur glich er die Uhrzeit mit der auf seiner Funkwanduhr ab. Sie stimmte auf die Sekunde. Dominik ging in die Küche und setzte einen Topf mit Wasser für Spaghetti auf den Herd. Er stellte die Küchenuhr auf sechs Minuten, ging ins Wohnzimmer und nahm auf der Couch Platz. Erneut fiel sein Blick auf seine neue Armbanduhr. Eigentlich ein hässliches Ding, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul. Seine Finger fanden den Weg zu diesem Ring auf der Uhr. Etwas geistesabwesend drehte er ihn ein Stück im Uhrzeigersinn. Durch den Gestank, der plötzlich aus der Küche drang, fiel ihm nicht auf, dass die Zeiger der Uhr ihre Karussellfahrt beschleunigten, oder dass der Ring wie durch eine Feder wieder auf die Ausgangsposition zurückschnappte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Er raste in die Küche, der Nudeltopf war leer, vom Boden stieg ein beißender Rauch auf. Wie konnte das Wasser so schnell verkochen, er war doch keine zwei Minuten nebenan? Die Küchenuhr stand wieder auf Null und hatte doch nicht geklingelt… Er sah auf die Armbanduhr – er hatte eine dreiviertel Stunde verloren. Dominik nahm den Herd vom Topf, stellte ihn in die Spüle und drehte das heiße Wasser auf. Es zischte und qualmte. Der Topf war nicht mehr zu retten. Merkwürdig. Er schaltete den Herd aus und den Fernseher ein. Der Lotto-Jackpot war geknackt, aber der Gewinner hatte sich noch immer nicht gemeldet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;In der Nacht schlief Dominik nur schlecht, der Geruch des angebrannten Topfes hing immer noch in der Luft. Am nächsten Morgen überhörte er den Wecker und verließ das Haus eine halbe Stunde zu spät. Er eilte zur Bushaltestelle, blieb aber mit dem linken Arm an der Haustür hängen. Mit der rechten Hand befreite er die linke und merkte dabei gar nicht, dass er dabei wieder an den Ring seiner Uhr griff und diesen ein kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn drehte. Auch nahm er nicht die Person wahr, die hinter dem Auto seines Nachbarn hockte und ihn beobachtete. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Erneut schnappte der Ring unbemerkt zurück, erneut drehten sich die Zeiger – diesmal verkehrt herum. Dominik erreichte die Bushaltestelle und sah auf die Uhr. Er war zwei Stunden zu früh dran. War die Armbanduhr jetzt doch kaputt? Nein, ein Blick auf die Handyuhr bestätigte die Zeit. Ebenso die Kirchturmuhr auf der anderen Straßenseite. Dominik ging etwas ratlos zurück nach Hause, jetzt war ja doch noch Zeit für ein längeres Frühstück. Doch aus dem Schlafzimmer hörte er ein Schnarchen. Auf Zehenspitzen schlich er hinein, aber dort im Bett – lag er selbst. Er versuchte, sein schlafendes Ich zu wecken, aber ohne Erfolg. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Der wache Dominik schaltete den Wecker aus und setzte sich neben das Bett, um abzuwarten, was passiert. Doch er verlor die Geduld und ging in die Küche, um sich einen Apfel zu holen. Als er zurückkam, war das Bett leer, dafür drang das Geräusch von fließendem Wasser aus dem Bad. Dominik biss in den Apfel und verließ die Wohnung. Er wollte eine direkte Konfrontation jetzt doch vermeiden und sich zunächst einmal weiter beobachten. Das ganze war doch bestimmt sowieso ein Traum, und da sind solche plötzlichen Sinneswandel doch ganz normal.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Er duckte sich hinter das Auto vor der Wohnungstür und wartete. Siehe da, der andere Dominik verließ das Haus – und blieb mit dem Ärmel in der Haustür hängen. Déjà Vu. Dominik 1 beobachtete, wie Dominik 2 an sein Handgelenk fasste und dabei an der Uhr drehte – und verschwand. Dominik rechnete zwei und zwei zusammen: Er war jetzt doch wieder zu spät zur Arbeit. Es sei denn… Er sah auf seine Uhr. Er nahm den nächsten Bus zum Büro. Dort angekommen, sah er seine Uhr an. Er spielte damit herum. Er drehte den Ring im Uhrzeigersinn. Die Zeiger rasten vorwärts, und es dämmerte im Zeitraffer. Dominik drehte den Ring zurück – und sah zu, wie sich die Zeiger rückwärts bewegten – und die Zeit gleich mit. Dominik war noch nie so pünktlich wie heute. Mit einem Lächeln auf den Lippen betrat er das Firmengebäude. Er begann, die Möglichkeiten zu erkennen, die ihm die Uhr bot. Nach Feierabend fuhr er nach Hause und spulte wieder zum Vormittag zurück. Mit der Uhr hatte er jetzt soviel Freizeit wie er wollte. Mal was anderes… Er drehte den Ring bis zum Anschlag nach vorne. Mal schauen, was die nächsten Jahre so passiert. Es wurde dunkel und wieder hell, dunkel, hell, immer und immer schneller. Irgendwann ließ er los und sah, wie der Ring zurückschnappte. Er sah von der Uhr auf – und in den Lauf einer futuristisch anmutenden Handfeuerwaffe. Sein Instinkt übernahm, und er entwaffnete den alten Mann, der ihm gegenüberstand, im Handumdrehen. Wortwörtlich. Er richtete die Waffe auf den Großvater. Doch der zog blitzschnell eine weitere Pistole und richtete sie auf Dominik. Dominik drückte ab, ein-, zweimal. Der alte Mann ging zu Boden. Auch er drückte ab, aber die Pistole klickte nur.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Die Waffen – ich habe sie verwechselt. Aber wie…?" Blut lief aus seinem Mund, und er regte sich nicht mehr. Dominik sah sein Gegenüber genauer an. Dieses Muttermal auf der linken Wange kannte er doch. Das Bild, dass ihm täglich aus jedem Spiegel entgegensah, trug das gleiche auf der rechten. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Er zog dem alten Mann das Hemd hoch: Tatsächlich, die Narbe seiner Blinddarm-Operation. Er hatte gerade sich selbst getötet. Er sah sich um. Doch, das war immer noch seine Wohnung. Viel moderner und um einiges teurer eingerichtet, aber unverkennbar sein Stil. Er schaltete den riesigen Flatscreen-Fernseher ein, den er sich offenbar irgendwann kaufen würde und schaltete auf einen Sender mit Nachrichten. Laut dem Datum in der oberen rechten Ecke war er achtundvierzig Jahre in die Zukunft gereist. In achtundvierzig Jahren würde er sterben. Er griff an seine Uhr und reiste zurück. Immerhin hatte er jetzt achtundvierzig Jahre Zeit, seinen Tod zu verhindern.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Wieder zuhause, ging Dominik seine Optionen durch. Er musste die Zeit ändern. Aber kann man das überhaupt? Er wagte ein Experiment. Er spulte bis zum letzten Samstag zurück und betrat ein Lotto/Toto-Geschäft. Er schnappte sich einen Lottoschein und füllte ihn aus. Die Zahlen kannte er, denn die Ziehung in ein paar Stunden hatte er bereits vor ein paar Tagen gesehen. Die Quittung nahm er mit nach Hause. Jetzt müsste er sie nur noch so hinterlegen, dass sein jüngeres Ich sie findet. Er klebte den Zettel mit Tesafilm an seinen Badezimmerspiegel. Dann reiste er wieder zurück in die Gegenwart. Die Wohnung war unverändert. Er sah über das Internet nach seinem Kontostand. Im Minus, aber noch innerhalb seines Dispo-Rahmens. Sollten da nicht mehrere Millionen draufsein? Er ging zurück ins Badezimmer. Keine Quittung. Allerdings… war an der Stelle, an die er das Tesafilm geklebt hatte, nicht weniger Staub als darum herum? Er suchte das Badezimmer ab. Und siehe da: Unter dem Waschbecken fand er die Quittung. Der Kleber hatte scheinbar nicht gehalten, und der Zettel hatte sich abgelöst. Dadurch hatte sein jüngeres Ich ihn nicht gefunden. Aber… die Quittung war ja noch immer gültig. Er ging zum Lottoladen. Und gewann den Jackpot. 15 Millionen Euro. Und achtundvierzig Jahre Zeit zum Geldausgeben. Aber hatte er eigentlich etwas geändert? Schwer zu sagen. Vage fiel ihm die Nachrichtenmeldung vom Vorabend ein. Der Jackpot sei geknackt, der Gewinner habe sich aber noch nicht gemeldet. War er zu diesem Zeitpunkt bereits der Gewinner? Hatte er sich bloß nicht gemeldet, weil er die Quittung nicht auf dem Badezimmerfußboden gefunden hatte? Wenn er nicht zurückgereist wäre… hätte es dann überhaupt einen Jackpotgewinner gegeben? Er griff zu seiner Uhr und reiste wieder zu Samstag zurück, an einen Moment, kurz nachdem er die Quittung an den Spiegel geklebt hatte. Und siehe da: Sie war noch dort. Er zog sie ab und ging in die Küche, um sich einen anderen Ort dafür auszusuchen. Er klebte die Meldung an den Kühlschrank. Hier musste sie ins Auge fallen. Er drehte sich herum… und sah sich selbst. Okay, das ist der Beweis. Er konnte sich nicht daran erinnern, sich selbst in der Küche getroffen zu haben, also musste diese Szene neu sein.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Bevor Du Dich erschrickst, keine Sorge. Ich bin Du. Du bist ich. Ich bin aus der Zukunft gekommen, um Dir diesen Lottoschein zu g…"&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Halt die Klappe, das weiß ich alles selber. Das Wir von jetzt gerade ist nicht zuhause. Und ich bin ein halbes Jahr älter als Du. Hör zu. Du kannst hier gerne noch ein bisschen rumprobieren, aber eines habe ich festgestellt. Wir können die Zeit nicht verändern. Was geschehen ist, ist geschehen, wir erinnern uns ja daran. Und die Zukunft, die wir uns ansehen, wird genauso passieren. Wenn Du versuchen würdest, Hitler als kleines Kind zu töten, würde es nicht funktionieren. Denn Hitler hätte jedes Attentat überlebt. Er wurde erwachsen, er wurde Reichskanzler und GröFaz und riss halb Europa ins Verderben. All das ist wirklich passiert und steht in den Geschichtsbüchern. Es gibt genügend Zeitzeugen von damals, die sich genau daran erinnern. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wenn Du versuchst, ihn zu erschießen, würde Deine Waffe klemmen, oder die Patronen wären nicht in Ordnung. Du kannst die Geschichte nicht verändern. Denn von der Gegenwart aus ist sie ja bereits geschehen. Das bedeutet aber auch, dass alles, was Du bei einer Reise in die Vergangenheit tust, bereits geschehen ist. Und wenn man das ganze jetzt aus der Zukunft betrachtet, dann ist die Gegenwart bereits geschehen. Ändern kannst Du nur, woran sich niemand erinnern kann. Das, was zwischen den Zeilen der Geschichtsbücher steht. Wie der Lottogewinn. Es gab einen Gewinner, und das waren schon immer wir. Und der hat sich nicht gemeldet, weil wir es noch gar nicht wussten. Jeder Versuch, das zu verändern, wird scheitern. Denn hätten wir den Zettel vor der Uhr hier gefunden, dann würden wir zwei uns doch daran erinnern. Und würdest Du jetzt bis Montag springen und es dann versuchen, würde es auch nicht klappen. Vielleicht ist die Lottoannahmestelle geschlossen, oder Du würdest auf dem Weg dorthin von einem Auto angefahren und ins Krankenhaus gebracht, bis der Laden zu ist. Denn hätte ich den Zettel eingelöst, würden wir uns nicht an die Nachrichtenmeldung erinnern, der Gewinner habe sich noch nicht gemeldet."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Aber… was ist denn dann mit freiem Willen?"&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Oh, Du kannst Dich entscheiden, wie Du willst. Aber Du kannst nur so wollen, wie es das Schicksal will."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Schopenhauer. Der Mensch kann tun, was er will, aber nicht wollen, was er will."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Korrekt. Mit anderen Worten: Du kannst nichts ändern, von dem Du weißt, das es bereits passiert ist. Du kannst die Lottoquittung nur zurück unter das Waschbecken legen, damit Du sie am nächsten Mittwoch finden konntest. Und in einem halben Jahr wirst Du ich sein und an diesen Punkt in der Zeit zurückkehren, um mit Deinem jüngeren Selbst diesen Dialog zu führen."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Zeitreisegrammatik ist kompliziert. Aber was heißt das für unser Problem?"&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Alles, woran Du Dich erinnerst, ist bereits geschehen. Und das schließt eben leider auch den Teil der Zukunft ein, an den Du Dich erinnerst. Du hast also achtundvierzig Jahre Zeit, um 15 Millionen auszugeben. Aber sieh es positiv: Du weißt jetzt, wann Du stirbst. Das heißt auch, dass Du nicht vorher sterben kannst. Du gewinnst jede Runde Russisches Roulette. Du bist immun gegen alle tödlichen Krankheiten. Du wirst jeden Autounfall weitestgehend schadenfrei überleben."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Weitestgehend?"&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Na ja, hast Du unser altes Ich auf irgendwelche Glasaugen, Beinprothesen oder so etwas untersucht?"&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Ich verstehe."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Nein, noch nicht. Daran würde ich mich erinnern. Aber Du fängst langsam an, zu verstehen. Und in den kommenden Wochen und Monaten wirst Du immer mehr herausfinden, bis Du zu dem Wissensstand kommst, den ich habe."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Hmmm… okay. Hey, solange wir noch hier sind… Lust auf eine Partie Schach? Du wärst endlich mal ein gleichwertiger Gegner."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;"Nein, wäre ich nicht. Ich wüsste jeden Deiner Züge, weil ich ihn selbst schon gemacht hätte. Mach's gut."&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Und der ältere Dominik drehte an seiner Uhr und verschwand.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Achtundvierzig Jahre später. Dominik hatte ein langes und erfülltes Leben. Er hatte noch noch ein paar Mal im Lotto gewonnen, immer kleinere Beträge, damit es nicht auffiel. Er hatte äußerst gewinnbringend am Aktienmarkt spekuliert und ein Vermögen gemacht. Jahrzehnte lang hatte er das Leben in vollen Zügen genossen, hatte mit Drogen und Frauen experimentiert und alle Extremsportarten durchprobiert, die es gab. Doch je näher es auf seinen Todestag zuging, desto mehr Angst hatte er vor dem Tod. Und er begann, sich zu fragen, warum er überhaupt mit den Pistolen herumhantiert hatte, beziehungsweise herumhantieren wird. Sein künftiges Ich hätte doch ebenfalls wissen müssen, dass er als junger Mann auf einer Zeitreise sich selbst in vermeintlicher Notwehr töten würde. Sein jüngeres Ich hätte er doch gar nicht töten können, sonst hätte es ihn selbst doch gar nicht gegeben. Und eines Tages kam ihm die Idee.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Er steckte die eine Pistole ein, und wartete, mit der anderen Pistole auf den Punkt in seinem Wohnzimmer zielend, an dem sein jüngeres Ich sich gleich materialisieren würde. Der junge Dominik erschien, den Blick auf seine Uhr gewandt. Er sah sein älteres Selbst an, unwissend, wer ihm da gegenüberstand. Der alte Dominik wehrte sich nicht, als der junge ihm die Waffe entriss. Er hatte einen Plan. Er griff nach der zweiten Waffe und drückte ab. Klick. Klick. Der Junge schoss.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Der Alte ging zu Boden: "Die Waffen – ich habe sie verwechselt. Aber wie…?" &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Dann zerbiss er die Blutkapsel, die er in der Wange versteckt hatte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Der Junge untersuchte sein künftiges Selbst flüchtig und verschwand. Der Alte nahm die "Tatwaffe", die der Junge fallengelassen hatte, und entnahm die restlichen Platzpatronen. Er lächelte. Natürlich hatte er die Waffen nicht verwechselt. Den Satz hat er nur gesagt, weil er ihn als junger Mann von sich selbst gehört hatte. Den Teil konnte er nicht verändern. Er hatte nur auf das Einfluss, woran er sich selbst nicht erinnerte. Er hatte die Waffe doch nie untersucht. Er hatte stets angenommen, dass scharfe Munition darin war, aber zweifelsfrei gewusst hatte er das nicht.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Der alte Dominik Rakers lachte. Er lachte laut auf, er war dem Tod von der Schippe gesprungen. Er hatte keinen Timer mehr, der ihm ständig seine eigene Sterblichkeit vor Augen hielt. All die Jahre hatte er umsonst Angst vor diesem Tag gehabt. Er lachte, wie er noch nie zuvor gelacht hatte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size:14;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Dann griff er sich ans Herz. An das von jahrzehntelangem Drogenkonsum und übermäßigem Adrenalin arg in Mitleidenschaft genommene Herz. Das Herz, das nun aufhörte, zu schlagen. Er hatte den Tod besiegt und seine Todeszeit herausgezögert. Um genau sechzehn Minuten.&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-2893693048334246865?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/2893693048334246865/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=2893693048334246865&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2893693048334246865'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/2893693048334246865'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/03/pravention-arbeitstitel.html' title='Zwischen den Zeilen'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-113436376841042377</id><published>2009-02-21T01:05:00.004+01:00</published><updated>2009-02-21T01:17:05.495+01:00</updated><title type='text'>Valentinstag</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;J&lt;/span&gt;a, ich weiß, ich bin spät dran. Verklagt mich doch. &lt;span style="font-family:verdana;"&gt;O&lt;/span&gt;der spendiert mir 'ne eigene Internet-Flatrate. Geschrieben habe ich diesen Vierzeiler tatsächlich schon letzte Woche, vorgetragen habe ich ihn am Valentinstag selbst bei der Offenen Wunde von Christian Gottschalk, und damit ist diese Einleitung schon gefühlte fünf Mal so lange wie das Gedicht selbst. Mir egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;Ich liebte sie, ich liebte sie, ich liebte sie so sehr.&lt;br /&gt;Doch eines Tages sagte sie, sie liebte mich nicht mehr.&lt;br /&gt;Ich wollte mich gleich töten, doch hab es nicht gemacht.&lt;br /&gt;Das hätte sie zu sehr verletzt. Ich hab &lt;span style="font-style: italic;"&gt;sie &lt;/span&gt;umgebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Hmmm... Möglich, dass ich schon zu sehr in meiner Rolle drin war, die ich für &lt;span style="font-family:verdana;"&gt;K&lt;/span&gt;arneval einstudiert habe. Wer Interesse hat, dem gebe ich die Empfehlung, entweder am Rosenmontag um 20:00 zu &lt;a href="http://www.kgb-cologne.de/10.html"&gt;Kunst gegen Bares&lt;/a&gt; ins &lt;a href="http://www.severins-burg-theater.de/"&gt;Severins-Burg-Theater&lt;/a&gt; zu kommen oder am Veilchendienstag um 20:00 zu R&lt;a href="http://www.reim-in-flammen.de/"&gt;eim in Flammen&lt;/a&gt; in den &lt;a href="http://www.tsunami-club.de/"&gt;Tsunami-Club&lt;/a&gt;.&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);font-size:78%;" &gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);font-size:78%;" &gt;HahahaHaAhahahHaHaHAHHAHAHhHahaHahAHAHHAHaHaHaHaHaHAhaHaHahHHAHhahahahhahahaHaHAHaHaHaHAHAHAHAHAHhahaha&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-113436376841042377?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/113436376841042377/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=113436376841042377&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/113436376841042377'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/113436376841042377'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/02/valentinstag.html' title='Valentinstag'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-5963186179590080153</id><published>2009-01-23T23:52:00.003+01:00</published><updated>2009-01-24T03:23:50.817+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Englisch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mindcheater'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='English'/><title type='text'>Mindcheater</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Hab jetzt endlich mal was auf Englisch geschrieben. Und nein, das Ding ist nicht autobiografisch, erst recht nicht, was die Freundin im Gedicht betrifft. Ist zwar auch 'ne Fernbeziehung, aber da hören die Parallelen dann auch auf. Nur damit keiner auf falsche Ideen kommt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Mindcheater&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I'm a mindcheater, not a wifebeater,&lt;br /&gt;would you stop looking at me like that?&lt;br /&gt;When I see nice ladies I want to make babies,&lt;br /&gt;and I do it - but only in my head.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I'm a mindcheater, not a cheater,&lt;br /&gt;I don't know if it's my imagination or libido.&lt;br /&gt;When I see nice girls, it's something of a reflex,&lt;br /&gt;but I'd never cheat on my girlfriend with real sex.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I don't know, I guess my brain just works that way.&lt;br /&gt;It doesn't happen for a month, and then it happens every day.&lt;br /&gt;I will admit: Sometimes I even get an erection,&lt;br /&gt;but I always make sure it doesn't get any action.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I'm a mindcheater, not a wifebeater,&lt;br /&gt;would you stop looking at me like that?&lt;br /&gt;When I see nice ladies I want to make babies,&lt;br /&gt;and I do it - but only in my head.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I've got a long-distance thing, and whenever I meet her,&lt;br /&gt;I fear she will find out that I'm a mindcheater.&lt;br /&gt;There's nothing I can do, the images are in my head,&lt;br /&gt;what can I say, I'm a man and I'm not dead.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Last time I met my girlfriend, I had finally enough.&lt;br /&gt;I confessed and I'll be honest: Yeah, it was kinda tough.&lt;br /&gt;I dreaded the worst, but much to my surprise,&lt;br /&gt;she said she does the same - well, she does it with guys.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;She's a mindcheater, not a maneater,&lt;br /&gt;would you stop looking at her like that?&lt;br /&gt;When she sees nice guys she wants them between her thighs,&lt;br /&gt;and she has the, - but only in her head.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-5963186179590080153?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/5963186179590080153/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=5963186179590080153&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5963186179590080153'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5963186179590080153'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2009/01/mindcheater.html' title='Mindcheater'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-747669415360937974</id><published>2008-12-01T18:05:00.001+01:00</published><updated>2009-01-02T22:54:22.265+01:00</updated><title type='text'>Night before Christmas of the Living Dead.</title><content type='html'>&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt; Night before Christmas of the Living Dead.&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Kai-Uwe Schmottlach war der schlechteste Kaufhausweihnachtsmann der Welt. Dabei ist der Job als solches nicht wirklich schwer. Winken, mit tiefer Stimme „Ho! Ho! Ho!“ rufen, hinsetzen und ein paar Kinder fragen, was sie sich denn zu Weihnachten wünschen. Gute Kaufhausweihnachtsmänner erweitern die Standardphrasen wie „Bist Du denn auch brav gewesen“ gerne um etwas Kinder-Smalltalk nach dem Lieblingstier oder Berufswunsch, oder fragen, warum genau sich der neunjährige Justin mit den blauen Flecken am Arm denn statt einer Nintendo Wii oder einem Lego-R2D2 ausgerechnet waffenfähiges Plutonium wünscht. Andere Kaufhausweihnachtsmänner zeichnen sich durch ihr Aussehen aus: Dicke, weißhaarige Männer mit echtem Rauschebart und roter Nase, denen man den Santa Claus auch ohne Kostüm abnimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kai-Uwe Schmottlach hatte keine dieser Qualitäten. Er war schlank, groß, hatte wilde, rote Haare, Sommersprossen und eine unangenehm hohe Stimme, und seine Professionalität gegenüber den Kindern beschränkte sich darauf, keinen Ständer zu bekommen, wenn achtjährige Schülerinnen auf seinem Schoß platznahmen. Und das war es dann auch schon. Santa Kai-Uwe hörte den Kindern nicht zu, vergaß ihre Namen, beleidigte ihre Eltern, bohrte vor ihnen in der Nase, flitschte die Popel in die Menge, und sein Tourette-Syndrom manifestierte sich in un-kon-trol-lier-ten Be-we-gun-gen und spontan aus ihm herausbrechendem Pfeifen *flöt*.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Personalchef Manfred Linsenmaier stand allerdings vor einem Problem. Kai-Uwe Schmottlach war der Sohn des Kaufhausbesitzers. Er konnte die Vogelscheuche nicht einfach vor die Tür setzen, wenn er nicht bei der Gelegenheit selbst seinen Hut nehmen wollte. Natürlich hätte er die Sache dann vor Gericht bringen können, aber die Mühe war es ihm nicht wert. Immerhin war ja sowieso bald Weihnachten, und dann ist das Problem ja sowieso wieder für elf Monate aus der Welt. Und so wurde es zu einem täglichen Ritual, abends Schmottlach!!! in sein Büro zu zitieren, ihm eine Liste vorzulegen, was er heute wieder falschgemacht hat, ihm zuzuhören, wie er mit seiner Fistelstimme pfeifend Besserung – *flöt* - gelobte, bloß um am nächsten Tag alles noch schlimmer zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Samstags, kurz vor Weihnachten, war Linsenmaier dann irgendwann mit seiner Geduld am Ende. Wieder einmal zitierte er Schmottlach!!! in sein Büro, wieder einmal führte die Diskussion zu nichts. Mittlerweile hatte Schmottlach die Grenzen weit genug ausgelotet, um festzustellen, dass er aufgrund seines Familienstammbaums praktisch unkündbar war. Und so langsam machte ihn das größenwahnsinnig und ziemlich streitlustig. Er schnappte sich einen kugelrunden Briefbeschwerer und legte die Füße auf den Tisch und kippelte mit dem Stuhl, immer noch im Weihnachtsmannkostüm. Sehr zu Linsenmaiers Unwillen spielte er mit dem Briefbeschwerer herum, warf ihn ein Stück in die Luft und fing ihn wieder. Auf ein unwirsches „Legen Sie den Briefbeschwerer wieder hin!“ holte Schmottlach nur mit der Kugel aus und tat, als wollte er ihn Linsenmaier an den Kopf werfen. Linsenmaier war unbeeindruckt, ließ sich nichts anmerken, zuckte nicht zusammen. Schmottlach jedoch zuckte sehr wohl. Fast wäre ihm die Kugel aus der Hand geglitten, und der Briefbeschwerer wäre am Kopf seines Personalchefs gelandet. Gerade eben konnte er das Ding noch in der Hand behalten, dadurch verlor er allerdings sein Gleichgewicht und kippte mitsamt dem Stuhl um. Die schwere Glaskugel flog doch noch durch den Raum, allerdings gerade nach oben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krach! Schmottlach schlug mit einem dumpfen Knall mit dem Hinterkopf auf dem Fußboden auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krach! Die Kugel landete mitten auf seiner Stirn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schmottlach!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Kai-Uwe Schmottlach rührte sich nicht mehr.&lt;br /&gt;Manfred Linsenmaier geriet in Panik. Er versuchte, den Puls zu fühlen, aber da war nichts mehr. Eine klebrige Flüssigkeit lief aus Schmottlachs Kopf und färbte seine Nikolausmütze etwas dunkler. Linsenmaier ging die Fakten durch. Schmottlach wurde in seinem Büro durch seinen Briefbeschwerer getötet, an dem unter anderem seine Fingerabdrücke waren, und sämtliche Kaufhausangestellten wussten von seinem Problem mit Schmottlachs mangelndem Respekt, aber auch von Linsenmaiers Temperament. Das sah nicht gut aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hmmm... Alle anderen Angestellten hatten schon Feierabend. Und morgen ist Sonntag, da ist sowieso geschlossen. Vor Montag wird niemand Schmottlach vermissen, und selbst dann wird sich jeder denken, Schmottlach sei halt ein unzuverlässiger Drecksack. Linsenmaier merkte, er musste einfach nur die Leiche verschwinden lassen und alle Spuren beseitigen. Ist letztlich wohl sowieso die beste Lösung für alle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war zwei Uhr nachts. Auf dem Gelände hinter dem Atomkraftwerk vor der Stadt. Linsenmaier öffnete den Kofferraum seines Wagens und holte eine Spitzhacke und einen Spaten heraus. Er hob eine Grube aus, warf Schmottlachs Leiche hinein – immer noch im Weihnachtsmannkostüm – und schaufelte die Grube wieder zu. Hier würde ihn niemand suchen, hier würde ihn niemand finden. Und irgendwann mitte nächster Woche könnte er dann eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wie das Atomkraftwerk hinter ihm strahlte er vor Glück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Montag. Das Kaufhaus öffnete, Linsenmaier ging wie gewohnt zur Arbeit. Nachmittags sollte der Weihnachtsmannstand wieder geöffnet werden. Wie erwartet war Schmottlach nirgendwo zu sehen. Linsenmaier bestimmte einen Azubi als Aushilfsweihnachtsmann. Die Kinder bildeten eine Schlange, und alles verlief nach Plan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis Schmottlach auftauchte. Sein Weihnachtsmannkostüm war voller Blut, Erde und Grasflecken. Sein Blick war leer. Seine Bewegungen noch abgehackter als sonst. Er schlurfte langsam zu seiner Vertretung, sehr zur Verwunderung der Kinder. Dann öffnete er den Mund... und  biss seine Vertretung in den Kopf. Blut und Hirnmasse liefen ihm in Strömen über das Kinn, und das Schmatzen vertrieb selbst den blinden Jungen in der letzten Reihe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Linsenmaier war kurz gelähmt, dann kam ihm eine Idee. Was immer mit Schmottlach los war, er war zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Andererseits konnte sein Gehirn noch immer die Bewegungen steuern, zu Instinktverhalten war er fähig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Linsenmaier spitzte die Lippen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Flöt*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schmottlach reagierte. Langsam drehte er sich um, leckte sich das Hirn von den Lippen und antwortete:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Flöt*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit viel Geduld schaffte es Linsenmaier, eine rein auf Pfeifen basierende Kommunikation zu entwickeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Wochen später wurde Schmottlach Mitarbeiter des Monats. Er arbeitet jetzt am Schalter für Kundenbeschwerden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-747669415360937974?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/747669415360937974/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=747669415360937974&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/747669415360937974'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/747669415360937974'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/12/night-before-christmas-of-living-dead.html' title='Night before Christmas of the Living Dead.'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-1851111885150572430</id><published>2008-11-16T16:19:00.004+01:00</published><updated>2008-11-16T16:31:01.652+01:00</updated><title type='text'>Liebe hoch drei</title><content type='html'>So, ein kurzes neues Gedicht, das ich wohl heute abend im Blue Shell vortragen werde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;Liebe hoch drei&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Liebe im Quadrat hatte uns noch nie gereicht.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mindestens Liebe hoch drei, alles and're wär' zu seicht.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Gleich am ersten Abend hatten wir entdeckt, wir lieben uns kubik,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;alle Würfelseiten waren so perfekt wie bei Rubik.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Doch alles immer gleich ist auf Dauer auch nicht gut,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;also fassten wir uns irgendwann ein Herz und uns'ren Mut,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;und wir drehten mal hier und mal da an uns'rem Glück.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Gottseidank fanden wir stets zur Ausgangsposition zurück.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Irgendwann war uns dann die Perfektion auch nicht mehr heilig,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;immer nur das gleiche wird auf Dauer auch langweilig,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;und so schufen wir dann laufend neue Muster, neue Bilder,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;wir drehten und drehten, immer wilder und wilder.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Und dann kam plötzlich der Punkt, wir wussten nur noch verschwommen:&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Wie waren wir denn bloß in dieser Stellung angekommen?&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Wir verfolgten uns're Schritte zurück, soweit das dann ging,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;doch wir schafften es nicht zu dem Punkt, an dem alles anfing.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Mit viel Geduld schafften wir eine Seite, eine Schicht.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Doch sehr viel weiter kamen wir beim besten Willen nicht.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Natürlich haben wir an diesem Punkt nicht aufgehört,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;aber wir haben nur die erste Schicht wieder zerstört.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Es gabe einfach keinen Ausweg, wir konnten's deutlich sehen,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;für die alte Perfektion müssten wir auseinandergehen.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Man muss den Würfel auseinandernehm'n, um ihn zu reparieren.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Aber dass dann noch alles funktioniert, kann ich nicht garantieren.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Um ehrlich zu sein, will ich mich nicht mehr von Dir trennen.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Chaos gehört in 'ne Beziehung, davor kann ich nicht wegrennen.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Und sei'n wir ehrlich: Es gibt wieviel Kombinationen?&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Hmm... Dreiundvierzig komma zwei fünf Trillionen.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Ach, ich bin da zuversichtlich. Mit Geduld wird das schon geh'n,&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;irgendwann werden wir den Würfel auf den Ursprung zurückdreh'n.&lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;Wir haben doch genügend Zeit, da schaffen wir das sicher schon - &lt;/div&gt;&lt;div align="center"&gt;und dann genießen wir endlich wieder Perfektion.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-1851111885150572430?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/1851111885150572430/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=1851111885150572430&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1851111885150572430'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1851111885150572430'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/11/liebe-hoch-drei.html' title='Liebe hoch drei'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8060989088549953949</id><published>2008-10-27T17:58:00.003+01:00</published><updated>2009-07-22T01:43:17.323+02:00</updated><title type='text'>Unsichtbar</title><content type='html'>&lt;meta equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;title&gt;&lt;/title&gt;&lt;meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 2.3  (Win32)"&gt;&lt;style type="text/css"&gt; 	&lt;!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--&gt; 	&lt;/style&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gestern abend war ich beim &lt;a href="http://www.rosenkrieg-bonn.de/"&gt;Rosenkrieg&lt;/a&gt; in Bonn. In der Vorrunde wurde ich dritter, in Halbfinale ganz knapp zweiter (mit einem Punkt Vorsprung!), und obwohl es ein Dreierfinale wurde, konnte ich den zweiten Platz halten. Mein größter Erfolg bisher. In einer der Pausen erzählte dann Claas Neumann von einem Anti-Rassismus Slam in Essen Anfang November. Florian Cieslik erwähnte seine Lesebühne am Freitag abend, diesmal mit dem Thema Monster. Und beide Themen spukten mir dann auf der Rückfahrt durch den Kopf. Zu beidem hatte ich Ideen, und eine davon habe ich dann heute ausformuliert.&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm; text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Unsichtbar&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Hallo. Ich bin's. Erinnerst Du Dich an mich? Damals, als Du noch klein warst, war ich Dein bester Freund. Außer Dir konnte mich niemand sehen, aber das machte nichts. Wir hatten trotzdem viel Spaß zusammen. Ich war immer da für Dich. Ich habe mich mit Dir gefreut, wenn es Dir gut ging, ich habe Dich in den Arm genommen, wenn Du Angst hattest, ich habe Dich gekitzelt und alberne Witze erzählt, wenn Du Aufheiterung brauchtest. Wir haben zusammen Spiele erfunden und ganze Nachmittage damit verbracht, lustige Geräusche zu machen.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Deine Eltern haben es nicht verstanden. Sie konnten mich nicht sehen. Sie konnten mich nicht hören. Sie sagten, Du hättest Dir mich nur ausgedacht. Was soll das denn heißen, &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt;? Die wussten doch gar nicht, was „ausdenken“ bedeutet. Ausdenken ist ein aktiver Prozess, ein aus-dem-Kopf-heraus-denken. Ideen in Eure Welt hineinzudenken. Und gerade die Phantasie von Kindern ist der fruchtbarste Nährboden für Ideen. In den kleinen Kinderköpfen ist nicht genügend Platz für alle Ideen, und darum denken sie uns aus, in Eure Welt hinein. Und es ist eine perfekte Symbiose. Ihr denkt uns ins Leben aus und füttert uns mit Zuneigung, dafür sind wir Eure Freunde. Und es gibt eine ganze Menge von uns, nicht umsonst steckt das Wort „Nation“ in „Imagination“.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es war eine schöne Zeit. Wir bauten im Sommer Sandburgen und füllten sie mit Ideen. Im Winter schufen wir Schneemänner und lieferten uns Schneeballschlachten. Du hast meistens gewonnen.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Irgendwann haben uns Deine Eltern dann einen Hamster gekauft. Das heißt, gekauft haben sie ihn eigentlich nur Dir, damit Du auf andere Ideen kommst. Später waren es dann Deine Freunde aus dem Kindergarten, Dein erstes Fahrrad, Deine He-Man Figuren, Dein Gameboy... Und irgendwann dazwischen konntest Du mich nicht mehr hören, irgendwann konntest Du mich nicht mehr sehen, irgendwann hast Du nicht mehr an mich gedacht... Und irgendwann hast Du vergessen, dass es mich jemals gab.&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aber ich war noch da.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Weißt Du, wie das ist, wenn Du körperlos bist, unsichtbar und ohne hörbare Stimme? Wie das ist, wenn Dich niemand mehr beachtet? Wenn Dir keiner mehr Zuneigung schenkt? Das ist die Hölle. Ich wäre fast verhungert, wenn ich mich nicht von der Zuneigung ernährt hätte, die Du in andere Objekte investiert hattest. Deine Kuscheltiere, solange Du noch welche hattest. Deine Lieblingspullis und Comic-Hefte. Später dann Deine Pornos, Deine Wasserpfeife, das war eine harte Zeit. Es war keine&lt;span style="font-style: italic;"&gt; reine&lt;/span&gt; Zuneigung mehr, die Du in Deinen Besitz stecktest, es waren andere, weniger starke Gefühle. Aber es waren immer noch positiv geladene Gefühle. Irgendwann hörte auch das auf. Ich magerte stark ab. Wurde nur noch zu einem Schatten meines unsichtbaren Selbsts.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich begann, mich direkt von Deiner Phantasie zu ernähren. Du hast mir ja keine andere Wahl gelassen. Wenn Du Dir vorgestellt hast, Deinen Chef zu erwürgen, dann hat mir das geholfen. Wenn Du Dir vorgestellt hast, Deine Freundin mit einer anderen zu betrügen, dann hielt mich das am Leben. Aber all das veränderte mich. Meine Zähne wurden spitz, weil ich Dir diese Vorstellungen entreißen musste, weil Du mich nicht mehr freiwillig gefüttert hast. Meine Finger wurden lang und dünn, damit ich die Ideen besser packen konnte. Meine Augen begannen, gelb zu leuchten, weil ich mich unter Deinem Bett versteckte, um näher an Deinen Träumen zu sein. Oh, und Deine Träume... Der Stress in Deinem Beruf und in Deiner Beziehung machte Deine Träume finster, bedrohlich. Aber ich war jetzt selbst bedrohlich, und ich begann, Deine Alpträume genießen zu lernen. Negative Gefühle können genauso reichhaltig sein wie positive. Und es gibt sie so zahlreich.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Heute hast Du selbst Kinder. Und ich muss Dich beglückwünschen, ihre Phantasie ist wirklich köstlich. Ich verstecke mich jetzt unter ihrem Bett. Manchmal komme ich hervor und erschrecke sie, damit sie schlechter schlafen. Denn süße Träume schmecken mir schon lange nicht mehr. Manchmal machen sie sich sogar nass vor Angst. Diese Angst ist köstlich. Manchmal rufen sie Dich oder Deine hässliche Frau um Hilfe. Aber Du kannst mich schon seit Jahren nicht mehr sehen. Nur Deine Kinder können das noch. Und Du glaubst ihnen nicht. Wahrscheinlich kaufst Du ihnen dann bald einen Hamster. Oh, und wenn der dann eines Tages stirbt, dieser Schmerz, den Deine Kinder dann spüren werden...&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Da werde ich Monate von zehren können.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und irgendwann wirst Du dann Enkel haben. Und ich werde unter ihren Bettchen lauern. Und wenn dann eines Tages &lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; stirbst... Das wird ein Festmahl. Ich freue mich und danke Dir jetzt schon...&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SmZOcbJx0HI/AAAAAAAAACs/ZfYGlunwORI/s1600-h/Unsichtbar.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 219px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SmZOcbJx0HI/AAAAAAAAACs/ZfYGlunwORI/s320/Unsichtbar.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5361058656663228530" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8060989088549953949?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8060989088549953949/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8060989088549953949&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8060989088549953949'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8060989088549953949'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/unsichtbar.html' title='Unsichtbar'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SmZOcbJx0HI/AAAAAAAAACs/ZfYGlunwORI/s72-c/Unsichtbar.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-7281838448113972600</id><published>2008-10-22T00:19:00.003+02:00</published><updated>2008-10-22T00:36:43.988+02:00</updated><title type='text'>Ich will kein Mensch mehr sein</title><content type='html'>Ich komme gerade von der Lesebühne &lt;a href="http://www.poetrybites.de/"&gt;Poetry Bites&lt;/a&gt; nach Hause, einer Lesebühne mit gewöhnlich zwei "Hauptacts" und einem offenen Mikrophon im Anschluss (was mir die Möglichkeit gab, noch einmal &lt;a href="http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/wie-sehr-ich-dich-mag.html"&gt;Wie sehr ich Dich mag&lt;/a&gt; vorzutragen). Statt zwei Hauptacts gab es heute nur einen, nämlich die dreiköpfige Gruppe &lt;a href="http://www.myspace.com/grossraumdichten"&gt;Großraumdichten&lt;/a&gt;. Sehr sympathisch und sehr talentiert, klickt ruhig mal auf den Link.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück? Großartig, oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Pause gab es dann einen kleinen Wettbewerb. Moderatorin Anke Fuchs verteilte Zettel und Stifte, dann durfte jeder ein Gedicht schreiben. Einzige Vorgabe: Es mussten zwei von Großraumdichten bestimmte Wörter darin auftauchen. Die drei Scherzkekse entschieden sich für "Wadenkrampf" und "Wäschestrumpf". Ich habe die 15 oder 20 Minuten voll ausgenutzt und statt dem vorgeschlagenen Vier- oder Sechszeiler das hier formuliert:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ich will kein Mensch mehr sein&lt;/span&gt; (Erste Rohversion)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor circa zwanzig Jahren, da war ich noch ein Kind.&lt;br /&gt;Da hab ich mir gewünscht, dass meine Eltern gar nicht meine Eltern sind.&lt;br /&gt;Ich wollt' ein Alien sein, oder ein echter Schlumpf&lt;br /&gt;mit Pilzhütte im Wald und nicht größer als ein Wäschestrumpf.&lt;br /&gt;Ich war mir sicher, ich war mit dem Wunsch allein,&lt;br /&gt;aber ich wollte ganz einfach kein Mensch mehr sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschen führten Kriege mit Artillerie und Grabenkampf.&lt;br /&gt;Das fand ich so gut wie nachts um zwei 'nen Wadenkrampf.&lt;br /&gt;Menschen töten Menschen schon seit Abel und Kain.&lt;br /&gt;und ich? Ich wollt' kein Mensch mehr sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit zwölf oder dreizehn war ich immer noch hier,&lt;br /&gt;ich war immer noch Mensch, kein Werwolf oder Vampir,&lt;br /&gt;kein Mutant wie in den Comics, doch der Wunsch war noch mein:&lt;br /&gt;Ich wollte nach wie vor kein Mensch mehr sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute bin ich achtundzwanzig und find's immer noch nicht klasse,&lt;br /&gt;ein kleiner Teil zu sein der menschlichen Rasse.&lt;br /&gt;Doch vielleicht find' ich Gleichgesinnte, dann bin ich nicht mehr allein,&lt;br /&gt;und es wollen auch noch andere kein Mensch mehr sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;An der Stelle wurde mir dann der Zettel mit den entsetzten Worten "NICHT SO VIEL!!!" weggenommen. Insgesamt wurden zwei Gedichte von Großraumdichten in die engere Wahl genommen, das Publikum durfte dann per Applaus bestimmen, welches von beiden mit einem kleinen Preis ausgezeichnet wurde. Meins war nicht dabei. Und es ist ja auch noch etwas krude, hier und da rumpelt es noch, und das Ende kommt auch ein bisschen plötzlich. Aber jetzt kann ich mir ja mehr als eine viertel Stunde Zeit nehmen. Mal sehen, vielleicht wird ja noch etwas brauchbares daraus.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-7281838448113972600?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/7281838448113972600/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=7281838448113972600&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7281838448113972600'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7281838448113972600'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/ich-will-kein-mensch-mehr-sein.html' title='Ich will kein Mensch mehr sein'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-7254689269531188526</id><published>2008-10-13T19:25:00.002+02:00</published><updated>2008-10-13T19:31:37.124+02:00</updated><title type='text'>Wie sehr ich Dich mag</title><content type='html'>Letzten Samstag war ich wie bereits gesagt (ja, es irritiert etwas, dass die neuen Beiträge weiter unten sind und umgekehrt chronologisch sortiert werden) bei der Offenen Wunde im Low Budget zu Gastund durfte zehn Minuten reden. Eigentlich war mein Plan, etwas von der Lesebühne Basspoem (die ebenfalls weiter unten erwähnt wird, wie gesagt, wer das hier chronologisch lesen möchte, möge bitte beim untersten Beitrag anfangen) zu recyclen, aber andererseits wollte ich den Leuten, die da eventuell auch schon im Publikum saßen, etwas neues bieten. Und so schrieb ich ein romantisches Liebesgedicht, das man sich bitte mit sanfter, warmer, einlullender Stimme vorstellen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Wie sehr ich Dich mag&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hey Du, hallo, guten Tag.&lt;br /&gt;Ich wollte Dir nur sagen, wie sehr ich Dich mag.&lt;br /&gt;Du bist so süß wie Marzipan mit einem Zuckerwattekern,&lt;br /&gt;und ich habe Dich wirklich zum Fressen gern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe lange überlegt, wie soll ich Dir das sagen?&lt;br /&gt;Irgendwann fiel mir dann ein, Liebe geht doch durch den Magen.&lt;br /&gt;Und so lade ich Dich hiermit zu mir zum Essen ein.&lt;br /&gt;Nur Du und ich allein, bei etwas Wein und Kerzenschein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Gang ist Suppe, und das hat auch seinen Sinn,&lt;br /&gt;denn in Deiner Portion sind dann KO-Tropfen drin.&lt;br /&gt;Dieses festliche Menü hat einen absoluten Clou:&lt;br /&gt;Der erste Gang ist Suppe. Der zweite Gang bist Du.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deine Arme leg ich ein in Teriyaki-Marinade.&lt;br /&gt;Die servier ich aus dem Wok, mit einer Sesam-Panade.&lt;br /&gt;Dazu gibt es dann Reis, Bambusschoten und Lauch.&lt;br /&gt;Ich bin mir ziemlich sicher: So schmeckst Du Dir dann auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach widme ich mich dann Deinem linken Bein.&lt;br /&gt;Das lege ich in Chili-Ingwer-Honigsauce ein.&lt;br /&gt;Und wenn ich nach dem Sesam-Arm noch etwas essen will,&lt;br /&gt;werfe ich Dein Bein auf den schon vorgeheizten Grill.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dein anderes Bein wird von mir zärtlich amputiert,&lt;br /&gt;mit Brandteig umhüllt und in Kokosfett fritiert.&lt;br /&gt;Und außerdem hab ich jetzt auch genug von Deinem Blut,&lt;br /&gt;um Wurst daraus zu machen. Die schmeckt uns sicher gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam wird es draußen hell. Ist es wirklich schon so spät?&lt;br /&gt;Vor dem Schlafengehen wirst Du jetzt noch durch den Wolf gedreht.&lt;br /&gt;Und aus Deinem Fleisch, Du hast es vielleicht schon erraten,&lt;br /&gt;mache ich dann morgen einen leckeren Hackbraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte ich's nicht schon gegessen, würd' ich flüstern in Dein Ohr:&lt;br /&gt;"Jetzt bist Du mir so nahe wie noch nie jemand zuvor."&lt;br /&gt;Und in meinen Träumen antwortest Du dann, ganz aus dem Bauch.&lt;br /&gt;Du sagst nur vier Worte: "Ich liebe Dich auch."&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-7254689269531188526?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/7254689269531188526/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=7254689269531188526&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7254689269531188526'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7254689269531188526'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/wie-sehr-ich-dich-mag.html' title='Wie sehr ich Dich mag'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-8970140902019429337</id><published>2008-10-13T18:42:00.003+02:00</published><updated>2008-12-11T04:32:05.814+01:00</updated><title type='text'>Trip</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;Vor fünf Jahren bekam ich meinen ersten Vorgeschmack auf meine aktuelle Fernbeziehung, als meine Freundin für zwei Monate nach Vietnam flog und ich alleine zuhause blieb. Nach dem ersten Langweilen beschloss ich, die Zeit sinnvoll zu nutzen und einen Roman zu schreiben. Doch bald schlug Murphys Gesetz zu und alles, was schief gehen konnte, ging schief. Unter anderem ging der Prozessor in meinem Computer kaputt, auch ein zweiter hielt nicht länger als zwei Stunden durch. Aber jetzt bin ich ja nicht ganz blöd und hatte den Prolog natürlich auf einer Diskette (erinnert sich noch wer?) gespeichert. Und so schrieb ich dann erst einmal auf dem uralten Laptop weiter, den wir gebraucht gekauf&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;t hatten. Kurz darauf verschwand die Diskette, unmittelbar danach gab dann auch der Laptop endgültig den Geist auf. Ich hatte keine Lust, alles neu zu schreiben, geschweige denn von Hand.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;Als ich dann Jahre später einen neuen Computer hatte, schaffte ich es sogar, die Dateien zu rekonstruieren. Allerdings war ich mittlerweile in eine&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;r völlig anderen Stimmung und fand mich einfach nicht mehr in die Gedankengänge hinein, die ich damals hatte, als ich mit dem Buch anfing. Schade.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;Aber zurück zu Florian Ciesliks Lesebühne. Ich brauchte ja noch Material für weitere zehn Minuten. Und ich hatte keine Zeit mehr, um noch einmal komplett bei Null anzufangen. Also entschied ich mich, den Prolog zu meinem nie fertiggestellten Buch zu nehmen und massivst umzuschreiben. Der Originaltext war nämlich noch ungeschliffener, noch wirrer und hatte nichts mit Herbst zu tun.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;Mit dem fertigen Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden, und ich las es danach auch noch einmal bei der &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.lowbud.de/index.php?open=wunde"&gt;Offenen Wunde im Low Budget&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;. Übrigens die Veranstaltung, bei der mich das positive Feedback von freundlichen Menschen veranlasste, diesen Blog hier zu beginnen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;meta equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;title&gt;&lt;/title&gt;&lt;meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 2.3  (Win32)"&gt;&lt;style type="text/css"&gt; 	&lt;!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--&gt; 	&lt;/style&gt; &lt;p  style="margin-bottom: 0cm;font-family:trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;b&gt;TRIP&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p  style="margin-bottom: 0cm;font-family:trebuchet ms;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p  style="margin-bottom: 0cm;font-family:trebuchet ms;"&gt;Deine Augen schmerzen. Du kannst &lt;b&gt;nichts&lt;/b&gt; um Dich herum richtig scharf wahrnehmen, weil Deine Augen versuchen, &lt;b&gt;alles&lt;/b&gt; um Dich herum richtig scharf wahrzunehmen - &lt;b&gt;ALLES&lt;/b&gt; -  jedes Detail - &lt;b&gt;ALLES&lt;/b&gt; - jede Kleinigkeit - &lt;b&gt;ALLES &lt;/b&gt;- jede Einzelheit - &lt;b&gt;ALLES&lt;/b&gt; - &lt;b&gt;alles&lt;/b&gt; um Dich herum ist scharf. Du siehst die Flusen auf dem bunten, wollenen Hut des Rastafari am anderen Ende des Waggons, Du siehst den dunklen Haaransatz einer Frau, die sich vor drei Stunden die Haare blondiert hat. Du siehst die &lt;i&gt;exakt&lt;/i&gt; sechshundertneunundfünfzig einzelnen Regentropfen, die vom Stoff eines zugespannten Regenschirms abperlen und eine kleine, hässliche Pfütze vor den Füßen des Schirmbesitzers bilden. Deine Augen schmerzen immer noch. Du öffnest die versiegelte Limonadenflasche, die Du vor wenigen Minuten in einem unglaublich überfüllten Supermarkt gekauft hast, mit einem schmatzenden Knacken und setzt sie gierig an den Mund. &lt;b&gt;Durst&lt;/b&gt;.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;Kurzer Einschub: Die Rechtschreibprüfung meines Schreibprogramms bietet mir für „Limonadenflasche“ übrigens die folgenden Vorschläge:  &lt;/p&gt; &lt;ul style="font-family: trebuchet ms;"&gt;&lt;li&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="center" lang="fr-FR"&gt; 	Zitronenlimonade&lt;/p&gt; 	&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="center" lang="fr-FR"&gt; 	Sprudelflaschen&lt;/p&gt; 	&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="center" lang="fr-FR"&gt; 	Mischerflaschen&lt;/p&gt; 	&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="center" lang="fr-FR"&gt; 	Weinflasche und&lt;/p&gt; 	&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;" align="center" lang="fr-FR"&gt; 	Wärmflaschenkrieg.&lt;/p&gt; &lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;  &lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich, das macht ja auch alles deutlich mehr Sinn als «Limonadenflasche». Aber zurück zum &lt;span lang="fr-FR"&gt;&lt;b&gt;Durst. &lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="fr-FR"&gt;Du trinkst. Du trinkst. Du trinkst. &lt;/span&gt;Die süß-klebrige Limonade strömt in Deinen Mund, um durch hektisches Schlucken durch Deine Speiseröhre in Deinen Magen hinab transportiert zu werden. &lt;span lang="fr-FR"&gt;Du trinkst. Du trinkst. &lt;/span&gt;Deine Augen öffnen sich und Du siehst eine Kakerlake, die in der Flasche gefangen war - wie ist die denn da reingekommen - wie sie immer näher auf Deinen Mund zuschwimmt, wie sie durch den Sog in ihn hineingezogen wird. Du spuckst das Mistvieh wieder aus und wunderst Dich darüber, dass sie nicht an der Limonadenoberfläche am anderen Ende der Flasche trieb.  &lt;/p&gt;  &lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Alle sehen Dich an. ALLE SEHEN DICH AN. &lt;/p&gt; &lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p  style="margin-bottom: 0cm;font-family:trebuchet ms;" align="right"&gt;Der Zug hält und Du verlässt den Waggon. Du gehst die Rolltreppe hoch und bist Dir sicher, alle Fahrgäste hinter Dir über Dich lachen zu hören. Scheiß drauf. Du hast andere Probleme. Deine Augen schmerzen.&lt;span lang="en-US"&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;Du beeilst Dich, weil Du Deinen Anschlusszug ankommen hörst. Du erreichst das andere Gleis und stellst fest, dass kein Zug gekommen sein kann und dass laut der Digitalanzeige in den nächsten drei Minuten auch gar kein Zug kommen wird. Ein nasser Hund bellt Dich stinkend an. Sein genauso nasses, aber nicht ganz so sehr stinkendes Herrchen ist verwundert, weil der Hund sonst immer vollkommen brav i&lt;/p&gt;&lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;" align="right"&gt;st und nie jemanden anbellt, das ist ein ganz lieber. Aber Dich bellt er an als seist Du der&lt;b&gt; Teufel&lt;/b&gt;. Bist Du der &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;? Vielleicht bist Du der &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Deine Bahn kommt. Feuchte, braune Blätter kleben an der Scheibe wie schlaffe Verkehrstote aus dem Reich der Botanik. &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Die Bahn hält. Die Türen öffnen sich. &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Du wirst von dem Gedränge auf dem Gleis in die Bahn hineingedrängt. &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Hoffentlich lassen sie Dich gleich wieder raus. Du musst nur eine Station weit fahren. &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Die Bahn fährt mit einem unregelmäßigen Ruckeln los, das schnell zu einem regelmäßigen Rattern wird.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="right"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center" lang="it-IT"&gt;Ratter.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center" lang="it-IT"&gt;Ratter.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center" lang="it-IT"&gt;Ratter.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center" lang="it-IT"&gt;Ratter.&lt;/p&gt;  &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center" lang="it-IT"&gt;Ratter.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span lang="it-IT"&gt;Wie ein Blitz von der Oberleitung der Straßenbahn trifft Dich eine zugegebenermaßen etwas ungenaue Erkenntnis: Etwas wird passieren. &lt;/span&gt;Du spürst es. Etwas wird passieren. Vielleicht wirst Du sterben. Etwas wird passieren. Das Gefühl ist unb&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;eschreiblich. All Deine Sinne schalten noch einmal einen Gang höher, überladen fast Dein System&lt;span lang="en-US"&gt;&lt;i&gt;.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="en-US"&gt; &lt;/span&gt;Deine Augen schmerzen. Deine Haut fühlt sich &lt;i&gt;plump&lt;/i&gt; an, wie die Haut eines Fremden. Wie die Haut eines Toten. Du kannst nichts mehr schmecken, nicht mehr den Nachgeschmack der Limonade, nicht einmal mehr die verfickte Kakerlake. Wo ist eigentlich die &lt;i&gt;Wärmflaschenkrieg&lt;/i&gt; hin? Memo: Neues Schreibprogramm besorgen. Du spürst, wie Du schwitzt, doch kein Schweiß dringt nach außen. Etwas wird passieren. Du steigst aus. Du gehst die Treppe hoch und Du weißt: Etwas wird passieren. Dir dringt die kühle und noch immer etwas feuchte Herbstluft entgegen. Argwöhnisch beäugst Du die vorbeifahrenden Autos. Vielleicht wird eines nicht bei rot halten und Dich überfahren, während Du in Deiner Grünphase die Straße überquerst? Etwas wird passieren. Vielleicht mac&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;hen Deine Lungen schlapp? Wie viele von Deinen billigen Menthol-Zigaretten hast Du heute geraucht? &lt;b&gt;Zu viele&lt;/b&gt;. Etwas wird passieren. Vielleicht hält das auch Dein Herz nicht mehr aus und Du stirbst einen qualvollen &lt;b&gt;Tod&lt;/b&gt;, zitternd und zappelnd auf dem regennassen Asphalt. In Deinem noch immer andauernden Anflug von visuellem Autismus nimmst Du jedes Detail Deiner Umgebung gleichzeitig wahr und kannst die einzelnen Informationen nicht mehr nach Wichtigkeit sortieren. Baum ohne Blätter. Mann mit aufgespanntem Regenschirm. Baum mit ein paar einzelnen braunen Blättern. Grell angeleuchtete Reklameschilder eines Supermarktes. Dicke Frau mit rosa Pudel. Wo kommt die denn her, die hattest Du doch das letzte Mal vor drei Stunden gesehen, am anderen Ende der Stadt und danach nicht mehr. Nein, doch nicht, ist erst wenige Minuten her, die saß mit Dir in der U-Bahn und war Zeugin Deines&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt; Kakerlakenunfalls. Dein Zeitgefühl hat sich schon vor einer ganzen Weile verabschiedet, aber wann? Der surreale rosa Hund ist ruhig, er bellt nicht, er knurrt nicht. Vielleicht bist Du doch nicht der &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt;. Du hörst drei Häuserblocks entfernt ein Handy klingeln. Deine Nackenhaare richten sich auf. Etwas wird passieren. Wäre das ein Film, würde alles anfangen, sich zu drehen, doch das tut es nicht, denn es ist kein Film. Die Wolken reißen kurz auf, gerade weit genug, damit Dir die Sonne direkt ins Gesicht scheinen kann, was sie natürlich auch sofort tut. Deine Laune hebt sich nicht. Deine Augen schmerzen. Wieder dieses Handyklingeln. Verdammt, geh doch endlich ran. Handyklingeln. Das Geräusch bohrt sich in Dein Gehirn, penetriert Deine Synapsen und beißt sich in Deinen Schmerzzentren fest. Irgendein billiges Pop-Geträller aus Deinem Radiowecker heute morgen bohrt sich zurück &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;in Deinen Gehörgang wie ein&lt;span lang="en-US"&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;b&gt;Ohrwurm &lt;/b&gt;&lt;span style=""&gt;aus dem vierten Kreis der Hölle&lt;/span&gt;. Deine Augen schmerzen. &lt;b&gt;Ohrwurm&lt;/b&gt;. Du entscheidest Dich, noch eine Menthol-Zigarette zu rauchen. &lt;b&gt;Ohrwurm. &lt;/b&gt;Die Ampel schaltet auf grün, während Du noch Dein Feuerzeug herauskramst. &lt;b&gt;Ohrwurm.&lt;/b&gt; Du bist unbeschreiblich müde. &lt;b&gt;Ohrwurm. &lt;/b&gt;&lt;span style=""&gt;Halbkahler&lt;/span&gt;&lt;b&gt; &lt;/b&gt;Baum. Nasses Straßenschild. Kirchturm. Baum. Ampel. Grün. Grün? Grün. Du betrittst die Straße und die Ampel springt sofort auf rot um. Jetzt wird es passieren. Jetzt gleich fährt eines der wartenden Autos zu früh los und nimmt Dich einige Meter auf der Kühlerhaube mit, bevor Du unter die dreckigen, nassen Räder gerätst und Deine Menthol-Zigarette den Tank in Flammen aufgehen lässt.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;Die daraus resultierende Explosion wird noch drei Häuserblocks entfernt zu hören sein und der Scheißkerl mit dem Handy wird vor Schreck verstummen, weil ihm &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;die Boulevard-Presse eingetrichtert hat, dass an jeder Ecke islamistische Terroristen warten, die sich mit Freuden selbst in die Luft sprengen würden, bloß um seinen haarigen Protestantenarsch mitzunehmen und seine Eingeweide bis nach Mekka zu blasen. DEINE Eingeweide werden nicht weit fliegen, denn sie werden vorher vom Feuer geröstet. Deine Haare werden sich kräuselnd zusammenziehen und stinken. Deine schicke und viel zu teure Schweizer Plastikarmbanduhr wird mit Deinem Handgelenk verschmelzen. Deine Augen werden ein letztes Mal brennen und danach nie wieder – für immer. Du erreichst die andere Straßenseite, die Ampel für die Autos springt auf rot/gelb um. Du fühlst Dich schweißgebadet, aber Du bist knochentrocken – und nebenbei unversehrt auf der anderen Straßenseite angekommen. Wie hast Du das trotz Deiner hundertprozentig zuve&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;rlässigen, vollkommen planlos selbst aufgestellten Prophezeiung überlebt? Glück? Zufall? Schicksal? Die Hand Gottes? Dann &lt;i&gt;kannst&lt;/i&gt; Du nicht der &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt; sein. Aber was, wenn Du der &lt;b&gt;Teufel&lt;/b&gt; &lt;i&gt;bist&lt;/i&gt; und Dich Gott nur in falscher Sicherheit wiegen will? Jahaaa, einen Humor hat der, göttlich... Aber nicht mit Dir. Du drehst Dich auf dem Absatz herum und gehst wieder zurück auf die Straße, dem Verkehr und allen roten Ampeln dieser Welt zum Trotz. Entweder Du &lt;i&gt;bist&lt;/i&gt; der Teufel, dann können Dir die Autos nichts. Oder Du bist &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; der Teufel, in dem Fall wird Gott seine Hand über Dich halten und Dich beschützen. Wenn Du es eben bei gerade-noch-grün geschafft hast, dann jetzt bei schon-lange-rot doch erst recht, ist doch logisch. Der zuckerwattefarbene Pudel bellt. Das Handy klingelt wieder - verdammt, geh doch endlich ran, Du Wichser! Deine Augen schmerzen. Die Stoßsta&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;nge eines Golfs bricht Dir mit einem schmatzenden Knacken Deine Unterschenkel. Sekundenbruchteile später knallt Dein Schädel gegen die regennasse  Windschutzscheibe, ein Scheibenwischer bohrt sich in Dein rechtes Auge und sucht sich abenteuerlustig, aber doch zielsicher seinen Weg durch Deinen Kopf. Du kannst durch Deinen eigenen Kopf hindurchgucken. Deine Augen schmerzen. Deine immer noch glühende Zigarette rollt dem immer noch kläffenden Pudel vor die immer noch rosanen Vorderpfoten. All Deine Sinne sind noch immer bis auf's äußerste geschärft. Es ist wie ein schlechter Trip, dabei hast Du niemals Drogen genommen. Außer Deinen Menthol-Zigaretten, natürlich. Wieso rauchst Du eigentlich noch immer? &lt;span lang="en-US"&gt;&lt;i&gt;Guns don't kill people, cigarettes kill people&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="en-US"&gt;. &lt;/span&gt;Zeit, mit dem Rauchen aufzuhören. Für immer. Du rutschst von dem Scheibenwisc&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;her in Deinem Kopf herab und fällst auf die von kleinen, braunen Blättern übersäte Straße.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-family: trebuchet ms;" align="center"&gt;Deine Augen schmerzen.  &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nachtrag, 11.12.2008&lt;br /&gt;Weil der Pretty Poetry Slam vorgestern in Düsseldorf spontan zu einer Lesebühne umfunktioniert wurde, ließ sich Kassenwart Janosch Jauch von Moderator Denis Seyfarth dazu überreden, zu einigen der vorgetragenen Texte Illustrationen anzufertigen. Das Ergebnis siedelt sich irgendwo zwischen Ralph Steadman und Fil an und sieht so aus:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;p face="trebuchet ms" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SUCJHffIrYI/AAAAAAAAACc/ZBk5WJ0GaxY/s1600-h/SANY0002.JPG"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 240px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SUCJHffIrYI/AAAAAAAAACc/ZBk5WJ0GaxY/s320/SANY0002.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5278369525082402178" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt; Vielen Dank noch einmal. War ein großartiger Abend.&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-8970140902019429337?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/8970140902019429337/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=8970140902019429337&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8970140902019429337'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/8970140902019429337'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/trip.html' title='Trip'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SUCJHffIrYI/AAAAAAAAACc/ZBk5WJ0GaxY/s72-c/SANY0002.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-3233139033745608988</id><published>2008-10-13T18:29:00.003+02:00</published><updated>2008-10-13T19:12:15.269+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Basspoem'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Geist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ronin Studios'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Steinhövel'/><title type='text'>Der Geist</title><content type='html'>&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;Es folgt ein langes Intro zu einer noch längeren Geschichte. Dafür spare ich mir diesmal das Nachwort.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;2005 arbeitete ich in einer Berliner Videothek, unter anderem mit einem Kollegen namens Marc. Marc hatte gerade sein Graphikdesign-Studium beendet und brachte immer mal wieder eine Mappe mit seinen Zeichnungen mit. Und verdammt, waren die gut. Stilistisch irgendwo zwischen &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.40ozcomics.com/"&gt;Jim Mahfood&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt; und &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.allenspiegelfinearts.com/crazyfish/index.html"&gt;Scott Morse&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;, mit starkem Grafitti-Einfluss... Ich nahm mir fest vor, irgendwann mit ihm ein Comic auf die Beine zu stellen. Und die Gelegenheit kam dann auch recht bald: Der Independent-Verlag &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.ronin-studios.com/index.php"&gt;Ronin Studios&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt; plante eine Anthologie zum Thema Zweiter Weltkrieg. Denn wie gesagt, es war 2005, und die Kapitulation Deutschlands jährte sich zum sechzigsten Mal. Ich pitchte ein paar Sachen, dabei kam dann heraus, dass es schon zu den meisten Genres Vertreter im Heft gab. Bloß noch nichts zum Thema Horror. Ich beschloss, eine Geistergeschichte zu schreiben. Und ja, an der ist wirklich jedes Detail erfunden, Ähnlichkeiten zu mir und meiner Familie sind nicht vorhanden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;Ich schrieb also eine kurze Geschichte, dampfte sie auf vier Seiten ein (denn den Druck mussten wir selbst bezahlen, aber der Erlös ging zumindest an einen wohltätigen Zweck, Kriegswaisen in Afghanistan, wenn ich mich richtig erinnere) und schickte das Script an Ronin. Nachdem es keine inhaltlichen Einwände gab, drückte ich Marc das Script in die Hand und ließ ihn zeichnen, ich glaube, er hatte einen Monat dafür Zeit. Schon ein paar Tage später hatte ich die erste Seite in der Hand. Und sie war hervorragend, besser als ich es mir vorgestellt hatte. Bald kam die zweite Seite, die ebenfalls recht gut war, irgendwann folgte die dritte Seite, bei der ich ein paar Kleinigkeiten auszusetzen hatte. Ich sagte Marc, was genau mich störte, und er zog ab. Und dann verging einige Zeit. Irgendwann hatte ich Marcs ersten Entwurf für die vierte Seite in der Videothek liegen, aber Marc selbst war völlig von der Bildfläche verschwunden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;Ich schickte die Seiten so, wie sie waren, an Ronin, und die sagten mir ganz klar, dass die Seiten so nicht gedruckt werden könnten. Ich schaffte es, noch etwas Zeit herauszuschinden, konnte aber Marc nicht erreichen. Ich erfuhr, dass er gerade umzog, hatte aber weder seine neue Adresse noch die neue Telefonnummer. Und sein Handy war kaputt oder anderweitig nicht erreichbar. Mir blieb bloß übrig, ihm Nachrichten in der Videothek zu hinterlassen, aber auch da gab es keine Rückantwort, und im Dienstplan tauchte er einige Wochen nicht auf. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;Ich weiß immer noch nicht, was Marc damals durchgemacht hat, jedenfalls war dann irgendwann Redaktionsschluss, und die Seiten waren immer noch nicht fertig. Das Heft ging ohne unsere Geschichte in Druck und schaffte es Gerüchten zufolge irgendwann sogar in die Hände von &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.alanmoorefansite.com/"&gt;Alan Moore&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;Drei Jahre später fragte mich &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.floriancieslik.de/news.php"&gt;Florian Cieslik&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;"&gt;, ob ich nicht Lust hätte, als Gast bei seiner Lesebühne Basspoem aufzutreten, ich bräuchte dafür nur Texte von zweimal zehn Minuten. Leichtfertig sagte ich drei Tage vor der Veranstaltung zu. Allerdings hatte ich nicht genug Material. Ich entschloss mich, statt Gedichten einfach mal was anderes vorzulesen, und stieß dabei dann wieder auf das Script von The Ghost. Ich setzte mich an den Computer und schrieb den ganzen Nachmittag. Als ich fertig war, meldete sich Florian noch einmal: "Ach übrigens, das Motto des Abends ist übrigens Herbst." Hervorragend. Ich ließ mich aber nicht beirren und las meine Geschichte einfach trotzdem.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: trebuchet ms;font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der Geist&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor sechs Wochen ist meine Großmutter gestorben. Ich habe seit ein paar Jahren nicht mehr wirklich viel mit ihr zu tun gehabt, aber weh tat das natürlich schon. Ich meine, es lag nicht daran, dass ich sie nicht besuchen wollte, ich hatte ganz einfach zu viel zu tun. Studium, Studium finanzieren (ohne Bafög oder reiche Eltern ist das ziemlich zeitintensiv), und dank meiner Fernbeziehung bin ich wann immer es zeitlich und finanziell ging nach Berlin gefahren, meine Freundin besuchen. Und wenn ich dann wirklich mal die Zeit gehabt hätte, um mich bei meiner Oma zu melden, war mein Kopf immer so voll mit anderem Kram, dass ich in solchen Momenten einfach nicht daran gedacht habe. Und wenn ich mal daran dachte, dann hatte ich immer gerade keinen akuten Grund, oder es war schon zu spät, um sie noch zu stören, oder ich hatte halt eben keine Zeit.&lt;br /&gt;Jetzt ärgere ich mich über jeden Tag, an dem ich sie nicht mal eben so angerufen habe. Ohne Grund, einfach nur so, um zu zeigen, dass es mich noch gibt, dass es mir gut geht und dass ich an sie denke.&lt;br /&gt;Na ja, wie dem auch sei... es stellte sich heraus, dass ich trotz meiner mangelnden Kontaktaufnahme der Alleinerbe war. Das heißt... neben ein paar Bildern, die wohl aus irgendwelchen nostalgischen Gründen an Freunde meiner Oma gingen, Freunde die ich gar nicht kannte. Mein Großvater war gestorben, als ich zwei Jahre alt war, und zu meinen Eltern hatte meine Großmutter schon vorher jeden Kontakt abgebrochen, außer es ging um mich, an Geburtstagen oder Weihnachten. Und seitdem ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, wurden selbst diese Anlässe telefonisch abgehandelt, wenn überhaupt.&lt;br /&gt;Nach der Beerdigung bin ich also zum Haus meiner Großeltern gefahren. Ich spare Euch jetzt mal diesen ganzen „ich hätte das Haus und alles sofort hergegeben, wenn meine Oma wieder leben würde“-Krempel. Stimmte zwar, ist aber für die Geschichte völlig unerheblich. Außerdem ist es bei so etwas einfach immer schwer, Klischees zu vermeiden, denn ich glaube, jedem geht es so, wenn er geliebte Familienangehörige verloren hat.&lt;br /&gt;Ich bin also durch das Haus gegangen und habe das ganze Zeug sortiert. Wovon kann ich mich gar nicht trennen, was würde ich gerne behalten wenn der Platz reicht, wofür haben andere Leute bessere Verwendung als ich, und was werde ich nicht einmal mehr auf dem Flohmarkt los? Tja, und auf dem Dachboden habe ich dann diese Kiste gefunden. So eine schwere, alte Holztruhe, von der die schwarze Farbe in großen Stücken abblätterte, bestimmt schon fünfzig, sechzig Jahre alt. Sie war verschlossen, aber den Schlüssel habe ich zusammen mit ein paar anderen Schlüsseln in einem Schuhkarton in der Küche gefunden. Jetzt müsst Ihr wissen: Auf dem Dachboden war es ziemlich warm und stickig. Schlecht durchlüftet, und vor fünfeinhalb Wochen war es ja dann auch noch zumindest etwas wärmer als jetzt. Aber die Kiste, die ich öffnete, hätte genauso gut ein Kühlschrank sein können. Mir kam mit einem Schwall der Geruch von Mottenkugeln entgegen, aber... so kalt. Und als ich dann den Inhalt der Kiste gesehen hatte, war es ganz vorbei. Briefe, irgendwelche Urkunden und Dokumente... und eine Uniform. Und ich weiß nicht, auf wen ich in dem Moment wütender war. Auf meinen Großvater, den ich nie gekannt habe, auf meinen Vater, weil er mir nie etwas erzählt hat, oder auf meine Großmutter, weil sie einen Wärter des Konzentrationslagers Flossenbürg geheiratet hat.&lt;br /&gt;Tja, und seit dem Moment hatte ich dann den Geist am Hals. Und ja, ich weiß, Geister gibt es nicht, blah, blah, mir egal ob Ihr die Geschichte glaubt oder nicht. Tat ich zuerst ja auch nicht. Und eigentlich ist sie ja auch frei erfunden. &lt;br /&gt;Jedenfalls musste das fiktive Ich aus der Geschichte auf den Schreck erst mal an die frische Luft. Wir wissen alle, dass es in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts so einiges an widerlichen Bastarden in Deutschland gab, und natürlich macht es Sinn, dass einige von uns jetzt so ein paar faule Äste in ihren eigenen Stammbäumen haben, aber bisher hatte ich einfach angenommen, der Kelch wäre an mir vorüber gegangen. Ist er aber nicht. Ich ging also vor die Tür, um eine Zigarette zu rauchen. Ich hatte nie im Haus meiner Großeltern geraucht, darum wollte ich jetzt nicht damit anfangen. Jedenfalls gucke ich so durch das Milchglasfenster in die Küche, und da sitzt doch einer am Küchentisch und sieht mich an. Ich schmeiße sofort die Kippe weg und gehe zurück ins Haus, aber der Typ ist weg. Jetzt ist die Küche direkt die erste Tür links, also hätte ich sehen müssen, wenn er da raus gekommen wäre. Und selbst wenn... im Wohnzimmer war die Tür in den Garten zu, die Rollläden waren unten, und das wäre der einzige Weg aus dem Haus gewesen, an mir war er ja nicht vorbeigekommen. Ich habe die Haustür abgeschlossen und danach systematisch das ganze Haus abgesucht. Da war niemand, aber... auf dem Dachboden war die Truhe wieder zu. Ich wusste noch genau, dass ich auf den Schreck alles einfach so liegen gelassen hatte, als ich runter gegangen war. Und jetzt war alles wieder ordentlich. Die Truhe war sogar wieder abgeschlossen. Aber ich wusste, ich war der einzige im Haus. Mit der Ausnahme von diesem Mann am Küchentisch, der ja anscheinend gar nicht da war.&lt;br /&gt;Ich wollte erst mal nur weg. Wahrscheinlich war ich einfach noch von der Beerdigung ein bisschen mürbe, und die Nazitruhe hat mir dann den Rest gegeben.&lt;br /&gt;Ich ging also wieder runter und hab noch eine Zigarette geraucht, um runter zu kommen. Dann hab ich ein paar Sachen für den Sperrmüll ins Auto gepackt – nichts vom Dachboden – und wollte losfahren. Und ich weiß nicht, ich muss irgendwie mit einem Karton gegen den Rückspiegel gekommen sein, jedenfalls war er verstellt. Als ich ihn wieder richtig justieren wollte, sah ich dann wieder den Geist, diesmal auf meinem Rücksitz, zwischen den Kartons. Ich hab mich natürlich sofort umgedreht, aber er war wieder weg. Jetzt fiel mir erst auf, wie kalt es im Wagen war.&lt;br /&gt;In den nächsten paar Tagen habe ich mich erstmal vom Haus meiner Großeltern ferngehalten. Also... von meinem Haus. Daran muss ich mich, glaube ich, noch gewöhnen. Aber der Geist kam immer wieder. Ich wurde mitten in der Nacht wach, und er war fünf Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Oder ich klappte im Bad mein Spiegelschränkchen zu, und er stand direkt hinter mir. Immer still, nicht so ein Gestöhne und Kettenrasseln wie in schlechten Filmen. Einfach nur&lt;br /&gt;so eine schemenhafte Gestalt. Genau konnte ich das Gesicht nicht erkennen, weil es zu verschwommen war und immer etwas waberte. Aber dieser durchdringende Blick war immer klar erkennbar, als würde er direkt in meinen Kopf sehen. Irgendwie anklagend. Und immer diese Kälte. Zum Glück waren gerade Semesterferien, und auf der Arbeit hatte ich wegen der Beerdigung sowieso ein paar Urlaubstage genommen, also bin ich kaum noch aus der Wohnung gegangen, höchstens mal zum Einkaufen oder zur Bank. Und er war immer dabei. Er war dann hinter der Kassiererin oder so und sah mich mit diesem Blick an... Außer mir konnte ihn niemand sehen, aber das wunderte mich irgendwie am wenigsten.&lt;br /&gt;Zu Hause lief die Heizung auf Hochtouren. Im August. Und gebracht hat sie trotzdem nichts. Wann immer er im Raum war, musste ich trotzdem zwei Pullover übereinander anziehen. Geduscht habe ich nur noch in Badehose, weil der Geist jederzeit auftauchen konnte und ich vor meinem toten Nazi-Großvater nicht nackt sein wollte. Und Pornos gingen schon mal sowieso nicht. Aber der Geist teilte mir auch nicht mit, was er wollte, warum er jetzt in meiner Wohnung spukte, oder warum er das nicht all die Jahre zuvor im Haus meiner Oma tat. Ich fragte mich, ob ich ihn wieder in die Kiste bannen könnte, aber wusste nicht, wie. Auf Ansprache reagierte der Geist nicht, und als ich es mit Gläserrücken probierte, glotzte er mich nur mit diesem durchdringenden Blick an. Das Glas bewegte sich keinen Millimeter.&lt;br /&gt;Ich habe dann mal im Internet recherchiert. Aber zu Geistern gibt es da nur jede Menge Unfug von Möchtegern-Experten. Ich bin sicher, die glauben auch an Gläserrücken. Wenn da irgendwer wirklich Ahnung hatte, konnte ich das nicht erkennen. Was das Verbannen von Geistern in Holztruhen anging, war die Suche jedenfalls ergebnislos. Unter dem Namen meines Großvaters habe ich auch nichts gefunden, aber ich konnte mich noch an ein paar Namen und Begriffe aus den Dokumenten in der Kiste erinnern. Und so bekam ich dann ein bisschen was über die ganze Geschichte heraus. Das Lager Flossenbürg war in Bayern, nicht so bekannt wie Auschwitz oder die ganzen anderen Lager, die immer wieder in Filmen und Romanen auftauchen, damit die Autoren sich die ganze Exposition abkürzen können, weil das Publikum eh schon mit dem jeweiligen Lager vertraut ist. Hätte ich vielleicht auch mal machen sollen. Das hätte mir solche Bandwurmsätze erspart.&lt;br /&gt;Wie dem auch sei, ich fand meinen Großvater schließlich auf einem Foto. Er war natürlich sehr jung, aber ich kannte ja andere Fotos von ihm aus der Zeit. Bloß halt bisher keines, auf dem er die Uniform aus der Kiste auf dem Dachboden trug. Oder eines, auf dem er auf einen toten Gefangenen urinierte. Aber solche Fotos zeigt man seinen Enkeln ja auch nicht. Die müssen sie dann schon irgendwann im Internet finden. Mir war schlecht. Den toten Gefangenen fand ich noch auf einem anderen Foto, da dann zusammen mit einem Namen. Der Mann hieß Franz Steinhövel.&lt;br /&gt;Ich schaltete den Computer aus und prompt spiegelte sich der Geist im Monitor, er stand mal wieder genau hinter mir. Er lachte nicht. Er sah mich auch nicht anklagend an, so wie sonst. Sein Blick war nur traurig. Anscheinend bereute mein Großvater seine Tat. Wenn auch 65 Jahre zu spät. Mir war das egal. Ich wollte ihm am liebsten ins Gesicht spucken. Aber er war ja körperlos, und die Spucke wäre eh nur auf meinem Wohnzimmerteppich gelandet, also ließ ich das auch sein.&lt;br /&gt;Ich habe versucht, die ganze Geschichte zu ignorieren, zu vergessen, aber der Geist ließ mich nicht. Ständig sah er mich mit dieser wabernden Fratze an. Widerlich. Es half alles nichts: Ich musste zurück zur Kiste. Ich fuhr also zurück, wieder mit dem Geist auf meinem Rücksitz. Zurück auf dem Dachboden war die Kiste wieder offen, und der Inhalt lag wieder um sie herum verstreut. Alles war so, wie ich es das erste Mal zurückgelassen hatte. Ich dachte kurz darüber nach, die Uniform einem Museum zu spenden, aber ich entschloss mich anders, ging in den Garten und verbrannte sie. Aber es half natürlich nichts. Der Geist wartete schon im Wohnzimmer wieder auf mich. Wäre ja auch zu schön gewesen. Dieser Blick machte mich so langsam wirklich mürbe. Ich traute mich nicht, mich mit Freunden zu treffen, aus Angst, er würde mitkommen und mich entweder bloßstellen oder ihnen womöglich etwas antun. Mit ihnen reden konnte ich auch nicht, denn was sollte ich ihnen schon als Ausrede dafür präsentieren, dass ich nicht mehr aus dem Haus ging, aber auch keinen dort empfangen wollte? Die Wahrheit kam nicht in Frage, die hätte mir doch keiner geglaubt. Ich hatte keine Lust, womöglich noch in irgendeiner Gummizelle zu landen, mit einem stummen Nazigeist als einziger Unterhaltung. Ich musste den Geist also irgendwie loswerden, möglichst bevor ich feststellen konnte, ob mir eine Zwangsjacke steht oder nicht. Mein einziger Anhaltspunkt waren die Unterlagen und Briefe aus der Kiste. Also nahm ich sie mit nach Hause, damit ich sie in Ruhe durchsehen konnte. Der Geist würde mich sowieso nerven, aber zu Hause hatte ich wenigstens meinen Wohnzimmersessel, meine Stereo-Anlage und einen halben Kasten Kölsch. Und das Internet, für den Fall, dass ich irgendwelche neuen Anhaltspunkte aus den Briefen bekäme. Und das tat ich dann auch. In den Briefen hatte mein Großvater diesen Steinhövel erwähnt. Es hatte wohl Gerüchte gegeben, dass seine Frau, eine gewisse Magdalene Steinhövel, in das benachbarte Lager für Frauen eingewiesen worden war. Als Steinhövel versuchte, Kontakt zu ihr aufzunehmen, hat ihn dann mein Großvater erschossen. Von Reue war in den Briefen nichts zu spüren, für ihn war das einfach ein Teil seiner Arbeit. Na ja, das Foto aus dem Internet sagte mir genug. Aber gut, ich hatte jetzt einen weiteren Namen. Mit dem bewaffnet, fuhr ich den Computer wieder hoch. Und siehe da, ich fand Magdalene Steinhövel. Laut Fotos einer Abschiedsfeier auf der Internetseite ihres ehemaligen Schwimmvereins ist sie im März 2007 in ein Seniorenheim in der Eifel gezogen. Das Heim hatte ebenfalls eine eigene Seite. Ich notierte mir Adresse und Telefonnummer.&lt;br /&gt;Eigentlich sträubte ich mich ja dagegen, dort anzurufen. Die arme Frau Steinhövel hatte nun schon genug mitgemacht in ihrem Leben, da brauchte sie mich nicht, der alte Wunden aufreißt. Und ich durfte nicht vergessen, dass der Geist mir auf Schritt und Tritt folgte. Wie würde er reagieren, wenn er Frau Steinhövel sieht? Würde er sie vielleicht sogar angreifen?&lt;br /&gt;Aber die Alternative war, den Geist für immer zu behalten. Und das kam für mich auch nicht in Frage. Abgesehen von den Problemen, die der Geist ohnehin schon mit sich brachte, war der Mietvertrag meiner Wohnung schon gekündigt, also blieb mir nicht mehr viel Zeit bis zum Umzug, und es war noch zu viel zu tun. Ich konnte mich also nicht mehr länger vor dem Dachboden verstecken. Ich hatte ja auch nicht mehr viele Urlaubstage, und außerdem fängt bald das neue Semester an. Weder meine Arbeit noch die FH waren Orte, an denen ich den Geist haben wollte. Und an Berlin wollte ich gar nicht denken.&lt;br /&gt;Nein, ich musste im Seniorenheim anrufen. Ich gab mich als Freund der Familie aus und erfuhr, dass sich Frau Steinhövel eine Lungenentzündung zugezogen hatte. Es war nicht abzusehen, ob sie das nächste Wochenende noch erlebte. Ich entschied mich, zum Krankenhaus zu fahren, solange das noch ging. Auf der Fahrt schien mich der Geist in Ruhe zu lassen. Kein Gesicht im Rückspiegel, und auch die Kälte blieb aus, zum ersten Mal seit ich die Truhe geöffnet hatte. Ich wähnte mich auf dem richtigen Weg. Im Krankenhaus angekommen, sah es schlecht aus. Frau Steinhövel war nicht bei Bewusstsein, der Zustand kritisch. Ich sah sie nur durch das Fenster in ihrer Tür.&lt;br /&gt;Und das Fenster beschlug.&lt;br /&gt;Ich spürte die Kälte, die mittlerweile schon gewohnte Kälte, durch die Tür hindurch. Der Geist hatte Magdalene Steinhövel gefunden. Ich wollte die Tür öffnen, aber der Geist hob die Hand. Die Tür bewegte sich nicht. Ich starrte den Geist an. Das war das erste Mal, dass er den Arm hob, und so sah ich zum ersten Mal die Nummer auf seinem Arm... das war nicht mein Großvater. Das war Steinhövel. Jetzt nahm er eine klarere, fast feste Form an, und ich erkannte das Gesicht. Ja, das war das Gesicht auf dem Foto. Steinhövels Geist ging zu seiner Frau und küsste sie sanft auf die Stirn. Sie öffnete die Augen. Er lächelte. Auch sie lächelte sanft... und starb in Frieden, vereint mit ihrem geliebten Mann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch ich hatte meine Ruhe gefunden. Den Geist sah ich seitdem nicht mehr.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-3233139033745608988?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/3233139033745608988/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=3233139033745608988&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/3233139033745608988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/3233139033745608988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/der-geist.html' title='Der Geist'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-5287446011267677151</id><published>2008-10-13T18:07:00.005+02:00</published><updated>2008-10-13T18:29:36.745+02:00</updated><title type='text'>Hunger</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;div style="text-align: left; font-family: trebuchet ms;"&gt;Da war ich dann also das erste Mal in der zweiten Runde von &lt;a href="http://www.poetryslam-koeln.de/"&gt;The Word is not Enough&lt;/a&gt;. Und was ist in so einer Situation sinnvoller, als das Publikum vor den Kopf zu stoßen? Aber der Reihe nach, erst einmal das Gedicht:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Hunger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz allein. Ohne Geld. Die Stadt ist fremd,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; weil er dort wenigstens keinen hat, den er kennt.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Die Scham wär viel zu groß, das hielte er nicht aus,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; am liebsten bliebe er ganz zuhaus,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; doch der Hunger treibt ihn raus.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Vor zwei Jahren der Überfall, danach war alles anders.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Kein Job, kein Geld, kein Freundeskreis mehr, heutzutage kann das&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; so schnell gehen: Gestern noch dick Kohle gemacht,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; doch jetzt ist Schicht im Schacht,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; und er streift einsam durch die Nacht.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Zum Bettler zu stolz, zum Taschendieb zu ehrlich.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Ein Banküberfall wäre viel zu gefährlich.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Das Sozialamt hat geschlossen, wenn er es erreicht.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Es hat sich gezeigt:&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Man hat es nicht leicht.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Wie so oft schon zuvor zieht er seine Runde,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; macht Jagd auf Ratten und streunende Katzen wie Hunde.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Leid tut es ihm schon, um jedes einzelne Tier.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Doch zu groß ist die Gier, &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; die er spürt - als Vampir.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Das Publikum atmet erleichtert auf, als es das hört,&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; weil ein erfundenes Monster es nicht ganz so sehr verstört&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; wie das tägliche Elend, einmal greifbar gemacht.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:100%;"  &gt;&lt;span style=""&gt; Ich geb zurück zu Herrn Bach.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=";font-family:Tahoma,Helvetica;font-size:85%;"  &gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt; Gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;Wie bereits in früheren Posts erwähnt, ist "Herr Bach" natürlich der Moderator des Kölner Slams &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.poetryslam-koeln.de/"&gt;The Word is not Enough&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;. Und ja, was soll ich sagen... da hatte ich in der ersten Runde einen locker-flockig witzigen Text über die KVB, die ja nun jeder Kölner kennt, vorgetragen, das Publikum wählt mich weiter, und ich komme mit so einem Downer. Aber das musste einfach raus. Die Grundidee, das Leben eines sozialen Außenseiters völlig deprimierend darzustellen, dann den Twist zu bringen, er ist ein Vampir, um dann dem Publikum eine Art Spiegel vorzuhalten, war mir schon ein paar Tage vor dem Slam durch den Kopf gegeistert. Und wieder einmal wurde der Text erst kurz vor dem Slam fertig, und ich hatte ja nichts anderes zum Lesen (außer der Geistergeschichte, die ich von Anfang an im Hinterkopf hatte, für den völlig illusorischen Fall, dass ich es mal ins Finale schaffte). Ich bin immer noch stolz auf das Gedicht, sowohl von der Form als auch von der Aussage her. Bloß war es vielleicht wirklich taktisch etwas unklug platziert. Aber macht ja nichts, gewonnen hat &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://michael-feindler.de/"&gt;Michael Feindler&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt;, dem ich den Sieg nun wirklich gegönnt habe. Und immerhin hat mich nach dem Slam &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://www.floriancieslik.de/news.php"&gt;Florian Cieslik&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt; als Gast zu seiner Lesebühne &lt;/span&gt;&lt;a style="font-family: trebuchet ms;" href="http://beta.koeln.de/koeln/was_ist_los/tageskalender/basspoem_66550.html"&gt;Basspoem&lt;/a&gt;&lt;span style="font-family:trebuchet ms;"&gt; eingeladen. Danke nochmal an Florian.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-5287446011267677151?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/5287446011267677151/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=5287446011267677151&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5287446011267677151'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5287446011267677151'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/hunger.html' title='Hunger'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-9009375630996754957</id><published>2008-10-13T17:37:00.004+02:00</published><updated>2008-10-13T18:06:06.234+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Klassenkampf in Linie 7'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Audi'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Straßenbahn'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fahrscheine'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Bonzenkinder'/><title type='text'>Klassenkampf in Linie 7</title><content type='html'>Sicherlich der Köln-spezifischste Text bisher, mit verschiedenen Haltestellennamen und anderen Eigenheiten der &lt;a href="http://www.kvb-koeln.de/german/home/"&gt;KVB&lt;/a&gt;. Würde wahrscheinlich trotzdem in anderen Städten funktionieren, auch wenn die Leute da nichts mit einem &lt;a href="http://www.kvb-koeln.de/german/tarif/bedingungen/senioren.html"&gt;Formel-9-Ticket&lt;/a&gt; anfangen können. Klassenkampf in Linie 7 hatte ich irgendwann zwischen März und Mai 2008 geschrieben. Wäre der Doppelpack aus Zuviel Haut und Valium besser beim Publikum angekommen, wäre es im Mai-Slam mein Text für die zweite Runde geworden. Weil man als Nicht-Titelverteidiger im &lt;a href="http://www.blue-shell.de/specials.html"&gt;Blue Shell&lt;/a&gt; allerdings immer einen Monat Pause einlegen muss und ich mich irgendwie noch nicht so ganz zu anderen Slams hervorgearbeitet hatte, kam erst im Juli die nächste Chance, aber da hatte ich ja bereits Eskapismus vorgezogen und kam wieder nicht ins Halbfinale. Im September war ich es dann endlich leid und brachte den Text gleich in der ersten Runde - und wurde weitergewählt. Noch einmal meinen Dank an alle beteiligten. Seitdem habe ich den Text auch im &lt;a href="http://www.sonic-ballroom.de/"&gt;Sonic Ballroom&lt;/a&gt; beim &lt;a href="http://www.dichterkrieg.de/"&gt;Dichterkrieg&lt;/a&gt; vorgetragen, mit etwas weniger Erfolg, trotzdem kam er, so glaube ich, ganz gut an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Klassenkampf in Linie 7&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist fünf vor zwölf am Neumarkt, die Bahn ist dreiviertel voll,&lt;br /&gt;genau wie die Fahrgäste, die Fahrt wird sicher toll.&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Hinten in der Bahn liegt Kotze, ich frag mich, was das soll,&lt;br /&gt;und ich muss noch den ganzen Weg nach Poll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, den Geruch von Kotze fand ich nie besonders geil,&lt;br /&gt;weswegen ich dann auch sofort weiter nach vorne eil'.&lt;br /&gt;Zwei Plätze sind noch frei im vorderen Abteil,&lt;br /&gt;stelle ich fest, als ich mal kurz die Lage peil'.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Links sitzen Bonzenkinder, rechts asoziale Schnorrer,&lt;br /&gt;ich hab' also die Wahl zwischen Sodom und Gomorrha.&lt;br /&gt;Ich greif in meine Tasche, ich les g'rad' Max Frisch's Andorra&lt;br /&gt;und ich setz' mich zu den Bonzen, kurz darauf beginnt der Horror.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Meine Mum hat mir zum Fachabi bloß 'nen A4 geschenkt,&lt;br /&gt;dabei wollt' ich 'nen TT, das hat sie irgendwie verdrängt.&lt;br /&gt;Boah, ich hab so 'nen Hals, Mann, die gehört echt aufgehängt!"&lt;br /&gt;Ich rück etwas zur Seite. Ich fühle mich beengt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der and're freie Platz ist aber auch nicht wirklich besser,&lt;br /&gt;in den ritzt einer der Asis g'rade Muster mit 'nem Messer.&lt;br /&gt;Die Arme voller Einstiche, die Fresse voll Mitesser,&lt;br /&gt;seine kaputte Freundin, die schießt sich ab mit Cerveza.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt ist die Dose leer, und sie lallt einen Fluch:&lt;br /&gt;"Verdammt, weil Du den Hals nicht vollkriegst, hab ich jetzt nicht genug!"&lt;br /&gt;Ich ignorier' die Trulla und vertief' mich in mein Buch,&lt;br /&gt;doch dank dem Audi-Fahrer links bleibt's bloß bei dem Versuch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"So ein asoziales Pack wie die geht mir nicht in den Kopp.&lt;br /&gt;Ich brauch doch nur zum Mäckes geh'n, da krieg' ich sofort einen Job.&lt;br /&gt;Wobei, das will ich eig'ntlich gar nicht, die Asis da sind mir zu grob.&lt;br /&gt;Aber das brauch' ich ja auch gar nicht," grinst, ich wart' auf den Lynchmob.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mein, selbst ich fang' ja jetzt an, diesen Kerl etwas zu hassen.&lt;br /&gt;So eine Arroganz ist ja nun wirklich nicht zu fassen.&lt;br /&gt;Doch statt dem Arschgesicht jetzt 'ne Abreibung zu verpassen&lt;br /&gt;nimmt's der potentielle Lynchmob ganz gelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte ja gedacht, der Messer-Typ wär' jetzt empört.&lt;br /&gt;Vielleicht hat er das Muttersöhnchen einfach überhört?&lt;br /&gt;Gut möglich, weil aus seinem Handy Wolfgang Petry röhrt.&lt;br /&gt;Jetzt fühl' ich mich von zwei Seiten gestört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Lindenthaler Bonzenkind redet inzwischen weiter:&lt;br /&gt;"Mann, die Mucke von den Asis da ist scheiße," sagt er heiter.&lt;br /&gt;Ich bin jetzt nicht mehr allein genervt, rechts von mir sitzt ein zweiter,&lt;br /&gt;und der erscheint etwas gewaltbereiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Jetzt halt' bloß Deine Fresse, sonst schlage ich Dir drauf!&lt;br /&gt;Pass bloß auf, was Du sagst, ich rate Dir, pass auf!&lt;br /&gt;Probleme hab' ich schon genug," oder des Reims wegen "zuhauf".&lt;br /&gt;Und ich denk', jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der arrogante Schnösel fängt auf einmal an, zu lachen.&lt;br /&gt;Was dümmeres konnte er in der Lage wohl nicht machen.&lt;br /&gt;Das einz'ge, was er damit schafft, ist nämlich Zorn entfachen,&lt;br /&gt;und im Geist hör ich schon seine Knochen krachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Typ haut dem Milchbubi doch bestimmt gleich ins Gesicht.&lt;br /&gt;So sehr der Arsch auch nervte, verdient hat er das nicht.&lt;br /&gt;Am liebsten würd' ich mich raushalten, denn ich bin nicht sehr erpicht&lt;br /&gt;auf Prügel, doch was tun ist jetzt wohl meine Pflicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt steh'n auch noch alle auf, ich hab Gefahr auf beiden Seiten.&lt;br /&gt;Klassenkampf in Linie 7, ich dazwischen, wenn die fighten.&lt;br /&gt;Etwas mulmig wird mir schon, das kann ich wirklich nicht bestreiten,&lt;br /&gt;doch ein Ende kann ich dem hier nicht bereiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Initiative wird mir plötzlich abgenommen.&lt;br /&gt;Ich sehe, wie von hinten fünf Gestalten rüberkommen.&lt;br /&gt;Ach hätte ich doch bloß die nächste Straßenbahn genommen...&lt;br /&gt;Da seh' ich einen Ausweis halb verschwommen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kann ich die Fahrscheine mal seh'n?" hör ich ein'n von ihnen fragen.&lt;br /&gt;Na gut, denk ich, dann wird sich jetzt vielleicht doch nicht geschlagen.&lt;br /&gt;Ich zeig ihm meine Karten, er guckt rüber zu den Blagen,&lt;br /&gt;und dann hör ich den Bengel etwas sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hätt' ich mir ja zwei Minuten vorher nicht erträumt:&lt;br /&gt;"Diese Typen fahr'n mit uns mit. Abo-Tickets, Formel 9."&lt;br /&gt;"Wir fahr'n mit denen," hat jetzt auch der and're eingeräumt.&lt;br /&gt;Tja, der Feind meines Feindes ist halt doch der beste Freund...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Übrigens sind mir all die einzelnen Elemente in dem Gedicht tatsächlich passiert, wenn auch nie alle zusammenhängend am gleichen Abend.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-9009375630996754957?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/9009375630996754957/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=9009375630996754957&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/9009375630996754957'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/9009375630996754957'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/klassenkampf-in-linie-7.html' title='Klassenkampf in Linie 7'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-5920636666663227986</id><published>2008-10-13T16:10:00.005+02:00</published><updated>2008-10-13T16:44:06.461+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kleriker'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Eskapismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Rollenspiel'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Carlos'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Rock'/><title type='text'>Eskapismus</title><content type='html'>Ja, ich weiß, sperriger Titel. Passte aber meines Erachtens ganz gut. Die Idee zu diesem Gedicht hatte ich an einem Donnerstag abend vor einem Slam. Eigentlich hatte ich vor, an diesem Slam Klassenkampf in Linie 7 zu lesen, das ich schon für den Slam mit Zuviel Haut und Valium in der Hinterhand hatte, für den Fall, dass ich es ins Halbfinale geschafft hätte. An besagtem Donnerstag hatte ich allerdings bei einer Freundin einen Film gesehen (ich glaube, es war The Illusionist mit Edward Norton), es wurde spät, und ich schlief auf ihrer Couch. Und wie ich so langsam dahindöse, kommt mir eine Idee. Was passiert in Fantasy-Welten eigentlich, nachdem der Tyrann gestürzt und die Prinzessin gerettet ist? Ich ließ mir von meiner Gastgeberin noch schnell einen Zettel und Stift geben und kritzelte schlaftrunken ein paar Stichworte im Licht der von außen durch den Vorhang scheinenden Straßenlaterne. Drei Tage später musste ich tagsüber noch arbeiten und habe bei jeder Gelegenheit meinen Block herausgekramt, um weiter an Eskapismus zu schreiben. Und ich kam und kam nicht zum Ende, weil mir immer noch ein Schnörkel mehr für die Abenteuer von Carlos und Rock einfiel. Fertig wurde ich dann tatsächlich zehn Minuten vor Beginn des Slams, sehr zum Erstaunen von &lt;a href="http://www.mikegodyla.de/"&gt;Mike Godyla&lt;/a&gt;. Das Ergebnis gefiel mir so gut, dass ich es zusammen mit Valium beim &lt;a href="http://www.nrw-slam.de/"&gt;NRW-Slam 08&lt;/a&gt; in Münster gelesen habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Eskapismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rock der Held und der Zwerg namens Carlos&lt;br /&gt;leben im Wald und nicht gerade gefahrlos.&lt;br /&gt;Ihr Alltag besteht aus dem Töten von Schergen&lt;br /&gt;des Bösen Barons von den Blutigen Bergen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ganze Imperium hat er schon versklavt&lt;br /&gt;und zahllose Schätze zusammengerafft.&lt;br /&gt;Und weil sich das für einen Schurken gebührt,&lt;br /&gt;hat er noch die Elfenprinzessin entführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Carlos und Rock eine Standardmission,&lt;br /&gt;denken sie. Leider falsch, denn der böse Baron&lt;br /&gt;hat mit ihr als Köder 'ne Falle gestellt.&lt;br /&gt;Und sie schnappt dann auch zu, darin sitzt Rock der Held.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwerg Carlos hat nun nicht mehr sehr lange Zeit,&lt;br /&gt;bis zum Tod beider Geiseln ist es jetzt nicht mehr weit.&lt;br /&gt;Der Baron will Held Rock jetzt schnell exekutieren,&lt;br /&gt;um ein Exempel zu statuieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Taverne der Wirtin Erika&lt;br /&gt;trifft Carlos auf Magnus den Kleriker.&lt;br /&gt;Auch Finn der Dieb will nicht fehlen,&lt;br /&gt;der Baron hat viele Schätze zum Stehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu dritt zieh'n sie los, die Sonne im Nacken,&lt;br /&gt;um Rock zu befrei'n, den Baron zu zerhacken&lt;br /&gt;und nebenbei der Prinzessin der Elfen&lt;br /&gt;diesmal aber richtig zur Flucht zu verhelfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie erreichen die Festung im Schutze der Nacht.&lt;br /&gt;Zuerst wird die Torwache flink umgebracht.&lt;br /&gt;Danach eilt der Dieb schnell das Fallgitter rauf,&lt;br /&gt;die Wachen auf der Brüstung geben gleich kampflos auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach viel Metzelei sind sie im vierten Stock&lt;br /&gt;und öffnen geschwind dort die Zelle von Rock.&lt;br /&gt;Zu viert kämpfen sie sich jetzt weiter zum Mädel&lt;br /&gt;und spalten dabei auf dem Weg viele Schädel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche längs, manche quer, und so manchen gleich doppelt&lt;br /&gt;oder dank Magnus noch mit 'nem Blitzstrahl gekoppelt.&lt;br /&gt;Erst kurz vor dem Elfenverlies kommt der Schrecken,&lt;br /&gt;weil zwei Riesenzyklopen die Zähne dort blecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Finn zielt auf ein Auge, doch der monströse Schuft&lt;br /&gt;fängt den Armbrustbolzen direkt aus der Luft.&lt;br /&gt;Der and're verweist mit gigantischen Pranken&lt;br /&gt;g'rade Carlos den Zwerg in seine Schranken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bringt Rock jetzt in Rage, er brüllt, und er rammt&lt;br /&gt;dem einen Einauge sein Schwert in die Hand.&lt;br /&gt;Dieser hebt seinen Arm, Rock den Helden gleich mit,&lt;br /&gt;und es beginnt ein merkwürdiger Ritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gigant heult vor Schmerzen, seine Hand ist gepfählt,&lt;br /&gt;und auf seinen Schultern sitzt jetzt Rock der Held.&lt;br /&gt;Rock, der hält sich jetzt fest an den zottigen Haaren&lt;br /&gt;und rammt seine Klinge ins Ohr des Barbaren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der andere Polyphem lässt ab vom Zwerg,&lt;br /&gt;macht ein'n Schritt zurück und betrachtet sein Werk.&lt;br /&gt;Rock springt von seinem gefällten Giganten&lt;br /&gt;direkt auf den and'ren und bringt ihn ins Wanken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zieht ihm den Scheitel nach mit seinem Schwert.&lt;br /&gt;Das einzelne Auge schielt noch kurz sinnentleert,&lt;br /&gt;dann sinkt er zusammen, die Lache ist rot,&lt;br /&gt;er röchelt noch kurz, und ist dann auch schon tot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Magnus der Kleriker stellt fest mit Scharfsinn:&lt;br /&gt;Dort vorn ist die Zelle der Elfenmonarchin.&lt;br /&gt;Die Tür ist verschlossen, doch dank dem Zwergenstahl&lt;br /&gt;der Streitaxt von Carlos ist auch das ganz egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Hiebe, die Tür zerspringt mit lautem Krachen,&lt;br /&gt;davon alarmiert erscheinen zwei Wachen.&lt;br /&gt;Sie seh'n die Zyklopen, oder vielmehr die Reste,&lt;br /&gt;und das Weite zu suchen, halten sie für das Beste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so ist die Prinzessin jetzt endlich befreit,&lt;br /&gt;den Tyrannen zu stürzen ist es jetzt an der Zeit.&lt;br /&gt;Doch es riecht nach Asche und verbranntem Haar:&lt;br /&gt;Der Baron hat einen Feuerelementar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach all den Strapazen gibt ein Held doch nicht auf,&lt;br /&gt;und so nimmt Rock jetzt halt auch Brandwunden in Kauf.&lt;br /&gt;Er stürzt sich mit Mut auf das brennende Ding,&lt;br /&gt;einen kleinen Schutz bietet sein magischer Ring.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Magnus spricht göttliche Angriffsmagie,&lt;br /&gt;und schon geht der Elementar in die Knie.&lt;br /&gt;Der Baron fleht um Gnade, hebt bettelnd die Hände,&lt;br /&gt;doch Carlos setzt nun seiner Herrschaft ein Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Baron ist vernichtet, das Reich ist befreit...&lt;br /&gt;zumindest für absehbare Zeit.&lt;br /&gt;Denn der nächste Tyrann wartet doch sicher schon,&lt;br /&gt;übernimmt bald das Zepter vom bösen Baron.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Helden gibt es immer etwas zu tun.&lt;br /&gt;Doch nun haben sie endlich Zeit, auszuruh'n.&lt;br /&gt;In Erikas Schänke, bei Spießbraten und Met,&lt;br /&gt;da fliehen sie vor ihrer Realität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carlos spielt einen Schüler, Rock einen Buchhalter,&lt;br /&gt;Magnus den Kassierer am McDonald's-Schalter.&lt;br /&gt;Finn spielt einen kleinen Ganoven mit Stil,&lt;br /&gt;die Prinzessin leitet das Spiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Welt voller Fantasie,&lt;br /&gt;mit zahlreichen Maschinen, doch ohne Magie.&lt;br /&gt;Keine Untoten, Trolle oder Telepathen,&lt;br /&gt;dafür Kapitalisten und Bürokraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So verbringen die fünf auch schon mal ganze Nächte&lt;br /&gt;und kämpfen, mit Würfeln bewaffnet, Gefechte.&lt;br /&gt;Die anderen Helden schütteln nur die Köpfe,&lt;br /&gt;es gibt doch keine Welt voller Schalter und Knöpfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voller Autos, Computer und Eisenbahn,&lt;br /&gt;so mit Kernkraft, Ozonloch und Wireless-Lan.&lt;br /&gt;Doch die fünf stören sich nicht an solchen Banausen.&lt;br /&gt;Als Weltenretter braucht man manchmal halt Pausen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Carlos der Zwerg ist natürlich eine Anspielung auf die US-Serie Freaks &amp;amp; Geeks mit James Franco, Seth Rogen und Jason Segel. Magnus und Rock waren zwei meiner Charaktere in Dungeons und Dragons. Finn, der Dieb, war ein dritter, allerdings hieß er bei mir damals Leonidas. Seit 300 verfilmt wurde, weckt der Name allerdings zu viele andere Assoziationen, außerdem reimt er sich nicht gerade auf sehr viele Wörter. Und noch mehr Augenroller wie Erika/Kleriker wollte ich dann doch nicht reinnehmen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-5920636666663227986?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/5920636666663227986/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=5920636666663227986&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5920636666663227986'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/5920636666663227986'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/eskapismus.html' title='Eskapismus'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-7964130612893309913</id><published>2008-10-13T15:59:00.002+02:00</published><updated>2008-10-13T16:08:25.343+02:00</updated><title type='text'>Zuviel Haut</title><content type='html'>Zuviel Haut ist sicherlich neben Lampenfieber einer der schwächsten Beiträge von mir, der Vollständigkeit halber will ich ihn aber trotzdem mit aufführen. Ich habe ihn bisher nur einmal gelesen und habe dann auch noch den Fehler gemacht, ein kurzes Gedicht über den 1. FC Köln vorwegzustellen, das gerade am Tag des Aufstiegs aus der 2. in die 1. Bundesliga nicht besonders gut ankam. Wer daran Interesse hat, findet es zusammen mit Zuviel Haut und Valium als Videoclip bei &lt;a href="http://www.kabadu.de/node/697"&gt;Kabadu&lt;/a&gt;. Aber jetzt zum eigentlichen Gedicht, dann haben wir es hinter uns:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Zuviel Haut&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sich ins Museum traut&lt;br /&gt;und sich dort die Kunst anschaut,&lt;br /&gt;bei dem wird die Vermutung laut:&lt;br /&gt;Zuviel Haut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abstrakte Akte,&lt;br /&gt;abgeschmackte Ausgepackte,&lt;br /&gt;hingekackte Artefakte,&lt;br /&gt;abgefuckte Nackte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf allen Fernsehsendern außer vielleicht auf den dritten&lt;br /&gt;lassen sich die Frauen heute nicht mehr lange bitten.&lt;br /&gt;Wo man heut' auch hinzappt, überall nur blanke Titten,&lt;br /&gt;und Du fragst Dich: Was sind das nur für Sitten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entblößte Brüste,&lt;br /&gt;liebkoste Nüsse,&lt;br /&gt;inbrünstige Küsse,&lt;br /&gt;geflüsterte Gelüste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob in der Kneipe, auf der Straße,&lt;br /&gt;kaum verhüllte Model-Maße,&lt;br /&gt;auch in der Werbung nur Extase,&lt;br /&gt;nicht mehr Punica-Oase.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fernbeziehungen sind doof.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Sind sie übrigens wirklich.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-7964130612893309913?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/7964130612893309913/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=7964130612893309913&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7964130612893309913'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/7964130612893309913'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/zuviel-haut.html' title='Zuviel Haut'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-1293149439217151408</id><published>2008-10-13T13:36:00.003+02:00</published><updated>2008-10-13T13:51:35.323+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Valium'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heath Ledger'/><title type='text'>Valium</title><content type='html'>Valium war mir lange Zeit von meinen eigenen Texten der liebste. Inspiriert durch einen Bekannten meiner guten Freundin Isa und durch einen Ausspruch meines Vaters, hatte ich den Text hier im Ärmel, sollte ich bei meinem ersten Slam unerwartet in die zweite Runde kommen. Mittlerweile habe ich diesen Text bei &lt;a href="http://www.poetryslam-koeln.de/"&gt;THE WORD IS NOT ENOUGH&lt;/a&gt;, beim &lt;a href="http://www.nrw-slam.de/"&gt;NRW-SLAM 2008&lt;/a&gt; und auch schon im Radio, in der Sendung die &lt;a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;amp;friendID=293476264"&gt;FUNKENDE SCHATULLE&lt;/a&gt; vortragen dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Valium&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Valium? Valium auch nicht?&lt;br /&gt;Sag mir, valium ziehst Du so ein Gedicht? &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Wenn Dich einer fragt: "Bist Du nicht mehr ganz dicht"?&lt;br /&gt;Na, dann nimmst Du wohl Dein Valium nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn alle Valium nehmen würden, dann wäre die Welt besser.&lt;br /&gt;Keine Folter, keine Kriege, und kein DSDS mehr.&lt;br /&gt;Keine Vergewaltigungen und kein ungewolltes Kind,&lt;br /&gt;weil alle viel zu müde zum poppen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Valium wäre das Ende des Alkoholismus,&lt;br /&gt;denn zuviel Valium und Alkohol verträgt kein Organismus.&lt;br /&gt;Von Vorurteilen und Rassismus wär'n wir alle plötzlich frei,&lt;br /&gt;denn dann sind wir alle gleich, dann sind wir high.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Valium? Valium auch nicht?&lt;br /&gt;Sag mir, valium ziehst Du so ein Gedicht? &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Wenn Dich einer fragt: "Bist Du nicht mehr ganz dicht"?&lt;br /&gt;Na, dann nimmst Du wohl Dein Valium nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zuviel Valium fühl ich mich wie verprügelt von 'nem Catcher.&lt;br /&gt;Zuviel Valium ist gar nicht gut, sonst geht's Dir wie Heath Ledger.&lt;br /&gt;Auf die Dosierung kommt es an, doch damit kommt nicht jeder klar,&lt;br /&gt;vielleicht ist Valium doch nicht so wunderbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Valium? Vielleicht doch besser nicht.&lt;br /&gt;Vielleicht ist Valium doch nichts für Dich.&lt;br /&gt;Für die Verbesserung dieser Welt braucht's eine andere Idee:&lt;br /&gt;Legalisieren wir doch einfach THC.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Beim NRW-Slam in Münster fielen übrigens einigen Leuten bei der Heath-Ledger-Zeile die Kinnlade herunter. Von denen bekam ich hinterher auch nur wenige Punkte. An dieser Stelle möchte ich mich also bei allen entschuldigen, deren Gefühle ich ungewollt verletzt habe. Ich hatte selbst überlegt, ob ich die Zeile (damals kurz nach dem Todesfall) reinnehmen soll oder nicht, habe mir dann aber letztlich gesagt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;Why so serious?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-1293149439217151408?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/1293149439217151408/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=1293149439217151408&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1293149439217151408'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1293149439217151408'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/valium.html' title='Valium'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-9117680164080839520</id><published>2008-10-13T12:44:00.006+02:00</published><updated>2009-05-24T14:50:09.531+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zombies'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nacht der lebenden Toten'/><title type='text'>Die Nacht der Lebenden Toten</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://img36.imageshack.us/img36/4157/cranberries.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 600px; height: 450px;" src="http://img36.imageshack.us/img36/4157/cranberries.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das hier war mein zweites Gedicht bei meinem ersten Slam. Standardmäßig hat ja jeder fünf Minuten, darum hatte ich Lampenfieber eher kurz gehalten. Denn was bringt es, wenn das Lampenfieber weg ist, aber der Auftritt schon vorbei?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der eigentliche Kern meines ersten Auftrittes sollte also das hier werden. Inspiriert durch mein Halloween- und Karnevalskostüm einige Zeit zuvor (siehe Foto) hatte ich ein altes Comic-Script herausgekramt, das aufgrund der damaligen Überpopularität von Zombies in Comics (Marvel Zombies, The Walking Dead, Dead Men Tell No Tales, etc) in der Schublade verstaubte. Also das ganze in Reimform umgeschrieben und zeitlich so gekürzt, dass ich zusammen mit Lampenfieber ja nicht die fünf Minuten Redezeit überschreite. Wenn ich schon Stimmen bekomme, dann sollten die ja nicht auch noch durch Punktabzüge verringert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Nacht der Lebenden Toten&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nekrophile Kalle arbeitet in der Leichenhalle,&lt;br /&gt;und er macht sich dort ganz gerne über frisch verstorbene her.&lt;br /&gt;Doch durch Strahlung aus dem All kommt es zu einem Sonderfall,&lt;br /&gt;und so stößt er heut' zur Abwechslung erstmals auf Gegenwehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woanders rutscht wer über 'ne Prostituierte rüber,&lt;br /&gt;plötzlich setzt sein Herzschlag aus. Sie stellt kurz fest: Der ist hinüber.&lt;br /&gt;Doch dann steht er wieder auf, mit einem Hunger auf Gehirne.&lt;br /&gt;Sein erstes Opfer ist die etwas überraschte Dirne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schüler in der Schule hatten Angst vor schlechten Noten,&lt;br /&gt;doch die Lehrer zählen auch schon zu den wandelnden Toten.&lt;br /&gt;Der Priester schnappt sich den Messdiener, der sonst den Weihrauch schwenkt,&lt;br /&gt;doch er will nur das Gehirn, nicht was Ihr jetzt wieder denkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht der lebenden Toten hat begonnen.&lt;br /&gt;Sie macht vor niemandem halt, nicht vor Kindern, nicht vor Nonnen,&lt;br /&gt;wenn Du den Löffel abgibst oder Zombieblut berührst,&lt;br /&gt;dann haben sie Dich schon dazugewonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Wochen später... die Menschheit ist am Ende.&lt;br /&gt;Im Kampf gegen die Zombies gab's keine Heilung, keine Wende.&lt;br /&gt;So langsam wird klar, dass die Menschheit diesen Kampf verliert.&lt;br /&gt;Neunzig Prozent der Säugetiere sind schon infiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So verschanzen sie sich also in 'ner Blockhütte im Wald.&lt;br /&gt;Zwei Männer, 'ne Frau, ihre Tochter, kaum acht Jahre alt.&lt;br /&gt;Sie hab'n die Zombies abgehängt, doch trotzdem wohl verschissen:&lt;br /&gt;Ein Zombie-Köter hat g'rad' eben noch das Kind gebissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Männer bring'n das Mädchen in den Nebenraum nach hinten.&lt;br /&gt;Die Mutter hört schon bald darauf zwei Schüsse aus Schrotflinten.&lt;br /&gt;Mit Tränen in den Augen fängt sie lauthals an, zu schreien.&lt;br /&gt;Den Gefühlsausbruch kann man in der Lage wohl verzeihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zwei komm'n wieder, alle sind ein paar Minuten stumm.&lt;br /&gt;Nur ein paar Insekten fliegen surrend um das Licht herum.&lt;br /&gt;Die Vorräte werd'n für drei Erwachs'ne wohl acht Wochen reichen...&lt;br /&gt;Doch plötzlich sieht die Frau bei ein'm der Männer die Vorzeichen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Haut wird blass, der Blick wird leer, und es ertönt ein Gähnen.&lt;br /&gt;Nur zwei Sekunden später hat er Kopfhaut zwischen den Zähnen.&lt;br /&gt;Auch der and're ist jetzt infiziert, er schnappt sich das Gewehr,&lt;br /&gt;erschießt den Zombie und sich selbst... die Vorräte reichen jetzt wohl doch für mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frau ist ratlos, panisch gar. Wie konnte das passieren?&lt;br /&gt;Wie konnten ohne Blutkontakt die zwei sich infizieren?&lt;br /&gt;Ein böser Verdacht kommt auf, ihr Herz beginnt, laut zu pochen.&lt;br /&gt;Verdammt, sie hat recht, beide sind von Mücken zerstochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie muss sich setzen, die Erkenntnis schlägt ihr auf den Magen.&lt;br /&gt;der Virus in dem Zombieblut wird durch Mücken übertragen!&lt;br /&gt;Verzweifelt schnappt sie sich die Flinte und macht den Cobain,&lt;br /&gt;denn sie hat bereits die ersten Stiche am eig'nen Arm geseh'n.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schuss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;An der Stelle habe ich dann meinen Schnellhefter mit den Texten zusammengerollt und mich damit "erschossen". Komplett mit Fall nach hinten und zehn Sekunden Regungslosigkeit auf dem Bühnenboden. Kam dann auch gar nicht so schlecht an, ich glaube, ich bin am Ende fünfter oder sechster von acht geworden. Rückblickend sind die Reime allerdings noch ziemlich holperig, die erste Strophe passt vom Reimschema her überhaupt nicht zum Rest, und was habe ich mir bloß bei den Nonnen gedacht? Na ja, vielleicht überarbeite ich das ganze ja nochmal zu irgendeinem passenden Anlass. Halloween ist ja zum Beispiel nicht mehr lange hin.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-9117680164080839520?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/9117680164080839520/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=9117680164080839520&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/9117680164080839520'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/9117680164080839520'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/die-nacht-der-lebenden-toten.html' title='Die Nacht der Lebenden Toten'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-4675161871888028085</id><published>2008-10-13T12:17:00.003+02:00</published><updated>2008-10-13T12:38:23.439+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lampenfieber'/><title type='text'>Lampenfieber</title><content type='html'>Lampenfieber war mein erster Slam-Text, entstanden auf dem Heimweg nach der Februar-Ausgabe des Slams &lt;a href="http://www.poetryslam-koeln.de/"&gt;THE WORD IS NOT ENOUGH&lt;/a&gt;. Einerseits war mir klar, dass ich so etwas auch mal machen will, andererseits hatte ich bereits als popeliger Assistent auf der Bühne etwas wackelige Knie. Die Mission war also klar: Ich musste mein Lampenfieber irgendwie loswerden. Mein Plan: Ich verarbeite einfach alle Symptome, die auftreten könnten, in einem Gedicht. Und wenn ich dann innerhalb des Gedichtes langsam ruhiger werde, überträgt sich das vielleicht auf mich, und ich komme etwas besser klar. Poetry-Voodoo sozusagen. Und es hat auch einigermaßen geklappt. Beim zweiten Gedicht (Die Nacht der lebenden Toten) war ich jedenfalls schon etwas entspannter. Ich kann die Methode eigentlich empfehlen, allerdings solltet Ihr ein etwas besseres Gedicht schreiben als das hier. Ich meine, was hat mich da geritten, von Red Bull und irgendwelchen Koks-Dealern zu schreiben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Lampenfieber&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angespannt von der Kopfhaut bis zur Zehenspitze&lt;br /&gt;stelle ich fest, dass ich am ganzen Körper schwitze.&lt;br /&gt;Die Scheinwerfer verbreiten wirklich eine Mörderhitze,&lt;br /&gt;entfallen sind mir alle meine Witze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die fünf Minuten Redezeit erscheinen mir wie Stunden.&lt;br /&gt;Die and'ren haben sich heut' abend auch nicht so gewunden...&lt;br /&gt;Mein letztes bisschen Selbstbewusstsein ist schon fast verschwunden,&lt;br /&gt;ich steh starr, wie an der Bühne festgebunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lampenfieber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben die jetzt g'rad' etwa auch noch das Licht gedimmt,&lt;br /&gt;denke ich noch, während mein Blick schon leicht verschwimmt.&lt;br /&gt;Gleich gehen mir dann auch noch die Reime aus, bestimmt.&lt;br /&gt;Es geht schon los, darauf reimt sich nur "Klimt"... Klimt?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch nie zuvor wär ich lieber im Boden drin versunken.&lt;br /&gt;Ach, hätt' ich statt der Bionade bloß Red Bull getrunken.&lt;br /&gt;Beim Koks-Dealer vorhin hab ich noch dankend abgewunken.&lt;br /&gt;Und jetzt und hier fehlt mir dann prompt der Funken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lampenfieber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Knie fang'n an zu zittern, mein Puls macht langsam Krach.&lt;br /&gt;Ich frage mich, wie hab'n das bloß die anderen gemacht?&lt;br /&gt;Irgendwie hab ich mir das hier anders gedacht,&lt;br /&gt;anders vorgestellt, so wie &lt;a href="http://www.andersvorgestellt.de/"&gt;die Seite von Herrn Bach&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hey, da lächelt endlich jemand über einen Gag.&lt;br /&gt;Die Schneidezähne sind nicht mehr versteckt, sondern gebleckt (und... ein bisschen verdreckt, das sieht nach Spinatpizza zum Mittagessen aus).&lt;br /&gt;Ich hatte schon gedacht, die Blamage wär' perfekt.&lt;br /&gt;Stattdessen habe ich g'rade entdeckt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lampenfieber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Gruselig. Vollkommen klar, dass ich an dem Abend nicht weitergekommen bin. Bin mal gespannt, wie das zweite Gedicht des Abends gealtert ist. Und der Herr Bach in der vorletzten Strophe war natürlich der Moderator des Slams, bei dem ich meinen ersten Auftritt hatte. Später führte er dies als das erste Mal an, dass ihm in meinen Texten ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verfremdungseffekt"&gt;V-Effekt&lt;/a&gt; auffiel, den er für charakteristisch für meine Texte hält. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir darum nie wirklich Gedanken gemacht, das ist wohl einfach eine Spielart meines scheinbar etwas ungewöhnlichen Humors.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-4675161871888028085?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/4675161871888028085/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=4675161871888028085&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/4675161871888028085'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/4675161871888028085'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/lampenfieber.html' title='Lampenfieber'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8153917787342615648.post-1582015528076539951</id><published>2008-10-13T11:57:00.000+02:00</published><updated>2008-10-13T12:06:18.267+02:00</updated><title type='text'>Intro</title><content type='html'>In diesem Blog werde ich ab jetzt meine Texte, Gedichte und sonstigen Krempel, der vielleicht auch für andere interessant ist, für die Nachwelt virtuell festhalten. Für die etwas klobige Web-Adresse möchte ich mich gleich entschuldigen, die Variante ohne Bindestrich war leider schon vergeben. Passt aber so auch, würde ich sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich zum Wesentlichen komme, noch kurz zu meiner Person: Ich bin 1980 geboren, was mir niemand glaubt, der mich sieht. Im Januar 2008 habe ich dann meinen ersten Poetry-Slam verfolgt. Vorher hatte ich gedacht, so ein Slam sei deutlich näher am Freestyle-Battle, also ein meist holperig gereimter Schwanzvergleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, so kann man sich irren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Februar war ich dann das erste Mal Assistent beim Stimmen-Auszählen, und im März stand ich dann das erste Mal mit eigenem Material auf der Bühne. Das Ergebnis gibt's dann im nächsten Post, das ist übersichtlicher. Denke ich.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8153917787342615648-1582015528076539951?l=sprech-stunde.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/feeds/1582015528076539951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8153917787342615648&amp;postID=1582015528076539951&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1582015528076539951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8153917787342615648/posts/default/1582015528076539951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://sprech-stunde.blogspot.com/2008/10/intro.html' title='Intro'/><author><name>Michael Heide</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://3.bp.blogspot.com/_n_Usz1_clvc/SskWANdb3yI/AAAAAAAAADE/DxEBP1a1nTE/S220/avatar.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
